Aktualisiert 10.06.2011 19:15

Tom Lüthi

Die Suche nach dem verlorenen Gefühl

Den Sturz vom letzten Sonntag hat Tom Lüthi (24) einigermassen verdaut. Das Fahrgefühl hat er verloren: Platz 21 nach zwei Moto2-Trainings zum GP von England.

von
Klaus Zaugg, Silverstone

Der Absturz im Klassement sieht zumindest auf dem Papier dramatisch aus: In den bisherigen fünf GP hat Tom Lüthi im Training die Ränge 3, 3, 2, 2 und 4 herausgefahren. Zu allen fünf Rennen ist er aus der ersten oder der zweiten Startreihe losgefahren. Und nun steht er nach dem ersten Trainingstag in Silverstone auf dem 21. Platz. In diesen tiefen des Klassementes hat sich der Emmentaler in dieser Saison noch nie aufgehalten.

Was ist los? Den Sturz vom letzten Sonntag habe er wohl verkraftet. Aber das Fahrgefühl noch nicht gefunden, erklärte Lüthi gegenüber 20 Minuten Online. «Wir müssen eine grössere Sicherheitsmarge finden.» Was er damit meint: Im Grenzbereich verzeiht das Bike nicht den winzigsten Fehler. «Ich kann sehr schnell fahren. Ich war ja in allen Trainings in dieser Saison vorne dabei. Aber wenn ich am Limit fahre, ist das Sturzrisiko zu gross geworden. Wir haben einige Veränderungen an der Maschine vorgenommen. Aber die haben sich im ersten Training nicht bewährt. Weil es am Nachmittag regnete und die Strecke stellenweise nass war, war im zweiten Training eine Verbesserung nicht mehr möglich.» Deshalb ist Lüthi am ersten Tag auf dem 21. Platz stehen geblieben. Eine Verbesserung am Samstag ist noch immer möglich.

Nerviosität steigt

Leicht irritiert zeigte sich Lüthi durch fehlenden Support vom Maschinen-Lieferanten Eskil Suter. «Wir werden am Rennen jeweils von einem Techniker Suters betreut. Aber am Freitag war er nicht da.» Ein Detail nur. Aber jedes Details zählt. Und auch ein Hinweis darauf, dass die Saison jetzt in ihre intensivste Phase mündet (vier Rennen in fünf Wochen) und wichtige Entscheide für nächste Saison bis Mitte August gefällt werden – unter dem Eindruck der letzten Rennen. Lüthis Manager Daniel M. Epp plant den Aufstieg in die Königsklasse MotoGP. Da kommen so schwache Trainingstage höchst ungelegen. Die Nervosität steigt.

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