Fall Perselli-Neumair: Die Suche nach dem vermissten Peter Neumair wird fortgesetzt
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Fall Perselli-NeumairDie Suche nach dem vermissten Peter Neumair wird fortgesetzt

Wegen der starken Strömung und schlechten Sicht musste die Suche nach Peter Neumair in der Etsch in Südtirol abgebrochen werden. Am Mittwoch soll die Suchaktion fortgesetzt werden – wenn das Wetter es zulässt.

von
Lucas Orellano
Karin Leuthold
Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol 

Darum gehts

  • Taucher haben am Dienstag eine männliche Leiche in der Etsch entdeckt.

  • Die Behörden vermuten, dass es sich dabei um den seit Januar vermissten Peter Neumaier handelt.

  • Die Bergungsaktion musste am Dienstag abgebrochen werden, soll aber am Mittwoch weitergehen.

Die Suche nach Peter Neumair soll am Mittwoch weitergehen, wie die Lokalzeitung «Südtirol News» berichtet. Am Dienstag hatte die Feuerwehr in Etsch im gleichnamigen Fluss in rund zwei Metern Tiefe die Umrisse einer Gestalt entdeckt. Aufgrund der starken Strömung und der schlechten Sicht fanden die Taucher bis zum Einbruch der Dunkelheit am späteren Nachmittag nichts. Die Polizei hält es für möglich, dass die Leiche des Vermissten am Grund des Flusses eingeklemmt ist. Ob die Suche am Mittwoch fortgesetzt wird, hängt vom Wetter ab.

Die Umrisse, von der die Polizei annimmt, dass sie zur Leiche von Peter Neumair gehören, befinden sich unweit der Stelle, wo am letzten Samstag Laura Persellis Leichnam entdeckt wurde. Der Fall des verschwundenen Lehrerpaares Laura Perselli und Peter Neumair aus Bozen beschäftigt die Polizei seit Wochen.

Perselli und Neumaier verschwanden am 4. Januar, der gemeinsame Sohn Benno sitzt seit dem 29. Januar in U-Haft. Anfänglich hatten die Behörden es als einen Vermisstenfall behandelt. Wie es von der Staatsanwaltschaft in Bozen hiess, werde gegen ihn wegen zweifacher vorsätzlicher Tötung und Verbergens der Leichen seiner Eltern ermittelt.

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Traurige Gewissheit am 6. Februar 2021 im Fall des vermissten Elternpaares aus Bozen: Taucher haben die Leiche von Laura Perselli gefunden.

Traurige Gewissheit am 6. Februar 2021 im Fall des vermissten Elternpaares aus Bozen: Taucher haben die Leiche von Laura Perselli gefunden.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol
Bei Neumarkt in den Fluten der Etsch entdeckten sie eine Leiche.

Bei Neumarkt in den Fluten der Etsch entdeckten sie eine Leiche.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol
Ein Taucherteam hatte am Morgen eine erneute Suchaktion gestartet.

Ein Taucherteam hatte am Morgen eine erneute Suchaktion gestartet.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol

Die wichtigsten Fragen zum mysteriösen Fall:

Wie sind Peter Neumair und Laura Perselli verschwunden?

Die 68-jährige Laura Perselli und der 63 Jahre alte Peter Neumair verschwanden am Abend des 4. Januars. Sie hinterliessen keinen Abschiedsbrief, ihre Handys sind seit dem Tag ausgeschaltet. Niemand hat sie gesehen. Die Carabinieri nahmen die Suche auf. Tage später entdeckte ein Mitglied der Spurensicherung einen Blutfleck auf einer Brücke über dem Fluss Etsch. Ein Wunder, denn in der Zwischenzeit hatte es stark geschneit und geregnet. Wie die lokale Zeitung «Alto Adige» berichtete, habe die Untersuchung gezeigt, dass es Blut von Peter Neumair ist.

Was sagte Sohn Benno bei der Polizei aus?

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Die 68-jährige Laura Perselli und der 63 Jahre alte Peter Neumair verschwanden am Abend des 4. Januars 2021.

Die 68-jährige Laura Perselli und der 63 Jahre alte Peter Neumair verschwanden am Abend des 4. Januars 2021.

 Landesfeuerwehrverband Südtirol 
Im Laufe der Ermittlungen geriet Sohn Benno (30) ins Visier der Staatsanwaltschaft von Bozen.

Im Laufe der Ermittlungen geriet Sohn Benno (30) ins Visier der Staatsanwaltschaft von Bozen.

Screenshot Youtube
Die Ermittler glauben, dass er hinter den Morden an Laura Perselli und Peter Neumair stecken könnte.

Die Ermittler glauben, dass er hinter den Morden an Laura Perselli und Peter Neumair stecken könnte.

Screenshot Youtube

Wie war die Beziehung zwischen Sohn und Eltern?

Angespannt, es habe immer wieder Streitigkeiten gegeben. Laut Angaben von Zeugen sollen Laura Perselli und Peter Neumair vom Sohn die Gebühren für sein Studium zurückverlangt haben.

Was ist der Verdacht der Ermittler?

Die Staatsanwaltschaft Bozen glaubt, dass der Mörder Laura Perselli und Peter Neumair getötet und die Leichen in der Etsch entsorgt hat. In den Tagen rund um ihr Verschwinden hatte es intensiv geregnet, die Wassermassen hätten die Körper leicht wegschwemmen können.

Für die Ermittler gilt Sohn Benno Neumair als Hauptverdächtiger. Für ihn gilt jedoch weiter die Unschuldsvermutung.

Hat Benno Neumair ein Alibi?

An jenem Abend war Benno nach Auer in Südtirol zu seiner Freundin Martina gefahren, die er erst seit wenigen Wochen kannte. Er kam gegen 22.00 Uhr dort an. Doch bei der Rekonstruktion des Abends fehlen den Ermittlern rund 40 Minuten. Benno gab an, auf der Fahrt nach Auer angehalten zu haben. Wieso er sein Handy zwischen 21.32 Uhr und 21.57 Uhr ausgeschaltet hat, ist nicht bekannt.

Nach seiner Ankunft in Martinas Wohnung hat Benno Neumair geduscht und frische Kleider angezogen. Martina hatte ihm angeboten, die getragenen Kleidungsstücke zu waschen, was Benno mit den Worten «wenn es nicht zu unverschämt ist» akzeptierte.

Was sagte Martina aus?

Die Freundin des Verdächtigen sagte, Bennos Kleider seien nass vom Schweiss gewesen. Darum habe sie sie gewaschen. Ihr Freund sei aber an jenem Abend nicht besonders nervös und unruhig gewesen.

Die gewaschenen Kleider hat die Polizei beschlagnahmt wie auch Martinas Handy. Zusammen mit Gegenständen, die die Ermittler aus dem Haus der Vermissten holten, werden sie von der Spurensicherung des RIS (Reparto Investigazioni Scientifiche) in Parma analysiert.

Was geschah dann?

Benno kehrte am frühen Morgen des nächsten Tages wieder heim. Um den Hund zu versorgen und mit ihm nach Ritten zu fahren, wo die Familie ein zweites Haus besitzt. Die Schlafzimmertür seiner Eltern sei geschlossen gewesen. Er habe vermutet, dass sie schlafen. Sorgen um sie machte er sich keine. Die Schwester des Verdächtigen, Madé Neumaier, erzählte Angehörigen, sie habe ihren Bruder fast nötigen müssen, Vermisstenanzeige zu erstatten.

Wie «Corriere della Sera» berichtete, soll er Tage später im Laden einer Bekannten ein Fläschchen Wasserstoffperoxid gekauft haben. Der Ladenbesitzerin erklärte er, dass er ein Lösungsmittel brauche, «um Blutflecken zu entfernen».

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