Duckduckgo: Die Suchmaschine mit hehren Zielen
Aktualisiert

DuckduckgoDie Suchmaschine mit hehren Zielen

Die Suchmaschine Duckduckgo spioniert angeblich die User nicht aus und will auf weniger Werbung setzen als Google und Co. Nun wartet der Dienst mit neuen Funktionen auf.

von
sts

«Die Suchmaschine, die dich nicht verfolgt», beschreibt sich die im September 2008 gegründete Website Duckduckgo in der Zeile unter dem Eingabefeld für Suchanfragen. Im Gegensatz zu Google, Bing und Yahoo sollen bei Duckduckgo keine IP-Adressen oder Suchanfragen gespeichert werden. Auch Tracking-Cookies kommen laut den Betreibern keine zum Einsatz. Die Benutzer werden von dem Programm also nicht identifiziert.

Spätestens seit dem NSA-Skandal vor einem knappen Jahr dürften diese Eigenschaften von Internetnutzern weltweit geschätzt werden. Im Sommer 2013 verdoppelte sich die Zahl täglicher Anfragen auf rund 3 Millionen. Heute werden bei Duckduckgo gut 150 Millionen Begriffe im Monat gesucht. Bei Google gehen Branchenkenner von ungefähr 100 Milliarden aus.

Die ursprüngliche Idee bei der Gründung der Suchmaschine vor fast sechs Jahren war, auf weniger Werbung zu setzen. Die User sehen bei Duckduckgo zwar auch bezahlte Anzeigen, diese werden jedoch nur an die jeweils aktuelle Anfrage angepasst. Die Hauptrivalen speichern Suchen und zeigen anschliessend personalisierte Werbung, die zu den besuchten Websites passt. Google legt diese Praxis offen dar: «In unseren Protokollen speichern wir einen Datensatz der von uns eingeblendeten Anzeigen. Diese Serverprotokolle enthalten normalerweise Ihre Webanfrage, die IP-Adresse, den Browsertyp, die Browsersprache, das Datum und die Uhrzeit Ihrer Anfrage sowie ein oder mehrere Cookies, die unter Umständen Ihren Browser eindeutig identifizieren», heisst es in den Datenschutzerklärungen und Nutzungsbedingungen des Datenriesen.

Alle US-Firmen müssen vor NSA kuschen

Duckduckgo dagegen kommuniziert auf seiner Website: «Suchanfragen reflektieren einen Teil Ihres Privatlebens. Deswegen sammeln und teilen wir keine persönlichen Informationen unserer User.» Doch auch die betont datenschutzbewusste Suchmaschine unterliegt – wie alle amerikanischen Firmen – dem Patriot Act. Dies bedeutet, dass das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Pennsylvania im Falle einer richterlichen Genehmigung den Behörden wie FBI, NSA und CIA Zugriff auf die eigenen Server gewähren müsste.

Nach einer Beta-Phase ist Duckduckgo nun im frischen Design und mit neuen Funktionen verfügbar. Seit dieser Woche bietet das Programm eine lokale Suche, zeigt Bilder und Videos an und ergänzt Rechercheanfragen automatisch. Bei mehrdeutigen Begriffen, wie beispielsweise «Schloss», liefert die Suchmaschine in den Ergebnissen den zusätzlichen Eintrag «Bedeutungen». Dadurch soll die Anfrage klarer definiert werden. Diese Features kennt man von der Konkurrenz.

«Was reimt sich auf Orange?»

Für Kochfans wartet eine hilfreiche Neuerung: Wer nach Lebensmitteln sucht, findet in den Ergebnissen ganz oben eine Leiste mit passenden Rezepten. Einige der neuen Funktionen klappen allerdings erst mit englischen Suchbegriffen. Das gilt auch für die sogenannten «Smart Answers», die über eine Datenbank direkte Antworten auf eingegebene Fragen liefern. So kann zum Beispiel gefragt werden, was sich auf das Wort «Orange» reimt.

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