Aktualisiert 18.03.2020 09:02

Lange Trainingspause

Die Super League hält sich im «Homeoffice» fit

Lockdown gilt auch für die Super-League-Clubs. Die Profis machen «Homeoffice» und müssen sich privat fit halten.

von
E. Tedesco

Die Trainingspause im Schweizer Fussball bleibt aufgrund der Corona-Krise noch für einige Wochen aufrecht. Nachdem der Bundesrat am Montag die Situation in der Schweiz als «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiegesetz einstufte, wurden die letzten Teams am Dienstag informiert, dass der Trainingsbetrieb bis mindestens 19. April eingestellt werden muss. Ab sofort machen auch Fussball-Profis Homeoffice. Oder vielmehr Home-Gym?

Um das Fitness-Level zu halten, müssen die Spieler Hausaufgaben abarbeiten. «Jeder erhielt, wie sonst in den Ferien üblich, einen Trainingsplan mit klaren Vorgaben», sagt YB-Medienchef Albert Staudenmann. Alle Konditionstrainer der Super-League-Vereine haben Hausaufgaben fürs «Homegym» verteilt. Die Spieler müssen im privaten Umfeld Kraft- und Ausdauereinheiten absolvieren – entweder auf einem Hometrainer oder mit einem Lauf in der Natur .

«Die Fahrradergometer stellen wir zur Verfügung und bringen sie den Spielern - wenn sie keinen haben - nach Hause», heisst es beim FC Sion. «Punktuell haben unsere Spieler bei YB auch Geräte für spezielle Bedürfnisse mit nach Hause genommen», so Staudenmann. Für die Erfassung der Fitnessdaten gibt es via GPS, Laufuhren etc. unterschiedliche Möglichkeiten zur regelmässigen Kontrolle aus der Distanz für die Konditionstrainer. Für verletzte Spieler, die eine spezielle Betreuung benötigen sucht man mit der medizinischen Abteilung Lösungen. Zum Beispiel wird YB-Profi Sandro Lauper, der letzte Woche am Kreuzband operiert wurde, bei sich zu Hause von einem Physiotherapeuten individuell betreut.

Ferien beim Leader bis April

Die Spieler werden in der «trainigsfreien» Zeit eng begleitet – eine Betreuung hinsichtlich Informationen oder Hilfen im Alltag ist durch das Trainer- und Betreuerteam sichergestellt, heisst es beim FC Basel. «Insbesondere ausländische Spieler, die unserer Sprache noch nicht mächtig sind, werden solidarisch unterstützt. Die Mannschaft bekommt vom Trainerstaff einen auf jeden Spieler angepassten Trainings- und Ernährungsplan, damit die Fitness und die Kondition bestmöglich erhalten werden können.»

Beim Leader aus der Ostschweiz wurde der Betrieb komplett eingestellt. «Die Mannschaft und der Trainerstab haben bis zum 6. April Ferien. Selbstverständlich werden sich die Spieler individuell um ihren Formstand kümmern», teilt der FC St. Gallen mit. Die Vorgaben und Anweisungen der Behörden hätten höchste Priorität und werden von den Clubs solidarisch umgesetzt. Die Spieler erhielten, bevor sie ins Homeoffice entlassen wurden, auch Verhaltensinstruktionen.

Warten auf Planungssicherheit

«Bei YB müssen die Spieler in der Schweiz bleiben und dürfen nicht reisen», so Staudenmann, «Ausnahmen wie etwa bei familiären Notfällen müssen mit dem Club abgesprochen werden.» Gerade die Spieler der ersten Mannschaft seien sich ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst – selbstverständlich seien sie auch deshalb angehalten, vornehmlich zu Hause zu bleiben, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und dabei angemessene Distanz zu wahren, so die Anweisung des FCB für Frei, Stocker und Co.

«Der FC St. Gallen gibt die Hoffnung nicht auf, dass die in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht so erfolgreiche Saison doch noch fortgesetzt werden kann. Was immer auch kommt, wir werden bereit sein», schreibt der Club auf seiner Website. Die Geschäftsstellen werden geschlossen und Kurzarbeit beantragt. «Sobald wir Planungssicherheit seitens der Behörden und der Swiss Football League erhalten und wissen, wann der Fussballbetrieb wieder ordentlich fortgeführt wird, werden wir zeitgerecht sicherstellen, in allen Belangen bereit zu sein», sagt Thun-Präsident Markus Lüthi.

Die SFL hat entschieden, den Meisterschaftsbetrieb in der Super - und Challenge League bis zum 30. April auszusetzen.

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