Aktualisiert 10.06.2009 08:26

Betriebsamkeit in der WinterpauseDie Super League vor dem Transferfeuerwerk

Nach der kurzen Weihnachtspause steigen die Kicker der Super League-Vereine in den nächsten Tagen bereits wieder in die Hosen. Doch auch bei den Vereinsverantwortlichen herrscht rege Betriebsamkeit, denn die Transferperiode im Winter ist eröffnet. 20 Minuten Online macht den ersten Transfer-Check des Jahres.

Die Sylvesterraketen am Himmel sorgten in der Neujahrsnacht für manch ein «Ooh» und «Aah». Ähnlich ist dies in den kommenden Tagen und Wochen, wenn die zehn Vereine der Super League bei geöffnetem Transferfenster wieder versuchen werden, eine Transferrakete zu starten. Sorgen die neuen Spieler für ein Feuerwerk oder eher für eine Fehlzündung? 20 Minuten Online wirft am zweiten Tag des Jahres einen Blick hinter die Kulissen und beobachtet so manch eine Startvorbereitung.

FC Zürich

Beim Leader gibt es momentan viele Gerüchte über Zu- und Abgänge. Schwer für Sportchef Freddy Bickel, dort langfristig planen zu können. Aus Sochaux, einem ehemaligen Interessenten an Alphonse würde inzwischen kolportiert, dass der FCZ die Ablösesumme für den französischen Torjäger auf mindestens zwei Millionen Franken festgelegt hat. Gross ist hingegen das Interesse von Stade Rennes an Yassine Chikhaoui. Der verletzte Tunesier soll dort als Ersatz für den abwanderungswilligen Sylvain Wiltord ganz oben auf dem Scouting-Zettel stehen.

FC Basel

Der Meister hat mit der Vertragsverlängerung von Christian Gross nun klare Fakten geschaffen. Spieler wie Ergic oder Derdiyok, die mit Gross nicht gemeinsam in Urlaub fahren würden, wollen weg und suchen nun neue Vereine. Dem FCB erhalten bleibt hingegen Peter Knabel. Der Nachwuchschef der Bebbi erhielt vom DFB eine Absage via Combox, weil sich die Deutschen für einen anderen Kandidaten als Trainer der U21-Nati entschieden haben. In Sachen Neuzuzüge wird in Basel vor allem sehr stark um Alvaro Dominguez vom FC Sion gebuhlt. Doch die Verhandlungen mit Constantin sind schwierig, denn der Monarch möchte seine kolumbianische Zaubermaus nicht abgeben.

BSC Young Boys

Bei den Bernern werden nach der grossen Aufholjagd grosse Namen gehandelt. Abgänge drohen vor allem bei den «jungen Wilden» im defensiven Mittelfeld. UEFA-Cup-Gegner Lens ist noch immer beeindruckt von dem Youngster-Duo Xavier Hochstrasser und Thierry Doubai. Vor allem der zurzeit verletzte Ivorer ist ein ungeschliffener Diamant mit viel Karat. Bei den Nordfranzosen hat der Transfer des 20-Jährigen eine hohe Priorität. Im Fall Carlos Varela, der in seine Heimat Genf zurückkehren könnte, gab es zuletzt zwar Gespräche, doch keine der beiden Seiten wollte sich gegenüber 20 Minuten Online äussern. Definitiv ist bislang lediglich der Abgang von Offensivspieler Dussin zum Partnerteam Biel. Bei den Neuzugängen ist Trainer Petkovic bescheiden und wünscht sich lediglich den Zuzug von Aaraus Cristian Ianu. Hängt dieser Zugang mit einer Freigabe für Carlos Varela zusammen?

Grasshoppers

Relativ ruhig ist es bei den finanziell klammen Grasshoppers. Vom Partner FC Wohlen holten die Kicker aus Niederhasli Offensivspieler Alain Schultz. Vor allem soll aber noch ein Stürmer her, doch es muss ein Schnäppchen sein. Wird GC in Israel fündig? Ein wahrscheinlicher Abgang ist hingegen Yassine Mikari, der zum FC Sochaux wechseln möchte und sich dort deutlich verbessern könnte. Ein Abgang mit Vorteilen auch für die Hoppers, denn einerseits gäbe dieser zusätzlichen finanziellen Spielraum und würde andererseits die Entwicklung von Talent Fabio Daprelà fördern.

FC Aarau

Gross war der Wirbel um einen möglichen Wechsel von Sandro Burki zu Celtic Glasgow, doch momentan steht einzig der Wegzug von Sorgenkind Cristian Ianu zur Diskussion, der auf keinen Fall mehr im Brügglifeld bleiben möchte. Nicht verlängert wird der soeben ausgelaufene Vertrag mit Carlos Alberto de Almeida.

Neuchâtel Xamax

Nach dem grossen Transferchaos im Sommer wird nun ausgemistet. Gleich eine Handvoll Spieler sollen gegen, darunter auch Stürmer Joao Paulo, dessen Vertrag aufgelöst wurde. Geht er zum FC Sion? Eine durchaus logische Variante, denn Bastien Geiger ging nach seiner Vertragsauflösung im Wallis den umgekehrten Weg und steht als Zugang fest. Zwei weitere grosse Kaliber zappeln bereits an der Angel von Sportchef Geiger: WM- Teilnehmer Chérif Touré (20 Minuten Online berichtete) wird noch diese Woche zu medizinischen Test in Neuenburg erwartet und mit dem defensivem Mittelfeldspieler Rachid Bouguerra sind die Verhandlungen auch schon vorangeschritten. Der 1,95m grosse Hüne wurde bei Paris St.Germain ausgebildet, schaffte den endgültigen Durchbruch in der Ligue 1 jedoch nicht. Eine Absage ganz anderer Art erteilte Xamax sich selbst. Aufgrund organisatorischer Probleme annulierte die Clausen-Truppe ihr Traininslager in Saudi-Arabien und bleibt nun in der Schweiz.

FC Sion

Nachdem die Trainerfrage mit der Doppelspitze Barberis/Zermatten gelöst ist, bleibt dem FC Sion für die Rückrunde nur noch ein freier Platz auf der Kontingentliste. Dieser soll mit einem Stürmer besetzt werden. Zudem suchen die Walliser einen jungen Torhüter und möchten David Marquez von Servette ausleihen. Abgänge gab es bereits mit Geiger (Xamax), Beto (Vertrag aufgehoben) und Vailati (Metz). Doch weitere Abgänge werden folgen: Trennen möchte man sich von Stürmer Saborio und Abwehrspieler Nwaneri, doch auch der ungewollte Abgang von Super-League-Star Olivier Monterrubio droht. Inzwischen steht Racing Strasbourg in konkreten Gesprächen und diskutiert momentan über eine Ausleihe bis zum Sommer mit anschliessender Kaufoption. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Desweiteren hat auch Jamal Alioui ein überraschend hohes Angebot aus Griechenland erhalten.

FC Vaduz

«Ein namhafter Star soll es sein, mindestens einer. Dabei habe ich eine Liste von über 100 Namen», verkündete Trainer-Sportchef Pierre Littbarski. Doch aus dem Fürstentum gibt es momentan lediglich eine lukrative Anfrage für Stürmer Gaspar. Die AC Perugia ist nach dem skandalösen Zwangsabstieg inzwischen wieder in der Serie C aufgestiegen und hat eine neue Geldquelle erschlossen. Jetzt soll der Torschützenkönig der letzten Challenge-League-Saison in die malerische italienische Kleinstadt kommen.

AC Bellinzona

Für den Barrage-Aufsteiger sind keine grossen Sprünge möglich. Das Team mit dem kleinsten Budget könnte lediglich über eine Partnerschaft mit italienischen Grossklubs noch einmal zum Handkuss kommen. Wie so etwas funktionieren kann, zeigt das Beispiel von Vincenzo Rennella, der Lugano zum Aufstiegsanwärter in die Super League macht.

FC Luzern

In Luzern gibt es an verschiedenen Positionen Handlungsbedarf. Oberste Priorität bei den finanziell taumelnden Luzernern besitzt die Kaderreduktion. Neben Frantz Bertin, dessen Vertrag nicht mehr weiterläuft, sollen weitere vier bis fünf Spieler abgegeben werden. Unter Fringer ist vor allem Stürmer Paiva aufgeblüht. Unabhängig vom Interesse des FC Sion am kleinen Portugiesen soll ein weiterer Stürmer auf die Allmend gelockt werden.

(gwl)

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