25.01.2018 04:57

Berner Grossratswahlen

Die Swiss Rebel Force greift nach der Macht

Für die diesjährigen Grossratswahlen im Kanton Bern kandidieren diverse Kleinstparteien. Darunter auch kuriose wie die Swiss Rebel Force oder Die liebe, sehr sehr liebe Partei.

von
aha
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Stefan Theiler geht mit der Swiss Rebel Force (SRF) an den Start.

Stefan Theiler geht mit der Swiss Rebel Force (SRF) an den Start.

zvg
Claudia Kaiser ist Gründungsmitglied der Die liebe, sehr sehr lieben Partei. Zur Wahl stellt sich allerdings ihr Kollege Christoph Gosteli.

Claudia Kaiser ist Gründungsmitglied der Die liebe, sehr sehr lieben Partei. Zur Wahl stellt sich allerdings ihr Kollege Christoph Gosteli.

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Vor wenigen Tagen ist die Meldefrist für die Grossratswahl-Kandidaten abgelaufen. Neben den grossen Parteien wie FDP, SP, SVP und CVP kämpfen auch diverse Kleinstparteien um die Wählerstimmen. So kandidiert Christoph Gosteli in Bern alleine auf einer eigenen Liste als Die liebe, sehr sehr liebe Partei, kurz DLSSLP.

Mit Humor politisieren

«Mit dem Namen der Partei möchten wir uns bewusst von den anderen Parteien unterscheiden», sagt Gründungsmitglied Claudia Kaiser gegenüber 20 Minuten. Die Partei sei bereits Ende 2016 gegründet worden, «weil wir uns des Öfteren nicht mit den politisierenden Menschen und deren Ideen identifizieren konnten.» Nun freuen sich Kaiser und Gosteli, dass die Partei zu den Grossratswahlen antritt. «Unser Parteiprogramm soll ein Anstoss zur humorvollen, selbstreflektierten und selbstkritischen Politik geben,» fasst Kaiser das Credo der Partei zusammen.

Im Emmental kann man dafür Athos, Porthos und Aramis wählen, wenn man den Musketieren seine Stimme gibt. Die Partei war für 20 Minuten am Mittwoch nicht erreichbar – deshalb ist unklar, ob die drei ursprünglichen Musketiere aus dem Roman von Alexandre Dumas auch Teil der Partei sind.

Neuer Anlauf von Stefan Theiler

Der stadtbekannte Berner Stefan Theiler alias Dr. Strangelove strebt dagegen mit der Swiss Rebel Force nach der Macht. Dabei haben er und seine Mitstreiter, die vorwiegend aus der Musikbranche stammen, nichts mit «Star Wars» am Hut. «Den Namen habe ich von einem T-Shirt», erklärt Theiler. Es laufe vieles falsch in der Politik und er wolle wieder Ehrlichkeit und gesunden Menschenverstand reinbringen. Und: «Ich schätze meine Chancen als gut ein», gibt sich Theiler selbstbewusst.

Zusätzlich kandidiert Theiler auch für einen Sitz im Regierungsrat. Bereits 2016 war er für das Stadtpräsidium und den Berner Gemeinderat angetreten.

13,2 Kandidaten pro Sitz

In diesem Jahr kandidieren insgesamt 2111 Personen für einen der insgesamt 160 Sitze im Grossen Rat – das macht 13,2 Bewerber pro Sitz. Davon sind 729 Frauen, also etwas mehr als ein Drittel. Vor vier Jahren kandidierten «nur» 1908 Frauen und Männer. 137 der bisherigen Grossräte stellen sich zur Wiederwahl.

Ob der neue Grossrat wie der bisherige bürgerlich dominiert sein wird, wird sich am 25. März zeigen.

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