YB-Pleite gegen Villarreal – Hat sich YB-Trainer David Wagner mit seiner Aufstellung verzockt?
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YB-Pleite gegen VillarrealHat sich YB-Trainer David Wagner mit seiner Aufstellung verzockt?

YB spielte gegen Villarreal erstmals in dieser Saison mit einer Fünferkette. Weder Trainer David Wagner noch seine Spieler sehen darin aber den Hauptgrund für die 1:4-Niederlage.

von
Florian Gnägi

Es reichte nur zum Anschlusstreffer – Elia brachte das Wankdorf zum Beben.

SRF

Darum gehts

  • YB verliert gegen Villarreal trotz starker Leistung mit 1:4.

  • Vor der Partie verblüffte YB-Trainer Wagner mit einer Fünferkette in der Startformation.

  • Der Deutsch-Amerikaner sieht darin aber nicht den Grund für die Niederlage.

  • Auch seine Spieler verorten die Gründe anderswo und bemängeln die fehlende Effizienz.

31’120 Zuschauerinnen und Zuschauer im ausverkauften Wankdorf blickten voller Vorfreude auf den zweiten Auftritt von YB vor heimischer Kulisse gegen Villarreal entgegen und mussten dann ansehen, wie ihre Lieblinge sich trotz einer über weite Strecken starke Leistung nicht mit Punkten belohnen konnten und letztlich resultatmässig klar mit 1:4 verloren.

YB-Trainer David Wagner äusserte sich nach der Partie ernüchtert über den Spiel-Ausgang, aber keineswegs unzufrieden mit der Leistung seines Teams: «Natürlich sind wir enttäuscht über das Resultat. Meine Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht. In den ersten 15, 20 Minuten hatten wir ein paar individuelle Fehler drin und waren etwas geschockt. Da wurden wir wieder daran erinnert, dass wir Champions League spielen. Wenn beim Gegner der Torwart zum Mann des Spiels gekürt wird, sagt das schon einiges aus. Nichtsdestotrotz waren wir in der Chancenverwertung nicht gut.»

Wagners waghalsiges Experiment mit der Fünferkette

Für viel Gesprächsstoff sorgte es, dass YB unter Wagner erstmals mit einer Fünferkette auflief. Hat sich der Deutsch-Amerikaner damit etwa verzockt? Nein, sagt Wagner: «Wir haben mit dieser Formation heute gut gespielt und so viele Möglichkeiten erspielt. Deswegen hat sich diese Überlegung bezüglich des Systems für mich gerechtfertigt. Dass wir verloren haben, war nicht deswegen.»

Der YB-Trainer meinte, man habe das spielstarke Zentrum von Villarreal mit dieser taktischen Formation in Gleichzahl halten wollen. «Mit den hochstehenden Aussenverteidigern wollten wir dazu ihre Flügel in Schach halten und mit den beiden Stürmern vorne wollten wir Tiefe in unserem Spiel haben.»

«Die Systemumstellung darf keine Ausrede sein»

Michel Aebischer gab gegenüber Blue zu, dass die Systemumstellung nicht ganz einfach war: «Wir mussten uns zuerst mal finden. Auf diesem Niveau kann man sich aber keine Zeit nehmen.» Trotzdem will der Nati-Spieler die Systemumstellung des Trainers nicht für die missglückte Anfangsphase verantwortlich machen. «Es kam alles zusammen, die Systemumstellung darf keine Ausrede sein.» Sandro Lauper meinte, man habe es mit der Fünferkette im eigenen Ballbesitz eigentlich ganz gut gemacht. «Wir haben dieses System auch schon früher im Training angeschaut. Es war also eigentlich nichts Neues. In der letzten CL-Kampagne 2018 hatten wir auch schon ab und zu mit einer Fünferkette gespielt.»

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Kein guter Abend für YB: Die Berner verlieren gegen Villarreal mit 1:4.

Kein guter Abend für YB: Die Berner verlieren gegen Villarreal mit 1:4.

Urs Lindt/freshfocus
YB-Trainer David Wagner experimentierte dabei mit einer neuen taktischen Formation.

YB-Trainer David Wagner experimentierte dabei mit einer neuen taktischen Formation.

Getty Images
Sandro Lauper sieht darin aber nicht den Grund für die Niederlage…

Sandro Lauper sieht darin aber nicht den Grund für die Niederlage…

Claudio De Capitani/freshfocus

Christian Fassnacht betonte im Interview gegenüber SRF, dass er nicht glaube, dass YB nicht parat gewesen wäre, sagt aber: «Wir gingen falsch ins Spiel, zu passiv. Wir müssen uns zuhause nicht verstecken. Als wir unser Spiel aufgezogen haben, war es ein anderes Spiel.»

Ob YB sein Spiel im kommenden Champions-League-Auftritt von Beginn weg auf den Rasen bringen kann, bleibt aus Schweizer Sicht zu hoffen. Für die Berner gehts in zwei Wochen nach Spanien zum Rückspiel gegen Villarreal. Ob sie dann wieder mit einer Fünfer-Abwehr auftreten werden, bleibt abzuwarten.

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