Rockförderverein Basel: Die Szene spendet sich einen zweiten Bandbus

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Rockförderverein BaselDie Szene spendet sich einen zweiten Bandbus

Kurz vor Ablauf der Crowdfundingkampagne für einen zweiten Bandbus des Rockfördervereins sind die nötigen 20'000 Franken beisammen: Bald kan der Bus losrollen

von
lha

Gut 30 Stunden vor Ablauf der Kampagne war der zweite Bandbus für die Basler Szene im Trockenen. Das Ziel, 20'000 Franken über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit zu sammeln, ist erreicht. Die Kampagne läuft noch bis Freitagvormittag.

«Wir sind happy», sagt RFV-Geschäftsführer Tobit Schäfer. Zu seinem 20. Geburtstag, den der Rockförderverein dieses Jahr feiert, wollte das Basler Netzwerk sich und vor allem den Basler Bands ein Geschenk machen. Und ein zweiter Bandbus ist nötiger denn je: Eine neue Generation aufstrebender, ehrgeiziger und talentierter Bands aus der Region ist zunehmend auch im Ausland on the road.

2000 Franken dank Baschi Dürr

Vor zwei Wochen war die RFV-Geschäftstelle noch am Zittern. Es fehlten noch rund 8000 Franken und die Gönnerzusagen wurden immer spärlicher. Am Mittwoch vor einer Woche wurde dann der Basler Pop-Preis verliehen. «Das gab noch mal einen gewaltigen Schub. Am Abend der Verleihung wurden Commitments von über 5000 Franken gemacht», so Schäfer. So hat dort auch Justizdirektor Baschi Dürr spontan 2000 Franken aus dem Swisslos-Fonds versprochen. «Wir müssen aber noch ein offizielles Gesuch einreichen», sagt er.

Nächstes Jahr rollt der Bus

Insgesamt unterstützen 76 Personen, vornehmlich aus Basel, die Crowdfunding-Kampagne des RFV. Ein Blick auf die Liste der Unterstützer zeigt: Zahlreiche Szenevertreter wie Kulturfloss-Kapitän Tino Krattiger, Sänger Roli Frei oder die Alternativrocker von Navel haben ihre Geldbörsen und Bandkassen für den zweiten Bus geöffnet. Noch ist aber nicht klar, wer sich welche Belohnung gesichert hat. Schon in der ersten Woche wurde die Buspatenschaft für 4000 Franken gekauft. Wer seinen Namen auf das Fahrzeug schreiben kann, ist aber noch geheim. «Auch wir wissen es erst am Freitag», sagt Schäfer.

Jetzt wo der Bus finanziert ist – der RFV investiert selbst noch 10'000 Franken – beginnt die Suche nach dem geeigneten Fahrzeug. «Anfang nächstes Jahr ist er on the road», verspricht er.

Das Geld landet auf der Strasse

Wie nötig der zweite Bus ist, den Bands zu vorteilhaften Konditionen für ihre Gastspiele anderswo mieten können, belegen Zahlen, die der RFV zusammengetragen hat. Anonymisierte Tournee-Budgets zeigen, dass der fahrbare Untersatz im Schnitt über 300 Franken am Tag verschlingt, Benzin, Gebühren und Versicherung inklusive. Der Bus wird oftmals zum grössten Spesenposten einer Tour. Und er kostet auch dann Geld, wenn die Band einen Ruhetag einlegt und keine Gage verdient.

Der erste Bandbus, den der RFV seit 2011 vermietet, hat bereits 80'000 Kilometer abgespult - fast zweimal um die Welt. «Er ist ein wenig abgerockt», sagt Schäfer. Nichtsdestotrotz soll er noch ein paar Jahre halten. «Schliesslich soll der zweite Bus kein Ersatzfahrzeug, sondern explizit ein zweiter Bandbus sein.»

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