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Viel Geld, wenig wertDie Tausendernote im Praxistest

Immer mehr Tausendernoten sind im Umlauf. Doch kann man mit der grössten Note am Kiosk, in der Apotheke oder im Bioladen bezahlen? 20 Minuten hats versucht.

von
R. Moresi/M. Gilliand

«Ein Päckchen Zigaretten, bitte. Und übrigens, ich habe nur eine Tausendernote.» Verena Schmid, Kioskverkäuferin am Stauffacher in Zürich, zieht nicht mal die Augenbrauen hoch, als der Mega-Schein vor ihr auf dem Tresen liegt. Trotzdem wehrt sie bestimmt ab: «Tut mir leid, den darf ich nicht annehmen.»

Auch im Bioladen, in der Apotheke, in einer Bäckerei sowie in einem Restaurant blitzen die 20-Minuten-Reporter ab: Früchte, ein Aspirin, ein Körnli-Brot oder einen Teller Spaghetti mit einem Tausender bezahlen? Keine Chance. Entweder fehlt das Wechselgeld oder die Angestellten haben Angst, dass es sich um Falschgeld handelt.

«Tausender bleibt»

Obwohl sich Alltägliches kaum damit zahlen lässt, horten Schweizer grosse Scheine: 36,4 Millionen Tausender waren vergangenen Mai im Umlauf, ein Viertel mehr als vor zwei Jahren, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Damit macht der Wert der 1000er-Scheine über 60 Prozent des gesamten Notenumlaufs aus.

Die Linke möchte die Note abschaffen – weil sie illegale Praktiken wie Steuerbetrug und Geldwäscherei fördere. Die Nationalbank will davon nichts wissen. Auch die nächste Serie werde wieder einen 1000-Franken-Schein beinhalten, so Sprecher Walter Meier.

Im Viehhandel beliebt

Alltagstauglich werden die grossen Noten auch künftig nicht. Sowohl Migros wie auch Coop bestätigen, dass die Tausender grundsätzlich zwar akzeptiert würden, ihre Kunden jedoch nur sehr selten damit zahlen würden. Selbst Autohändler kriegen kaum mehr Tausender in die Finger. «Das läuft alles per Überweisung», heisst es beim Auto Center Wetzikon.

Einzig einige Viehhändler hängen noch an den grossen Noten. «Besonders bei den älteren wird traditionsgemäss bar bezahlt», sagt Peter Bosshard vom Schweizerischen Viehhändler-Verband.

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