Flugzeug gestürmt: Die Terrorübung am Flughafen Zürich im Video
Aktualisiert

Flugzeug gestürmtDie Terrorübung am Flughafen Zürich im Video

Dramatische Szenen am Flughafen in Kloten: Die Kantonspolizei übt den Einsatz bei einer Flugzeugentführung. Im gespielten Notfall gab es schon drei Tote.

von
ann/som

Auf dem Flug von Istanbul nach Zürich haben Entführer eine Swiss-Maschine in ihre Gewalt gebracht: Das ist die Anlage der Notfallübung «Libero 13» am Flughafen in Zürich, die alle zwei Jahre durchgeführt werden muss.

Zusammen mit der Sondereinheit Diamant der Kantonspolizei Zürich übt der Flughafen in Kloten den Einsatz bei einer Flugzeugentführung. Der Fall ist dramatisch. Ein Vater, dem das Sorgerecht für sein Kind abgesprochen wurde, will dieses nun mit Gewalt zu sich holen.

Übung der Feuerwehr des Flughafens Zürich

Im Übungsspiel fordert der Entführer, dass der Sohn zum Flugzeug gebracht und dieses wieder voll aufgetankt wird. Er droht, vor nichts zurückzuschrecken und auch Geiseln umzubringen. Die Sondereinheit Diamant verhandelt mit den Entführern, auf dem Flughafengelände ist jedoch kein Polizist zu sehen.

Drei Tote zu beklagen

Dann geht plötzlich alles ganz schnell: Zuerst werden einige Geiseln unvermittelt freigelassen. Darunter auch ein medizinischer Notfall: Ein Patient im Insulinschock. Er stirbt noch vor Ort. Doch er ist nicht der einzige Tote. Kurz darauf werfen die Entführer eine Leiche aus dem Flugzeug. Ein erster männlicher Passagier wurde umgebracht, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Kurz darauf wird ein zweiter und ein dritter erschossen.

Nun fackeln die Kantonspolizisten nicht mehr lange. Ein Transportfahrzeug des Flughafens fährt vor, Polizisten mit Sturmhaube steigen aus und stürmen das Flugzeug. Sie schaffen es, den Entführer festzunehmen und die restlichen Passagiere zu befreien.

Szenario könnte Realität werden

Ueli Zoelly, Chef der Flughafenpolizei zieht ein erstes positives Fazit aus der Übung: «Die Abläufe haben gut geklappt und es ist keine Hektik aufgekommen.» Rund 400 Personen hätten daran teilgenommen, den Flughafen Zürich kostet dies mehrere 100'000 Franken. Dass das geprobte Szenario Realität werden könnte, ist laut Zoelly gar nicht so unrealistisch: «Flugzeugentführungen gibt es fast jedes Jahr irgendwo auf der Welt.»

Deine Meinung