Aktualisiert 14.07.2009 12:27

Auf den Geschmack gekommenDie Tessiner entdecken die Gurte

Das Tessin und das Gurtentragen - eine leidige Geschichte: Jahrelang hinkte die Gurtentragquote der Südschweizer weit hinter derjenigen der restlichen Schweiz hinterher. Doch im letzten Jahr bogen die Tessiner auf die Überholspur ein und überholten die Romands.

Die nationale Kampagne zum Gurtentragen scheint im Tessin Wirkung zu zeigen. Laut der diesjährigen repräsentativen Erhebung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ist eine markante Zunahme der Gurtenträger im Tessin festzustellen, wie die bfu am Dienstag bekannt gab.

Schweizweit schnallen sich 87 Prozent der Lenker und 88 Prozent der Beifahrer an. Dies sind je ein Prozent weniger als im Vorjahr, wie die bfu-Statistik zeigt. Auffallend seien dabei die gestiegenen Tragquoten der Lenker und Beifahrer im Tessin, hiess es. Bei den Tessiner Lenkern stieg die Tragquote im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf heute 83 Prozent; bei den Beifahrern um fünf Prozent auf 84 Prozent. Somit befinde sich der Südkanton erstmals auf dem Niveau der Romandie. Dort seien 2009 wie im Vorjahr 82 Prozent der Lenker und 84 Prozent der Beifahrer, zwei Prozent weniger als 2008, angeschnallt.

Auch in der Deutschschweiz sank die Quote

Wie in der Romandie sanken die Tragquoten in der Deutschschweiz verglichen mit dem Vorjahr insgesamt leicht: Hatten 2008 noch 90 Prozent der Deutschschweizer Lenker und Beifahrer Sicherheitsgurte getragen, liegt die Quote 2009 nur noch bei 89 Prozent. Immerhin zeige sich bei den Rücksitzpassagieren schweizweit eine Steigerung von 65 auf 68 Prozent, schreibt die bfu. Bedenke man allerdings, dass auch auf den Rücksitzen ein Gurtenobligatorium gelte, sei eine Quote von 68 Prozent noch immer unbefriedigend tief.

Die Steigerung der Tragquote in der lateinischen Schweiz und auf den Rücksitzen waren zwei Ziele der Kampagne «Ein Band fürs Leben», die 2005 von der bfu, dem Verkehrsclub TCS und dem Verkehrssicherheitsrat lanciert wurde. Die von Polizeikontrollen begleitete Kampagne läuft dieses Jahr aus. Vor ihrem Start nutzten laut bfu-Mitteilung erst 82 Prozent der Schweizer Lenker und 53 Prozent der Rücksitzpassagiere den Sicherheitsgurt. Würden sich alle Fahrzeuginsassen stets anschnallen, könnten in der Schweiz jährlich rund 40 Menschenleben gerettet und 150 schwere Verletzungen vermieden werden, wie die bfu schreibt. (dapd)

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