MH370: Die teuerste Suche aller Zeiten
Aktualisiert

MH370Die teuerste Suche aller Zeiten

Die Suche nach dem verschollenen Flugzeug kostet jeden Tag eine Million Dollar. Die hohen Kosten könnten die beteiligten Länder bald zu einer schwierigen Entscheidung zwingen.

von
dia

Vor über einem Monat verschwand der Flug MH370 der Malaysia Airlines spurlos. Seit Montag dürfte die Batterie der Blackbox leer sein. Und die Behörden haben immer noch keine Ahnung, was an Bord des Flugzeugs passierte. Nur eines ist sicher: Die Suche kostet so viel wie noch bei keinem anderen Flugzeugunglück.

Der amerikanische Aviatik-Experte John Nance sagte gegenüber dem Sender ABC News: «Das wird mehrere hundert Millionen Dollar kosten. Vor allem, wenn man Wrackteile vom Meeresgrund bergen muss.» Zum Vergleich: Die bisher teuerste Suche nach der Air-France-Maschine, die 2009 in den Atlantischen Ozean gestürzt war, kostete 160 Millionen Dollar. Das Unglück der Swissair 111 vor Halifax 1998 verursachte Suchkosten von rund 39 Millionen Dollar.

Eine Million pro Tag

Die sieben Nationen, die den grössten Teil der Suche übernehmen, haben zurzeit 18 Schiffe, 19 Militärflugzeuge und ein U-Boot im Einsatz. Insgesamt suchen zwölf Länder nach dem verschollenen Flugzeug. Der Einsatz koste jeden Tag eine Million US-Dollar, schätzt die New York Times. Allein der Einsatz des australischen Suchschiffs «HMAS Success» koste rund 500'000 Dollar.

Von den beteiligten Staaten haben allerdings erst die Amerikaner und die Südkoreaner ihre effektiven Kosten veröffentlicht. So gaben die USA bislang 3,3 Millionen Dollar aus, Südkorea 563'000 Dollar.

Aber auch wenn die Trümmer bald gefunden würden, beginnt mit der Bergung ein weiteres teures Kapitel. Beispiele aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass der grosse Teil der Kosten erst nach dem Auffinden der Unglücksmaschine auf die suchenden Länder zukommt.

Ziehen die Nationen irgendwann den Stecker?

Sollte die Suche allerdings weiter ohne Erfolg bleiben, könnten die an der Suche beteiligten Nationen bald vor einer schweren Entscheidung stehen. «Jedes Land muss sich fragen: Wie sind die Erfolgsaussichten und wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis?», sagt Ramon Navaratnam, Vorsitzender des Public Policy Study Centers in Kuala Lumpur, gegenüber der «New York Times».

«Es ist ein sehr schwerer Entscheid, aber wenn es keine Erfolgsaussichten gibt, dann gibt es keine. Da muss man realistisch sein», so Navaratnam. «Es ist, wie wenn man sich bei einem Menschen, der lange Zeit im Koma gelegen hat, entscheiden muss, ob man den Stecker ziehen will oder nicht.»

Optimistischer ist da Allan Diehl, der früher ebenfalls bei Flugzeugunglücken an der Suche beteiligt war. «Egal wie hoch die Kosten werden, die Suchtrupps werden sich die Zeit nehmen, die sie brauchen, um das Wrack und die Leichen zu bergen», sagt Diehl gegenüber ABC News.

Deine Meinung