27.07.2015 21:52

DetroitDie Teufelsanbeter haben ihr Satansdenkmal

Eine New Yorker Satanistengruppe enthüllt in Detroit eine Teufelsstatue und bringt Christen in Rage. Dabei verfolgt das Denkmal ein ganz anderes Ziel.

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Am 26. Juli 2015 wurde in der Stadt Detroit die umstrittene Satansskulptur enthüllt.

Am 26. Juli 2015 wurde in der Stadt Detroit die umstrittene Satansskulptur enthüllt.

Twitter
Hunderte Satanisten kamen nach Detroit zur Enthüllung.

Hunderte Satanisten kamen nach Detroit zur Enthüllung.

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Die Organisation Satanic Temple bezeichnet die Statue als «Hommage an Satan».

Die Organisation Satanic Temple bezeichnet die Statue als «Hommage an Satan».

the Satanic Temple

Die Organisation Satanic Temple hat in der Nacht auf Sonntag eine fast drei Meter grosse Skulptur des Satans in Detroit im US-Staat Michigan enthüllt. Die 900 Kilo schwere Bronze-Skulptur mit Widderkopf, Hörnern, langem Bart und Flügeln sitzt auf einem Thron, flankiert von zwei selig lächelnden Kindern.

Aufgrund geplanter Demonstrationen von Christengruppierungen gab die Organisation ihren Anhängern Ort und Zeitpunkt der Enthüllung erst im letzten Moment per E-Mail bekannt. Schliesslich wurde die Statue bei einem Industriegebäude Detroits platziert. Während die Teufelsanbeter die Baphomet-Skulptur mit «Heil Satan» begrüssten und Fotos via Twitter verbreiteten, beteten am Eingang rund 50 Christen für die Stadt. «Der Satan hat in unserer und in keiner anderen Stadt Platz», sagte ein Demonstrant gegenüber dem Portal «RT».

Christen bestehen auf ihrer Zehn-Gebote-Tafel

Hinter der Teufelsstatue steckt ein langjähriger Kampf um Religionsfreiheit in den USA: Die Satanistengruppe aus New York hatte lange versucht, das Denkmal in Oklahoma zu platzieren – direkt neben einer christlichen Installation. 2012 hatten Oklahomas Abgeordnete vor dem Eingang des Parlaments ein Denkmal mit den Zehn Geboten errichten lassen. Daraufhin verwies der Satanic Temple auf die amerikanische Verfassung, die es verbietet, dass der Staat eine Religion bevorzugt.

Der Oberste Gerichtshof in Oklahoma entschied Anfang Juli, dass die Platzierung religiöser Denkmäler auf Staatseigentum tatsächlich gegen die Landesverfassung verstösst. Das heisst, dass die Zehn-Gebote-Tafel entfernt werden muss, aber auch, dass die Satanisten ihre Teufelsfigur nicht danebenstellen konnten.

Wie ORF.at schreibt, drohte die Bundesregierung den Richtern gar mit der Amtsenthebung und plädierte für die Änderung der Verfassung. Der Staat will nun gegen das Urteil Berufung einlegen. Mary Fallin, die republikanische Gouverneurin von Oklahoma, will das christliche Denkmal bis zu einer rechtsgültigen Entscheidung stehen lassen.

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