Angezähltes Wrack - Die Titanic verschwindet zum zweiten Mal – nun endgültig
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Angezähltes WrackDie Titanic verschwindet zum zweiten Mal – nun endgültig

Vor mehr als einem Jahrhundert sank die als unsinkbar geltende Titanic. Nun droht sie zum zweiten Mal zu verschwinden. Eine US-Firma will den Prozess dokumentieren.

Dieses Video aus dem Jahr 2019 zeigt, wie verfallen der einstige Luxusliner mittlerweile ist.

20min

Darum gehts

  • Die Tage des Titanic-Wracks sind gezählt.

  • Laut Forschenden dürfte in rund 30 Jahren nichts mehr von dem Ozeanriesen zu sehen sein.

  • Noch diesen Monat starten Forschende und Abenteuerlustige zu den Überresten.

  • Sie wollen das Verschwinden dokumentieren.

Seit fast 110 Jahren liegt das Wrack der Titanic nun schon auf dem Grund des Ozeans vor Neufundland – noch, wie die Wissenschaftlerin Henrietta Mann sagt. Sie hat das Wrack des in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 gesunkenen Ozeanriesen jahrelang studiert. Die Forscherin geht davon aus, dass es in rund 30 Jahren ganz verschwunden sein könnte.

Im Jahr 2010 entdeckten Forschende um Mann in den Überresten des legendären Passagierschiffs, das von Herstellern und Betreibern als «unsinkbar» beschrieben wurde, eine Bakterienart: Halomonas titanicae ernährt sich vom Eisen des Schiffes und sorgt dafür, dass es immer weiter zerfällt. Zapfen aus Rost entstehen auf den eisenhaltigen Teilen des Schiffes und bauen es langsam ab.

«Schicht um Schicht wird der Schaden grösser»

«Wenn eine Ebene am oberen Teil des Wracks zerfällt, fällt die Schicht auf die nächste darunter», erklärte Mann damals in einem Time-Interview. «Das wirkt sich auf die Ebenen darunter aus. Schicht um Schicht wird der Schaden grösser.» Tiefseeströmungen und das Meersalz tragen ihr Übriges dazu bei. «Das Wrack hat über 100 Jahre in starken Strömungen und Meerwasser dort unten gelegen, es geht also nicht darum, ob, sondern wann das Meer es vollständig verschlingen wird», sagte Tiefseeforscher Victor Vescovo, der gemeinsam mit Mann die Bakterien entdeckt hat, gegenüber dem Magazin.

«Es geht nicht darum, ob, sondern wann das Meer es vollständig verschlingen wird.»

Tiefseeforscher Victor Vescovo

Einen eindeutigen Hinweis auf das endgültige Ende der Titanic geben auch Teile des Schiffes, die sich seit der ersten Entdeckung im Jahr 1985 bereits aufgelöst haben. So ist beispielsweise das Krähennest, in dem der Eisberg 1912 zum ersten Mal gesichtet wurde, mittlerweile verschwunden. Das sogenannte Poopdeck, auf dem sich die Passagiere beim Untergang des Schiffes gedrängt hätten, faltete sich in sich zusammen. Und auch die Badewanne von Kapitän Edward Smith, die nach dem Absturz der Aussenwand der Kapitänskabine plötzlich sichtbar geworden war, ist verschwunden.

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Die Titanic – offiziell RMS Titanic – war ein Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung war sie das grösste Schiff der Welt. 

Die Titanic – offiziell RMS Titanic – war ein Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line. Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung war sie das grösste Schiff der Welt.

Wikimedia Commons/PD
Sie galt als unsinkbar. (Im Bild: die Titanic im Hafen von Southampton am 10. April 1912)

Sie galt als unsinkbar. (Im Bild: die Titanic im Hafen von Southampton am 10. April 1912)

Wikimedia Commons/PD
Doch dann kollidierte sie am 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland seitlich mit einem Eisberg und sank zwei Stunden und 40 Minuten später. (Im Bild: der Eisberg, mit dem die Titanic mutmasslich kollidierte. An ihm wurden Spuren von roter Farbe entdeckt)

Doch dann kollidierte sie am 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neufundland seitlich mit einem Eisberg und sank zwei Stunden und 40 Minuten später. (Im Bild: der Eisberg, mit dem die Titanic mutmasslich kollidierte. An ihm wurden Spuren von roter Farbe entdeckt)

Wikimedia Commons/PD

Für 150’000 Dollar noch einmal zum Wrack

Nun wollen Forschende der OceanGate Expeditions den Zerfall der Titanic mit Fotos, Videos und Laserscans festhalten. Bereits im Juli 2021 soll die erste Expedition der Archäologen und Meeresbiologen starten. Mit dabei sein werden neben den Fachleuten auch rund 40 Abenteuerlustige, die mit ihrer Teilnahme das Vorhaben finanzieren. Bis zu 150’000 Dollar zahlte jede Person dafür, das Expertenteam beim Tauchen unterstützen zu dürfen.

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(fee/kiky)

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