Jenseitskontakte: «Die Toten beobachten mich nicht beim Duschen»
Aktualisiert

Jenseitskontakte«Die Toten beobachten mich nicht beim Duschen»

Beim Stichwort Esoterik verdreht mancher die Augen. Früher auch Pascal Voggenhuber. Heute bietet er Kontakte ins Jenseits an - mit Geld-zurück-Garantie. Interview mit dem jüngsten Medium der Schweiz.

von
Franziska Voegeli
Pascal Voggenhuber: «Der Reiz, etwas zu sehen, ist nicht mehr so gross wie am Anfang.» (Bild: Karinheidmeier.de)

Pascal Voggenhuber: «Der Reiz, etwas zu sehen, ist nicht mehr so gross wie am Anfang.» (Bild: Karinheidmeier.de)

Pascal Voggenhuber ist mit seinen 31 Jahren das bekannteste Medium im deutschsprachigen Raum. Nebst zahlreichen Medien-Auftritten tourt er mit Vorträgen und Seminaren durchs In- und Ausland, ausserdem suchen Interessierte ihn auf, um mit Verstorbenen in Verbindung zu treten. Die Nachfrage ist so gross, dass der Basler bis 2014 ausgebucht ist. Voggenhuber bildet selber Leute zum Medium aus. Heute und am Wochenende stellt er an einer Messe im Zürcher Kongresshaus seine Schüler und seine Arbeit vor.

Als Kind und Jugendlicher war Voggenhuber lange mit dem Geist Zoey befreundet. Diese Gestalt, die andere nicht sahen, war für ihn das Normalste der Welt. Dass es sich dabei um eine etwas ungewöhnliche Freundschaft handelte, wurde ihm erst im Alter von 19 richtig bewusst. Im Gespräch mit 20 Minuten Online erzählt er, wie es dazu kam.

Was hat Ihnen die Augen geöffnet?

Pascal Voggenhuber: Meine damalige Freundin hatte Probleme mit ihren Eltern. Ich sagte ihr, was Zoey dazu meinte. Sie wunderte sich allerdings mehr über diesen Zoey, als dass sie auf dessen Rat einging. Sie sagte mir, das sei nicht normal. Daraufhin suchte ich zum ersten Mal Kontakt mit anderen Medien.

Und vorher kam Zoey – oder ein anderes Wesen – nie zur Sprache?

Doch, schon, aber als Kind sagte man einfach, ich hätte halt zu viel Fantasie.

Sind Sie ständig von Geistern umgeben?

Sobald ich etwas sehen möchte, kommen bei mir Bilder. Es kommt aber auch vor, dass ich zum Beispiel zum Essen eingeladen werde, und dann tauchen dort plötzlich Verstorbene auf. Das finde ich nicht immer so toll. Aber zum Glück besitzen die Geister auch eine gewisse Ethik und schauen mir jetzt nicht einfach beim Duschen zu oder so.

Wie war es, andere Leute zu treffen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen?

Zuerst war es ehrlich gesagt ein Schock. Ich kam aus der Hip-Hop-Szene, und hatte mit Esoterik überhaupt nichts zu tun. Ich wollte auch gar nicht damit in Verbindung gebracht werden. In der insgesamt etwa zehnjährigen Ausbildung in der Schweiz und in England traf ich aber auch auf «normale» Leute, die waren wie ich. Da fühlte ich mich zuhause.

Das Gespenst im Spukhotel

Wie reagierte Ihr Umfeld?

Meine Freunde haben es alle gut aufgenommen. Niemand hat mich für verrückt erklärt.

Was sehen Sie denn alles?

Ich sehe Auren um die Menschen herum, das ist wie eine Momentaufnahme des Zustands einer Person. Ich sehe Geisterführer, was andere vielleicht als Engel oder Schutzengel bezeichnen, und ich sehe Verstorbene.

Schauen Sie ständig in Ihre Mitmenschen hinein?

Nein. Einerseits ist der Reiz nicht mehr so gross wie früher. Vielleicht kann man es mit einem anderen Beruf vergleichen: Als angehender Zahnarzt ist man noch sehr neugierig, will allen in die Münder schauen, bohren, ziehen, flicken. Aber irgendwann ist es dann nicht mehr so interessant, es wird zum Alltag. Und gerade meine Freunde, die können mir ja auch selber erzählen, was gerade bei ihnen vorgeht. Aber manchmal macht man es sich natürlich schon zunutze. Zum Beispiel wenn ich jemanden einstelle, oder wenn ich das Gefühl habe, dass jemand lügt.

Liegen Sie immer richtig?

Nein. Auch ich habe mal einen schlechten Tag. Ich habe auch eine Geld-zurück-Garantie. In den letzten vier Jahren hatte ich etwa 8000 Sitzungen. Vier oder fünf Klienten wollten ihr Geld wieder haben.

Wie sehen die Geister aus?

Sie zeigen sich in der Form, in der man sie erkennt. Das heisst, dass der übergewichtige verstorbene Grossvater nicht plötzlich als jugendlicher Beau auftaucht. Bei meinen Sitzungen geht es eigentlich darum, den Leuten zu helfen, mit etwas abzuschliessen, manchmal auch darum, zusammen mit der Polizei etwas aufzuklären. Die Verstorbenen, die sich zeigen, wollen also auch erkannt werden, damit es den Klienten besser geht.

Und wo sind die Geister, wenn sie nicht gerade mit den Lebenden kommunizieren?

Das kann ich nicht sagen. Ich sehe sie halt einfach, wenn sie da sind. Ich könnte sie natürlich fragen, und wahrscheinlich würde ich auch eine Antwort bekommen. Aber das liesse sich nicht beweisen, und deshalb mache ich das nicht. Ich weiss dann schlussendlich nicht, ob mir die Fantasie einen Streich gespielt hat.

Pascal Voggenhuber

Geboren am 11. Februar 1980, liess sich der Basler im Kaleidoskokop, dem Schulungszentrum für Medialität in Bern zum Medium ausbilden. Es folgten Weiterbildungen im In- und Ausland. Voggenhubers Beratungen sind bis auf drei Jahre hinaus komplett ausgebucht. Soeben ist sein fünftes Buch mit dem Titel «Botschafter der unsichtbaren Welt» erschienen.

Der 31-Jährige gibt Seminare im Bereich Medialität in der Schweiz und im Ausland und bildet selbst Leute zum Medium aus. An der Messe Lebenskraft 2011 wird er in Zürich einige seiner Schüler vorstellen.

Lebenskraft 2011

Kongresshaus Zürich zum 23. Mal die Messe für Bewusstsein, Gesundheit und Spiritualität statt. Mystiker, Geistheiler, Engelfachleute, Schamanen und Bewusstseinsforscher bieten Vorträge und Workshops. Am Freitagabend findet die Nacht der kosmischen Klänge mit der Tibeterin Dechen Shak-Dagsay statt, 150 Stände, darunter eine Ausstellung über Orbs, warten auf Besucher mit einem offenen Geist .

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