Aktualisiert 27.11.2009 09:44

Interview mit «Breiti»

Die Toten Hosen mit «mehr Mut zur Rohheit»

Wer eines der Konzerte der Toten Hosen verpasst hat, kann jetzt mit dem Silberling «Machmalauter: Die Toten Hosen - Live!» Verpasstes nachholen. Mit Gitarrist Breiti sprach 20 Minuten Online über das Tour-Leben, Club-Auftritte und über die neue CD. Zu gewinnen gibt es auch was.

von
Thomas Nagy

20 Minuten Online: Die «machmalauter»-Tour ging durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, danach direkt weiter nach Südamerika. Wie anstrengend ist so eine Reise?

Michael «Breiti» Breitkopf: Grad in Lateinamerika ging es schon an die Substanz. Wenn du jeden Tag in einem anderen Land mit anderem Klima und anderer Meereshöhe spielst, dann ist das definitiv anstrengend. Was du dafür aber zurückbekommst, das ist ein Vielfaches mehr an Abenteuern, Erlebnissen, Eindrücken. Im Gegensatz dazu wissen wir hierzulande zwar meist, was uns erwartet. Da ist aber das psychisch Anstrengende, dass du versuchst, die Erwartungshaltung des Publikums zu erfüllen, bestenfalls sogar zu übertreffen.

Habt ihr noch Spielraum für Überraschungen auf der Bühne?

Sagen wir es so: Echte Überraschungen sind eher schwierig, weil die Leute unsere Lieder kennen und die Texte mitsingen können. Das ist auch schön. Wir machen uns aber eher Gedanken darüber, wie die Bühne aussieht, die Technik, die Projektionen. Als Zuschauer nimmst du das wohl nur unterbewusst wahr. Es hat aber trotzdem seine Wirkung.

Ihr spielt nach wie vor auch Gigs in kleinen Clubs.

Wir versuchen absichtlich, diese Hype-Situation in der grossen Halle hin und wieder zu umgehen. Bei gewissen Clubkonzerten überlegen wir uns die ersten drei Lieder und lassen uns vom Rest des Abends überraschen. In der grossen Halle mit dem Licht und dem ganzen Kram ist das schwierig, weil alle Beteiligten zumindest ein bisschen wissen müssen, was kommt.

Das grosse Zahnradgetriebe muss laufen...

Das stimmt. Und wenn es funktioniert, ist es richtig geil. Was man von aussen ebenfalls nicht sieht: Wenn wir mit fast 100 Leuten durch die Gegend fahren, die Chemie stimmt und jeder mit jedem Party machen kann, dann ist das ein Höllenspass.

Hat man nach all diesen Jahren schon alles gesehen, was auf Tour passieren kann?

Kommt darauf an, wo man ist. In Südamerika waren wir jeder Tag mit völlig neuen Situationen konfrontiert. Andere Dinge kennt man, will sie aber immer wieder haben. Auch wenn wir beispielsweise schon 23-mal in Stuttgart gespielt haben: Um zu wissen, wie es beim 24. Mal ist, müssen wir hinfahren. Und es ist nie gleich.

Wie seid ihr bei der neuen CD vorgegangen?

Wir haben fast jedes Konzert auf der Tour aufgenommen und die Zuschauer konnten es am Ende des Konzerts auf einem USB-Stick mitnehmen. Dadurch hatten wir eine Riesenauswahl von Aufnahmen und konnten die Live-CD daraus zusammenstellen. Deshalb kommen in den Ansagen auch drei verschiedene Städte vor.

Das ist mittlerweile euer drittes Live-Album. Klingt zum Beispiel «Hier kommt Alex» anders als auf den anderen zwei?

Ich hab das ehrlich gesagt noch gar nicht verglichen. Auf dieser Platte war uns auf jeden Fall mehr egal als früher, ob die Lieder perfekt gespielt sind. Wir haben eher darauf geachtet, dass die Energie in dem Lied stimmt. Allgemein haben wir diesmal mehr Mut zur Rohheit gehabt.

Zur Veröffentlichung von «Machmalauter: Die Toten Hosen - Live!» verlost 20 Minuten Online ein Exemplar der Doppel CD mit 29 Liedern, eine DVD mit der Aufzeichnung des Konzertes in der Berliner Waldbühne, 31 Lieder, 123 Minuten Musik und 19 Minuten Bonusmaterial sowie ein limitiertes Earbook (Buch, Doopel-CD, DVD und Bonus-DVD). Versuchen Sie bis zum 30. November 2009 unter den entsprechenden Links ihr Glück.

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