15.07.2020 14:18

Drogen, Rassismus und TodesfälleDie tragischen Schicksale der «Glee»-Stars

Nach dem tragischen Unfall von «Glee»-Darstellerin Naya Rivera fragen sich Fans, was bei der Serie nicht stimmt. Denn: Schicksale und Kontroversen des Casts sorgen regelmässig für traurige Schlagzeilen.

von
Angela Hess

Auch nach dem Ende von «Glee» geraten die Stars der Musicalserie immer wieder in die Schlagzeilen. Fans glauben, «Glee» habe den Schauspielern Unglück gebracht.

Invideo / 20 Minuten

Darum gehts

  • Seit Montagabend herrscht Gewissheit: «Glee»-Star Naya Rivera ist tot.
  • Der Fall lässt Fans weiter glauben, dass ein Fluch auf der Serie liegt.
  • Denn auffällig oft war «Glee» nach Serienende negativ im Gespräch.

Die TV-Serie «Glee» ist aktuell wieder in aller Munde. Grund: Darstellerin Naya Rivera ist vergangene Woche bei einem Bootsausflug tödlich verunfallt. Rund fünf Jahre nachdem die Kultshow abgesetzt wurde, finden sich Riveras Co-Stars nun aus tragischem Anlass wieder im gemeinsamen Rampenlicht. Viele von ihnen haben sich öffentlich zum Tod der 33-Jährigen geäussert und kämpften vor der traurigen Gewissheit dafür, dass weiter mit einem Grossaufgebot nach der Schauspielerin gesucht wurde.

Die aktuellen Geschehnisse liefern Fans auch einen weiteren Nährboden für eine Theorie, die sich schon länger hält: Mit «Glee» stimmt etwas nicht, vielleicht hängt über den Darstellerinnen und Darstellern der Musicalserie gar ein Fluch. Denn Rivera, die die Figur der Santana Lopez spielte, war nicht die Erste aus dem «Glee»-Cast, die plötzlich und aus ungewöhnlichen Gründen aus dem Leben gerissen wurde.

Naya Riveras Tod

Vergangenen Mittwoch sprang Naya Rivera bei einem Bootsausflug auf dem kalifornischen Lake Piru ins Wasser – und kehrte nicht wieder ins Boot zurück. Sie war mit ihrem 4-jährigen Sohn Josey unterwegs, der später von anderen Ausflüglern allein an Bord des gemieteten Boots gefunden wurde. Der Stausee Lake Piru ist bekannt für seine schlechten Sichtverhältnisse, starken Unterwasserströmungen und unerwartet kalten Temperaturen.

Ihre Leiche wurde am Montag schliesslich im See gefunden. «Sie muss noch genug Kraft gehabt haben, um ihren Sohn auf das Boot zu heben. Aber nicht genug, um sich selbst zu retten», so Sheriff William Ayub vor den Medien.

Cory Monteiths Überdosis

Rivera ist nicht der erste «Glee»-Star, der zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Hauptdarsteller Cory Monteith starb 2013 im Alter von nur 31 Jahren an einer Überdosis Heroin und Alkohol. Nur wenige Wochen zuvor hatte der kanadische Schauspieler, der bereits als Teenager gegen seine Drogensucht kämpfte, ein Entzugsprogramm absolviert. Er hatte sich mitten in der Produktion für die Staffeln vier und fünf auf Anraten der «Glee»-Macher in die Entzugsklinik einweisen lassen.

Zum Zeitpunkt seines Todes war Monteith seit rund eineinhalb Jahren mit Co-Star Lea Michele (33) liiert. Doch nicht nur abseits des Bildschirms waren die beiden ein Paar, sondern auch in der Serie. Umso emotionaler war die fünfte Staffel von «Glee»: Der Serientod von Monteiths Figur Finn Hudson wurde intensiv thematisiert.

Mark Sallings Suizid

2015 ein weiterer Schock für «Glee»-Fans. Mark Salling, der die Rolle des Noah Puckerman spielte, wurde wegen Besitzes von Kinderpornografie verhaftet. Es dauerte zwei Jahre, bis der Prozess gegen Salling tatsächlich ins Rollen kam und sich der Schauspieler schuldig bekannte. Doch zur Verurteilung kam es nie: Salling beging Anfang 2018 – einige Wochen vor dem Gerichtstermin – im Alter von 35 Jahren Suizid.

Naya Rivera war Jahre zuvor mit Salling liiert und reflektierte die Beziehung nach seinem Tod in mehreren Interviews. Damals sagte sie, dass es sie im Nachhinein nicht überrascht habe, dass Salling eine dunkle Seite hatte. Er habe sie während ihrer Beziehung betrogen und dazu genötigt, Drogen zu konsumieren. Auch in ihrer Autobiografie «Sorry Not Sorry: Dreams, Mistakes and Growing Up» thematisierte sie dies: «Ich bezweifle nicht, dass mir Gott in dieser Zeit zur Seite gestanden ist.»

Die Kontroversen des Casts

Diese Schicksalsschläge sind nicht der einzige Grund, wieso «Glee» auch Jahre nach der finalen Episode immer wieder Thema ist. Streitigkeiten zwischen den Schauspielerinnen und Schauspielern, Rassismusvorwürfe und andere Skandale – auffällig oft machen die «Glee»-Stars von sich reden. Erst kürzlich wurde Hauptdarstellerin Lea Michele öffentlich für ihr unkollegiales und rassistisches Verhalten gegenüber anderen Frauen am Set angeprangert.

Michele, die in der Serie Rachel Berry verkörperte, soll es sich zu Nutzen gemacht haben, dass sie eine der wichtigsten Rollen spielte, und das Leben von Nebendarstellerinnen «zur reinsten Hölle» gemacht haben, so «Glee»-Kollegin Samantha Ware (28) vor kurzem auf Twitter. Seit diese jüngsten Anschuldigungen publik geworden sind, hat sich Michele aus der Öffentlichkeit zurückgezogen – selbst zu Riveras Verschwinden hat sie sich bislang nicht geäussert.

Suizidgedanken? Hier findest du Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143 (143.ch);

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147 (147.ch);

Kirchen (Seelsorge.net).


Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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