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Was für ein Wrack!Die Tsunami-Harley ist schon unterwegs

Nach dem japanischen Tsunami trieb ein Motorrad über den Pazifik bis nach Kanada. Nun tritt es die Rückreise zu seinem Besitzer an. Neue Bilder zeigen die schweren Schäden an dem Chopper.

von
kmo

Mitte April machte der Hobby-Treibgutsammler Peter Mark auf der kanadischen Insel Haida Gwaii eine spektakuläre Entdeckung. In einem angespülten Lastwagen-Container fand er eine Harley Davidson Night Train mit japanischen Kennzeichen. Da das Nummernschild immer noch lesbar war, dauerte es nicht lange, bis die japanischen Behörden den Besitzer ausfindig gemacht hatten. Er heisst Ikuo Yokoyama und wohnt in der Provinz Miyagi.

Ein Jahr lang dem Salzwasser ausgesetzt

Der Lastwagen mit dem Motorrad wurde vom Tsunami am 11. März 2011 ins Meer gerissen. Danach trieb der Container mit dem Töff rund 5000 Kilometer von Japan und zur kanadischen Provinz British Columbia. Über ein Jahr lang war die Harley dem Salzwasser ausgesetzt. Neu veröffentlichte Bilder zeigen die massiven Rostschäden an der Maschine.

Unter all den Gegenständen, die nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami an der kanadischen und US-amerikanischen Westküste angespült wurden, war die Harley der bisher spektakulärste Fund. Ebenfalls Mitte April war in Alaska ein Fussball aufgetaucht, der dem 16-jährigen Misaki Murakami gehörte. Und Ende März trieb ein unbemannter japanischer Fischtrawler vor der westkanadischen Küste. Dieser wurde mittlerweile versenkt.

Im Herbst 2013 kommt die Trümmerwelle

Doch das Treibgut ist erst die Vorhut. Es wird vermutet, dass immer noch rund anderthalb Millionen Tonnen Material im Meer treiben. Vor allem Güter, die tief unter der Wasseroberfläche schwimmen, bewegen sich sehr langsam. Modellberechnungen der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) gehen davon aus, dass ein Trümmerfeld von über 4000 Kilometer Länge und 1000 Kilometer Breite unterwegs ist. Es dürfte im Herbst 2013 die kanadische Provinz British Columbia und die US-Staaten Oregon, Washington und Alaska erreichen.

Die Harley wurde mittlerweile von der Fundstelle auf der Insel Haida Gwaii nach Langdon transportiert. Hier wird sie für die Rückreise vorbereitet. Danach kommt sie in die nahegelegene Hafenstadt Victoria, von wo aus sie in den nächsten Tagen per Schiff zurück nach Japan gebracht wird.

Der japanische Ableger der Firma Harley Davidson will die Maschine laut dem Newsportal LFPress.com kostenlos wieder instandstellen, bevor sie dem Besitzer Ikuo Yokoyama zurückgegeben wird. Eine gute Nachricht und auch ein kleiner Trost für den Japaner, der in der Katastrophe drei Familienangehörige verloren hat.

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