Beinahe-Crash unter Wasser: «Die U-Boote sind leiser als eine Krabbe»

Aktualisiert

Beinahe-Crash unter Wasser«Die U-Boote sind leiser als eine Krabbe»

Nach dem Zusammenstoss eines französischen und eines britischen Atom-U-Boots im Atlantik hat die französische Regierung versucht, den Vorfall zu erklären.

Dass die beiden atomgetriebenen U-Boote sich auf Tauchfahrt gestreift hätten, sei ein «unglaublicher» Zufall, sagte der französische Verteidigungsminister Hervé Morin am Dienstag im Fernsehsender Canal&.

Der Vorfall sei auf ein ganz einfaches technisches Problem zurückzuführen: Die heutigen U-Boote seien zu leise, als dass sie sich aufspüren liessen. «Sie machen weniger Lärm als eine Krabbe», sagte Morin. Signale senden könnten sie nicht, denn dann würden sie auffindbar.

«Eine andere Geschichte steckt hier nicht dahinter», betonte der Minister. Von der atomaren Ausrüstung der U-Boote soll zu keiner Zeit eine Gefahr ausgegangen sein.

Ein Fachmann der britischen Militärzeitschrift «Jane's» hatte am Montag gesagt, es gebe mehrere mögliche Ursachen für den Zusammenstoss der beiden U-Boote.

Entweder liege ein Verfahrensfehler zugrunde, weil die Patrouillen der beiden Länder nicht miteinander abgestimmt waren. Es könne auch sein, dass die extrem leisen U-Boote sich aus technischen Gründen nicht gehört hätten - oder sie hätten einfach Pech gehabt.

Sehr langsam unterwegs

Nach Angaben der britischen Marine fuhren die ««HMS Vanguard»» und die französische "«Triomphant»" sehr langsam, als sie sich streiften. Frankreich erklärte, es sei bei mehr als 400 Fahrten das erste Mal, dass der Marine so etwas passiere.

Den Angaben zufolge streiften sich die U-Boote am 4. Februar bei einer Tauchfahrt weit unter der Oberfläche. Die Triomphant schaffte es aus eigener Kraft zurück in ihren Heimathafen in der Bretagne, die HMS Vanguard wurde zur Reparatur nach Schottland geschleppt. Die atomgetriebenen U-Boote mit zusammen rund 250 Mann Besatzung hatten jeweils 16 Atomsprengköpfe an Bord.

(sda)

Deine Meinung