Aktualisiert 18.09.2014 12:13

Verschärfte Regulierung

Die UBS gründet vier neue Banken

Schon mal was von UBS Beta gehört? Die Grossbank hat kürzlich mehrere neue Firmen gegründet. Hintergrund der Massnahme ist unter anderem der geordnete Untergang einzelner Geschäftsteile im Krisenfall.

von
sas
Die UBS baut ihre Konzernstruktur um.

Die UBS baut ihre Konzernstruktur um.

Die Schweizer Grossbank UBS hat kürzlich vier neue Gesellschaften gegründet, wie ein Blick ins Handelsregister zeigt. Sie tragen Namen wie UBS Beta, UBS Gamma, UBS Delta und UBS Epsilon. Der Zweck der neuen Firmen ist allgemein gefasst. So steht im Handelsregister unter anderem «Erbringung von Dienstleistungen im Finanzbereich» und «Gründen von Unternehmen im In- und Ausland». Aus UBS-Kreisen ist zu hören, dass es sich um sogenannte Vorratsgesellschaften handelt. In der Geschäftsleitung der Firmen sitzen laut «Handelszeitung» Spezialisten für Controlling.

Welche Hintergründe es für die Gründung der neuen Gesellschaften gibt, will die UBS auf Anfrage von 20 Minuten nicht erläutern. Es deutet laut «Handelszeitung» einiges darauf hin, dass die neuen Firmen mit der Einführung einer neuen Rechtsstruktur zusammenhängen. Bereits im dritten Quartal 2013 gab die UBS Pläne für eine Tochtergesellschaft fürs Schweizer Geschäft bekannt. Die neue Rechtsstruktur wird nötig, um die Vorgaben der sogenannten «Too big to fail»-Regulierung umzusetzen. Demnach müssen systemrelevante Banken den Aufsichtsbehörden Notfallpläne vorlegen für den Krisenfall.

Grossbanken haben sich deshalb dazu entschieden, ihre Rechtsstruktur anzupassen. Dadurch könnten in Schieflage geratene Geschäftsteile abgestossen oder neu kapitalisiert werden. Als systemrelevant gelten in der Schweiz die Credit Suisse, die UBS, die Zürcher Kantonalbank sowie seit kurzem auch die Raiffeisenbanken.

Credit Suisse gründete eigene Schweizer Bank

Wie die UBS arbeitet auch Konkurrentin Credit Suisse am Konzernumbau. Sie liess im November des letzten Jahres verlauten, sie habe eine neue, rechtlich eigenständige Bank namens CS Schweiz AG gegründet. Neben der neuen CS Schweiz gibt es bereits existierende eigenständige Banken in London und in New York, die alle an der CS Group Holding hängen. In den beiden angelsächsischen Einheiten wird das heutige Investmentbanking konzentriert.

Ziel der weltweit vorangetriebenen «Too-Big-To-Fail»-Regulierung ist es, dass die Steuerzahler nie mehr für Banken geradestehen müssen, die aufgrund ihrer Bedeutung nicht fallengelassen werden können. Zur Erinnerung: Im Jahr 2008 hatte die Schweizerische Nationalbank in einem Rettungsfonds sogenannte Schrottpapiere im Wert von rund 38 Milliarden Dollar übernommen. Zudem hatte der Bund eine Pflichtwandelanleihe für 6 Milliarden Franken gezeichnet.

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