Werdegang eines Hoax: Die unendliche Geschichte der hässlichen Ehefrau
Aktualisiert

Werdegang eines HoaxDie unendliche Geschichte der hässlichen Ehefrau

Einmal mehr geistert die Geschichte des Chinesen Jian Feng im Netz. Der Mann soll seine Ehefrau angeklagt haben, weil sie ihre Schönheitschirurgien verschwiegen hatte. Was ist daran wahr?

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Alle Jahre wieder liest man in den Medien die unglaubliche Geschichte des Chinesen Jian Feng. Der Mann habe nach der Geburt der ersten Tochter entdeckt, dass seine Ehefrau ihm jahrelang etwas verheimlicht hatte. Das Kind sei keinem von beiden ähnlich. Noch schlimmer: Es sei gerade ein hässliches Kind, das unmöglich von ihn oder seiner hübschen Frau stammen könne. Seine Frau muss ihn betrogen haben, so die Erzählung weiter.

Erst als er sie unter Druck gesetzt habe, sei die Frau geständig geworden: Sie sei gar nicht hübsch geboren, sondern durch viele Schönheitsoperationen schön gemacht worden. Daraufhin habe Jian Feng seine Frau verklagt und vor Gericht den Fall gewonnen. Seine – inzwischen geschiedene – Frau habe ihn zudem mit 120'000 Franken entschädigen müssen.

Ein unendliches Mysterium

Nun geistert schon wieder die Geschichte im Netz. Doch diesmal hat sie einen neuen Dreh bekommen. Angeblich gebe es Bilder der Frau vor und nach der Operation. Dazu ein Bild eines bildhübschen Paares mit drei nicht so hübschen Kindern. Das US-Portal «Huffington Post» wollte diesmal dem Mythos der hässlichen Ehefrau ernsthaft nachgehen – und kam zum Schluss, dass es gar nicht so einfach ist.

«Dass auf dem Bild drei Kinder erscheinen, ist schon verdächtig», schreibt das Blatt. Es sollte ja nur eine Tochter sein. «Ausserdem, wer bringt mit einer angeblich geständigen hässlichen Frau noch zwei weitere Kinder zur Welt?» Das Nachrichtenportal «Rocket News 24» behauptet zudem, dass das Familienporträt ein Jahr alt ist und als Sujet für eine geschmacklose Werbekampagne für ein Schönheitsinstitut verwendet wurde.

Die Geschichte ist somit immer noch nicht geklärt – und wir werden sie nächstes Jahr wohl wieder lesen.

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