Die unersättliche Libido der US-Politiker
Aktualisiert

Die unersättliche Libido der US-Politiker

Der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer ist nur einer von vielen US-Politikern, die in jüngster Vergangenheit in Sexskandale verwickelt worden sind.

In vielen Fällen bedeutet dies das politische Aus für die Betroffenen. Hier eine Übersicht über einige der Affären der vergangenen zehn Jahre:

Seine Affäre mit der ehemaligen Praktikantin Monica Lewinsky kostet den damaligen US-Präsident Bill Clinton 1998/99 fast das Amt. Die Republikaner im Kongress strengen 1998 ein Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton an, weil er in einem Zivilprozess unter Eid die Beziehung zu Lewinsky geleugnet hat. In dem Verfahren vor dem Senat wird Clinton 1999 aber freigesprochen. Ausserhalb der USA wird das Vorgehen gegen den Präsidenten weitgehend mit Kopfschütteln verfolgt.

Der republikanische Abgeordnete Bob Livingston aus Louisiana gesteht 1998 eine aussereheliche Affäre ein. Das macht seine Ambitionen auf das Amt des Präsidenten des US-Repräsentantenhaus zunichte. Wenige Monate nach dem Geständnis legt er sein Abgeordnetenmandat nieder. Vorgeschichte: Der Verleger des US-Sexmagazins «Hustler», Larry Flynt, hatte auf dem Höhepunkt der Lewinsky-Affäre ein Preisgeld von einer Million Dollar für Beweise ausgesetzt, dass ein ranghoher Politiker in eine Sex-Affäre verstrickt ist. Flynt schreibt sich zugute, dass Livingston sein Geständnis ablegte, nachdem herausgekommen war, dass er in Flynts Visier geraten war.

Jack Ryan, Republikaner aus Illinois, lässt 2004 seine Bewerbung um einen Sitz im US-Senat fallen. Seine Frau, die aus TV-Serien bekannte Schauspielerin Jeri Lynn Ryan, hat in ihrer Scheidungsklage erklärt, ihr Mann habe sie in «bizarre Clubs» mitgenommen und gebeten, vor Zuschauern Sex zu haben. Ryan weist dies zurück. Ryans demokratischer Gegner gewinnt die Senatswahl spielend. Sein Name: Barack Obama.

Der Kongressabgeordnete Mark Foley, Republikaner aus Florida, tritt im September 2006 zurück. Er hatte anstössige E-Mails mit sexuellem Inhalt an jugendliche Kongresspraktikanten geschickt.

Senator David Vitter, Republikaner aus Louisiana, räumt im Juli 2007 ein, dass seine Telefonnummer in Washington zu einer Liste von Nummern gehört, die ein Escortservice angerufen hat. Zuvor hat Flynts Magazin «Hustler» dem Senator von entsprechenden Recherchen informiert.

Der erzkonservative Senator Larry Craig, Republikaner aus Idaho, tritt im September 2007 nach einer Festnahme wegen «unzüchtigen Verhaltens» zurück. Er war auf einer Herrentoilette des Flughafens Minneapolis, die als Treffpunkt von Homosexuellen gilt, von einem verdeckt ermittelnden Beamten festgenommen worden. Der Senator akzeptiert die Vorwürfe und zahlt laut Gerichtsdokumenten eine Strafe von 775 Dollar. Craig beteuert später, er sei nicht homosexuell, und habe die Strafe nur akzeptiert, um sich und seiner Familie Ärger zu ersparen. (dapd)

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