Von ManU zu ManCity: Die unglückliche Flucht des Carlos T.

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Von ManU zu ManCityDie unglückliche Flucht des Carlos T.

Im Sommer 2009 verliess Carlos Tevez auf eigenen Wunsch Manchester United in Richtung Stadtrivale ManCity. Sein Glück gefunden hat er auch hier nicht - und will nur noch eines: weg.

von
mon
Carlos Tevez will weg von Manchester City.

Carlos Tevez will weg von Manchester City.

Davon träumt eigentlich jeder Fussballer: Im Sommer 2009 offeriert Manchester United dem Argentinier Carlos Tevez nach zwei Saisons auf leihweiser Basis einen Fünf-Jahres-Vertrag. Die «Red Devils» sind bereit, für den Stürmer 28 Millionen Euro Ablöse an Ligakonkurrent West Ham United zu bezahlen. Tevez schlug das Angebot aus, liess über seine Berater mitteilen, «dass er nicht länger in Manchester spielen möchte.» Ganz wahr war diese Aussage dann doch nicht. Er wollte einfach nicht mehr für Manchester United spielen, der Stadt blieb er dann aber doch treu: Der Argentinier wechselte zu Stadtrivale Manchester City.

Die Gründe, weshalb er das Top-Angebot bei ManU ausschlug waren nicht ganz klar. Offenbar hatte er sich nie ganz wohl gefühlt. Bereits im Mai 2009 - also noch vor den Vertragsverhandlungen - sagte der Stürmer gegenüber der «News of the World»: «Ich fühle mich nicht erwünscht hier. Die Fans behandeln mich wie ein Familienmitglied, aber der Verein respektiert mich nicht als Fussballer. Ich fühle mich schlecht wegen meiner Situation. Es wäre schwierig, länger zu bleiben. Deshalb denke ich, dass ich mich verabschieden werde.» Damals ging man allerdings noch davon aus, dass die «Red Devils» die Kaufoption für den argentinischen Nationalspieler nicht ziehen werden, was dann wenige Wochen später ganz anders aussah.

Unglücklich auch beim Stadtrivalen

Wer glaubt, dass Tevez' Transfer von ManU zu ManCity die Erlösung für den Argentinier war, der hat sich geschnitten. Bereits wenige Wochen nach dem Wechsel hallte bereits der nächste Hilfeschrei des damals 25-Jährigen durch die Medien. «Ich bin erschöpft und will Ruhe in meinem Leben haben», sagte Tevez im November 2009 der britischen Tageszeitung «The Sun». Er denke gar darüber nach, seine Karriere zu beenden, «falls Argentinien 2010 Weltmeister wird.» Doch dem Nationalstürmer ging es zu dem Zeitpunkt offensichtlich nicht bloss darum, seine Laufbahn auf dem Höhepunkt zu beenden. «Ich habe genug vom Fussball», sagte Tevez dem Blatt damals. Stattdessen wolle er mit seiner Familie - der Fussballer ist verheiratet und hat eine Tochter - «mehr Freude erleben». Es tönte alles nach einem Hilfeschrei eines ausgebrannten Fussballers, was in den Tagen kurz nach dem Selbstmord von Deutschlands Nati-Torhüter Robert Enke vielen Zeitungslesern ein mulmiges Gefühl hinterliess und alle Alarmglocken läuten liess.

Argentinien wurde dann in diesem Sommer an der WM in Südafrika bekanntlich nicht Weltmeister. Carlos Tevez kickt immer noch für die «Gauchos» und für Manchester City. Doch bei seinem neuen Verein, der nach fast anderthalb Jahren so neu gar nicht mehr ist, ist der Stürmer überhaupt nicht glücklich. Er wolle die Citizens in der Winterpause verlassen, liess der Argentinier am Wochenende verlauten und schockte damit die Klubverantwortlichen (20 Minuten Online berichtete). Diese schoben den Wechselabsichten ihres Stürmers, der einen Vertrag bis 2014 besitzt, postwendend einen Riegel vor.

Tevez Schreiben an die Öffentlichkeit

Doch nun hat sich der 26-Jährige mit einem Schreiben an die Öffentlichkeit gewendet. Darin spricht er von «unüberbrückbaren Differenzen mit einigen Verantwortlichen des Vereins», wie das Onlineportal «spox.com» berichtet. Tevez betont aber, dass es dabei nicht um ein persönliches Problem mit Trainer Roberto Mancini gehe. Auch bedankt er sich bei Klubbesitzer Scheich Mansour. «Ich kann bestätigen, dass ich meinen Wechselwunsch den Verantwortlichen von Manchester City nahegelegt habe. Nun muss ich meinen Kopf klar bekommen, weil dies ein wichtiger Zeitpunkt meiner Karriere ist», so Tevez. Es sei sehr bedauerlich, wie die Situation jetzt sei. «Aber ich fühle mich bereits seit langer Zeit unwohl und habe viele Stunden damit verbracht, über meine Entscheidung nachzudenken.» Tevez erklärt in dem Schreiben weiter, dass er bereits im Sommer einen neuen Vertrag hätte unterschreiben können, der ihn zu einem der bestbezahlten Premier-League-Spieler der Geschichte gemacht hätte. Dieses Angebot habe er ausgeschlagen. Tevez: «Diese Entscheidung hat nichts mit Geld zu tun. Das habe ich dem Management auch mehrfach mitgeteilt.»

Der Argentinier bedankt sich in seinem Statement auch bei den Fans. «Seit ich bei den Citizens unterschrieben habe, genoss ich es, für die Fans zu spielen. Sie haben mich aufgenommen und ich bedaure es sehr, dass es soweit gekommen ist. Jeder, der mich bei hat spielen sehen, kann meinen Einsatz und die Leidenschaft für den Klub nicht in Frage stellen. Ich hoffe, die Fans verstehen es, denn ich habe auf dem Feld alles für den Klub gegeben.» Dennoch sei seine Beziehung zu einigen Verantwortlichen und Individuen im Verein zusammengebrochen und «nicht mehr zu reparieren». Das alles tönt so, als ob Carlos Tevez mit Manchester City bereits endgültig abgeschlossen hat. Und es tönt irgendwie auch sehr ähnlich, wie damals vor seinem Abgang bei Stadtrivale Manchester United.

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