Onlineprüfungen: Die Uni Basel sieht keine Beweise für Prüfungsbetrug
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OnlineprüfungenDie Uni Basel sieht keine Beweise für Prüfungsbetrug

Während man an einer Hochschule in Zürich vermutet, dass bei den diesjährigen Onlineprüfungen geschummelt wurde, vertritt die Universität Basel die Meinung, dass sich alle Studierenden an die Spielregeln gehalten haben.

von
Lea Lozano
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Die Umstellung auf Fernunterricht und Onlineprüfungen bringt für die Universitäten neue Herausforderungen mit sich. Vor allem die Sicherstellung, dass die Studierenden die Prüfungen ohne fremde Hilfe ablegen, gestaltet sich schwierig.

Die Umstellung auf Fernunterricht und Onlineprüfungen bringt für die Universitäten neue Herausforderungen mit sich. Vor allem die Sicherstellung, dass die Studierenden die Prüfungen ohne fremde Hilfe ablegen, gestaltet sich schwierig.

Juri Weiss
Während man an der ZHAW bereits Verfahren gegen Studierende unter Verdacht auf Betrug eingeleitet hat, ist die Universität Basel überzeugt, dass es bei ihr zu keinen Betrugsfällen gekommen ist. 

Während man an der ZHAW bereits Verfahren gegen Studierende unter Verdacht auf Betrug eingeleitet hat, ist die Universität Basel überzeugt, dass es bei ihr zu keinen Betrugsfällen gekommen ist.

Juri Weiss
«Konkret hat die Universität Basel für die Prüfungen des Frühjahrssemesters 2020 keine belegbaren Fälle von Prüfungsbetrug – und darum auch keine Verfahren oder Rekurse», erklärt Matthias Geering, Leiter der Kommunikation an der Uni Basel, gegenüber der BZ. 

«Konkret hat die Universität Basel für die Prüfungen des Frühjahrssemesters 2020 keine belegbaren Fälle von Prüfungsbetrug – und darum auch keine Verfahren oder Rekurse», erklärt Matthias Geering, Leiter der Kommunikation an der Uni Basel, gegenüber der BZ.

Juri Weiss

Darum gehts

  • Wegen der Corona-Pandemie können die meisten universitären Prüfungen dieses Jahr nicht vor Ort absolviert werden, sondern finden online statt.

  • Verschiedene Universitäten und Hochschulen haben bereits Verfahren gegen Studierende eingeleitet, bei denen Betrug vermutet wird.

  • Nicht so die Universität Basel dort soll nämlich alles mit rechten Dingen zugegangen sein.

Eine der Herausforderungen, die die Corona-Pandemie für die Universitäten mit sich bringt, ist die Umstellung auf Fernunterricht und Onlineprüfungen. Vor allem die Sicherstellung, dass es bei den Prüfungen mit rechten Dingen zugeht, gestaltet sich schwer. Vergangenes Wochenende berichtete die NZZ, dass die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) 148 Disziplinarverfahren gegen Studierende eröffnen musste, die bei den diesjährigen Onlineprüfungen geschummelt haben sollen.

Auch die Universität Basel beschäftigte sich mit der Problematik. Dabei wurden keine Betrugsfälle aufgedeckt, wie die BZ berichtet. «Konkret hat die Universität Basel für die Prüfungen des Frühjahrssemesters 2020 keine belegbaren Fälle von Prüfungsbetrug», sagt Matthias Geering, Leiter der Kommunikation an der Universität Basel. Deshalb würden auch keine Verfahren oder Rekurse laufen.

Studierende sind vom Gegenteil überzeugt

Obwohl die Uni Basel der Meinung ist, dass es bei den Onlineprüfungen zu keinen Betrugsfällen kam, sind Fälle bekannt, in denen geschummelt wurde. Die «Basler Zeitung» berichtete von mehreren Fällen, wie während Prüfungen betrogen wurde. Bei einer Strafrechtsprüfung soll der Absolvent erfahrene Kollegen zu Hilfe gebeten haben. Mehrere Psychologiestudierende sollen eine Prüfung zusammen gelöst haben. Und auch das Internet sei bei den digitalen Prüfungen immer wieder zur Unterstützung herbeigezogen worden.

Die Onlineprüfungen gehen keineswegs vollkommen reibungslos über die Bühne. Im Frühjahrssemester gab es an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ein technisches Problem, aufgrund dessen den betroffenen Studierenden entweder die Wiederholung der Prüfung oder die Note 5,0 angeboten wurde. Das Nichtfunktionieren des Systems könne nicht das Problem der Studierenden sein, hiess es damals von Geering.

Massnahmen gegen Betrug

Bereits im Sommer erklärte Geering gegenüber der BaZ, dass die jeweiligen Fakultäten der Universität verschiedene Massnahmen ergriffen hätten, um Betrugsfälle zu vermeiden. So erstellte beispielsweise die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät für eine Prüfung sechs bis acht verschiedene Versionen. In anderen Fakultäten erklären die Studierenden mit einem Dokument, dass sie sich keiner unlauteren Mittel bedient haben.

Dieses Semester scheint die Fakultät jedoch auf Nummer sicher zu gehen, indem sie auf Prüfungen vor Ort setzt. Geering hält gegenüber 20 Minuten fest: «Die meisten der 13’000 Studierenden sind froh, dass sie ihre Prüfungen wieder vor Ort ablegen können.»

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