Aktualisiert 09.08.2011 13:34

Bedrohte NaturvölkerDie unsichere Zukunft der letzten Stämme

Der 9. August ist der Tag der Indigenen Völker. Mit neun kaum bekannten Fakten erinnert daher die Organisation Survival International an diese bedrohten Ureinwohner.

von
dhr

1994 rief die UNO den 9. August zum «Tag der Indigenen Völker» (von lat. indigenus, «eingeboren» oder «einheimisch») aus. Weltweit gehören schätzungsweise mehr als 350 Millionen Menschen zu dieser Gruppe; 5000 Stämme oder Völker in rund 70 Staaten. Das sind etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung.

Dabei handelt es sich gemäss UNO-Kriterien um ethnische Gruppen, die ihr Gebiet als erste besiedelten oder schon seit langer Zeit dort leben, ihre kulturellen Traditionen freiwillig bis heute bewahrt haben und sich selbst als Volk oder Gruppe mit eigener Identität wahrnehmen.

Unsichere Zukunft

Zudem gehört als weiteres Kriterium die Erfahrung der Unterdrückung, Ausgrenzung oder Enteignung dazu. Diese Benachteiligung kann in unterschiedlichem Ausmass (von der Verwehrung gleicher Aufstiegschancen bis hin zur physischen Ausrottung) geschehen, und sie muss auch nicht unbedingt in der Gegenwart fortbestehen. Diese negativen Erfahrungen sind aber in jedem Fall grundlegend für das Selbstverständnis Indigener Völker.

Für die meisten Indigenen Völker gilt denn auch, dass ihre Zukunft unsicher ist. An vielen Orten wird ihr Lebensraum durch den Abbau von Bodenschätzen und die Rodung der Regenwälder vernichtet. Oft untergräbt zudem die Tätigkeit von christlichen Missionaren ihre kulturelle Identität.

Über 1000 Stämme auf Neuguinea

Indigene Völker gibt es in Nord-, Mittel- und Südamerika, in Afrika, Asien und Australien. Viele bisher unkontaktierte Gruppen leben in den Regenwäldern Perus und Brasiliens. Zu den grössten Gruppen gehören die Amazigh (Berber) in den Maghreb-Staaten, die Quechua in Südamerika, sowie die Uiguren in China, Kasachstan und Usbekistan. Die grösste Anzahl indigener Stämme gibt es auf Neuguinea: Mehr als 770 in Papua-Neuguinea und mehr als 252 in West-Papua. In Afrika gehören Pygmäen, Buschleute und Himba zu den Indigenen.

Da der Internationale Tag der Indigenen Völker jeweils am 9. August stattfindet, hat Survival International 9 kaum bekannte Fakten über diese Völker zusammengetragen. Sie finden sie in unserer Bildstrecke oben.

Video: «Mit offenen Karten - Indigene Völker»

(Quelle: Arte/YouTube)

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