Aktualisiert 26.08.2007 21:25

Die Unterschrift verrät, wer du bist

Fein säuberlich unter ein Schreiben gesetzt oder schlicht unlesbar? Die Unterschrift kann verraten, ob man einem Jobprofil entspricht - oder nicht!

Wenn der Firmencheft seine Mitarbeiter zur nächste Tagung einlädt, ist dessen Unterschrift am Ende des Briefs unübersehbar. Nur: Würde man den Namen seines Chefs nicht kennen, liesse sich die Unterschrift manchmal kaum entziffern. "Nicht zwingend ein Problem", sagt Pietro Sassi, der darauf spezialisiert ist, Unterschriften zu deuten. "Menschen, die sich wichtig nehmen und entsprechend oft auch verantwortungsvolle Positionen besetzen, heben sich mit einer speziellen, nicht oder schwer lesbaren Unterschrift ab", sagt der Experte. Ebenso klar ist, dass die Deutung der Unterschrift weder mit einem graphologischen Gutachten noch mit einer Charakteranalyse zu tun hat. Dafür bräuchte es eine Handschriftenprobe, die vor allem dann verlangt wird, wenn es um Topjobs geht. Denn wenn der Griff ins Leere geht, der Topmanager versagt, will die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt sein.

Pietro Sassi sieht seine Aufgabe darin, Unterschriften im Hinblick auf Bewerbun gsgespräche auf Herz und Nieren zu prüfen. Er könne sehen, wo der Kandidat mental, emotional und physisch stehe, so Sassi. Ein angehender Aussendienstmitarbeiter zum Beispiel muss abschlussstark sein. Die Unterschrift sagt etwas darüber aus, ob ihm diese Umsetzung gelingen kann. Wo schrillen bei Sassi die Alarmglocken? "Wenn eine Unterschrift mehrfach durchstrichen ist, werde ich skeptisch". Dann müsse auch hinter die Fassade geschaut werden um zu sehen, ob mehr Schein als Sein vorliegen würde. Peter*, Privatkundenberater einer Schweizer Grossbank, ist erstaunt, als er von Hand- und Unterschriftenanalysen hört. Er sei damit noch nie konfrontiert worden. Finanzchefin Yolanda* hingegen legte ihren Bewerbungen immer eine Handschriftenprobe bei, "weil ich zeigen wollte, dass die Schrift Teil meiner Persönlichkeit ist". Negative Feedbacks hätte es nie gegeben. Im Gegenteil: Yolanda glaubt, dass sie sich gerade dank der zum Teil handschriftlichen Bewerbu ngen positiv von den anderen abgehoben habe.

*Namen von der Redaktion geändert

Gabriel Aeschbacher

Pietro Sassi am TV

Pietro Sassi deutet nicht nur Unterschriften, sondern wird ab 31. August 2007 auch auf "pro sieben" zu sehen sein. Jeweils freitags tritt er in der von Claudia Lässer moderierten Sendung "Faces TV" auf, um in Gesichtern von Promis zu lesen.

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