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Kriminell konservativDie unüblichen Verdächtigen

Nein, Schneewittchen ist nicht entführt worden. Und nein, es gab auch keinen Abraham-Lincoln-Lookalike-Contest – dafür eine abstruse Geschichte über acht Amische und ein Polizeifoto.

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Fotografieren ist verboten: Die wenigsten Amisch schauen in die Kamera. (Bild: mugshots.com)

Fotografieren ist verboten: Die wenigsten Amisch schauen in die Kamera. (Bild: mugshots.com)

Acht Gestalten, wie sie kurliger nicht sein können, auf acht Polizeifotos. Wer ist das? Und: Was ist passiert?

Das ist die Kurzversion: Das Bezirksgericht in Mayfield hat am Montag acht Anhänger der amischen Swartzentruber-Gemeinschaft zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Die Männer hatten sich konsequent geweigert, das obligatorische orangefarbene Sicherheitsband an ihren Pferdekutschen anzubringen. Die knallige Farben würden gegen ihre religiösen Vorschriften verstossen, so die Entschuldigung der Männer dafür.

Richterin Deborah Hawkins Crook erlegte den Verkehrssündern zunächst Geldstrafen auf. Doch das half nichts: Die Amisch wollten diese nicht bezahlen. Indem sie das täten, würden sie zugeben, dass sie den Regelverstoss akzeptierten. In ihrer Ratlosigkeit blieb Richterin Crook keine andere Wahl, als die Männer zu Haftstrafen von drei bis zehn Tagen zu verdonnern.

Die «Schwerverbrecher» werden gequält

US-Medien und Blogger staunen allerdings über das Polizeifoto der «Schwerverbrecher», das nun veröffentlicht wurde. Dies sei für die acht Straftäter eine «weitere Sanktion», meinen viele. Denn auch das Fotografieren ist bei den Amisch verboten.

Immerhin zeigte die Leitung der Strafanstalt Graves County Verständnis für die strengen religiösen Vorgaben der aussergewöhnlichen Häftlinge: Statt der klassischen orangen Overalls wurden ihnen ausnahmsweise dunkelblaue Anzüge gegeben.

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