27.06.2014 13:10

AnsteckendDie USA im Soccer-Fieber

Was in europäischen Gefilden und in Südamerika zu einer WM dazugehört, ist auch in den USA ausgebrochen: Das Fussball-Fieber. Typische US-Sportarten müssen sich warm anziehen.

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Soccer - oder wie wir ihn nennen: Fussball - hat die USA fest im Griff. Mit dem Einzug in den Achtelfinal hat nicht nur das Team von Jürgen Klinsmann Geschichte geschrieben, die weltweit beliebteste Sportart scheint auch im Land von American Football, Basketball und Baseballs angekommen zu sein. Die Public Viewings platzten aus allen Nähten, die Einschaltquoten ebenfalls. Und in Brasilien stellen die Amerikaner die grösste Fan-Gemeinde - nach dem Gastgeber.

Auf einen solchen Ansturm war der Sportsender ESPN nicht vorbereitet. Während des dritten Gruppenspiels gegen Deutschland (0:1) wurde die Website überrannt: 1,7 Millionen Leser schauten sich die Partie an - gleichzeitig. Während der ersten Halbzeit soll ESPN kurz vor dem Kollaps gestanden haben.

Zum Vergleich: Beim Super Bowl verzeichnete Fox Sports den Rekord mit 1,1 Millionen. Zum Rekord beigetragen hat sicherlich auch der Fakt, dass die Partie während der Mittagszeit ausgetragen wurde. Da im Büro oder bei der Fahrt in der U-Bahn kein Fernseher zur Hand ist, schauten sich die US-Fans das 90-minütige Spektakel auf dem Computer oder Handy an.

Auch am TV purzeln die Rekorde

Bei den vorherigen Partien gegen Ghana und Portugal verzeichneten die TV-Sender Rekord-Einschaltquoten. Nach Deutschland und Brasilien werden aus den USA die höchsten Zuschauerzahlen der bisherigen WM vermeldet. Den Sieg gegen Ghana schauten sich durchschnittlich 16 Millionen an, das Unentschieden gegen Portugal 24,7 Millionen.

Auch hier ist ein Vergleich erwähnenswert: Das NBA-Finalspiel zwischen San Antonio und Miami zog vor wenigen Wochen 18 Millionen vor die Bildschirme. Beim TV-Vergleich mit dem Superbowl sind Klinsmanns US-Boys - wer hätte das gedacht - aber chancenlos: 111 Millionen waren es da.

Die meisten Fans vor Ort

Auch auf Twitter sind die Amerikaner rekordverdächtig unterwegs. Clint Dempseys Tor gegen Portugal war der am zweitmeisten getweetete Moment der WM in Brasilien mit 305'000 Einträgen - pro Minute. Zudem wird das Gastgeberland fleissig von Fans aus den USA besucht. 100'000 sollen vor Ort sein - dreimal so viele wie aus anderen Ländern der WM-Teilnehmer.

Da überrascht es nicht, dass die meisten Tickets - wieder abgesehen von Brasilien - in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verkauft wurden. Dass die Amerikaner jetzt auch fussballverrückt sind, zeigt diese Anekdote: Eine Fangruppe hat drei Boeing 737 gechartert, um sicherzugehen, dass alle Mitglieder den Weg an den Zuckerhut finden.

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