08.02.2018 04:48

Stadt ZürichDie VBZ testet einen selbstfahrenden Bus

Auf dem VBZ-Areal fährt ein Mini-Bus ohne Chauffeur: Der «Self-e» soll die technischen Möglichkeiten automatisierten Fahrens aufzeigen.

von
mon

Ein Mini-Bus ohne Chauffeur: Der Shuttle «Self-e» wird auf dem VBZ-Areal in Zürich-Altstetten getestet.

Zürich startet einen Versuch mit einem selbstfahrenden Bus. Der Shuttle «Self-e» wird in den kommenden zwei Wochen auf dem VBZ-Areal in Zürich-Altstetten unterwegs sein.

Die VBZ versprechen sich vom Test einerseits Rückschlüsse auf die aktuellen technischen Möglichkeiten im Bereich des automatisierten Fahrens, andererseits sollen betriebsintern Erfahrungen für den späteren Betrieb von autonomen Fahrzeugen gesammelt werden.

«Es liegen konkrete Erkenntnisse zum Potenzial von autonomen Fahrzeugen vor»

So sollen die VBZ-Mitarbeiter den Shuttle während den Betriebszeiten benutzen, um die Technik kennenzulernen. «Das Personal soll aktiv erleben, wie der Bus funktioniert», sagt Andreas Uhl, Leiter Unternehmensstab und Leiter Innovationsmanagement VBZ, am Mittwoch vor den Medien.

Zudem wird der Testbetrieb von Workshops begleitet, in denen sich die Mitarbeiter mit der Frage befassen, welche Auswirkungen die neue Technologie auf die Mobilität der Zukunft haben könnte und wie sich die VBZ diesen Herausforderungen stellen kann.

Die VBZ haben sich denn auch ein Jahresziel 2018 gesetzt: «Es liegen konkrete Erkenntnisse zum Potenzial von autonomen Fahrzeugen bei der VBZ vor.»

1,3 Kilometer lange Teststrecke

«Der ÖV steht vor einer grossen Umwälzung», sagt Uhl. «Der Schritt ist ähnlich gross wie vom Pferd zum Auto.» Man wolle nun aber die Augen nicht auf die Gefahren, sondern auf die Chancen richten. Die selbstfahrenden Fahrzeuge seien eine neue Produktklasse, die in den nächsten Jahren kommen wird: «Wir garantieren, dass wir dann präsent sind», sagt Uhl.

«Self-e», der so genannt wird, weil er selbstfahrend ist und einen rein elektrischen Antrieb hat, fährt vom 9. bis 23. Februar auf dem abgesperrten VBZ-Areal auf einer 1,3 Kilometer langen Strecke und bedient fünf Haltestellen – darunter auch eine Buskante. Dabei muss sich das Fahrzeug im Werkverkehr zurecht finden und die Testgeleise auf dem Areal überqueren.

Begleitpersonal kann im Notfall eingreifen

Geschultes Begleitpersonal begleitet den Shuttle, der zwölf Personen Platz bietet. Sie sollen im Notfall jederzeit eingreifen können. Zwar kann sich «Self-e» dank GPS, verschiedenen Lidar-Laserscannern und Kameras orientieren und mögliche Gefahren erkennen sowie Kollisionen vermeiden – aber wirklich autonomes Fahren ist technisch aber noch nicht möglich.

Die VBZ konnten für den Test das Fahrzeug des «Swiss Transit Lab», das von den Verkehrsbetrieben Schaffhausen betrieben wird, ausleihen. VBZ-Direktor Guido Schoch betont auch die Wichtigkeit der Kooperationen, auf die man angewiesen sei. So dürfe Schaffhausen dafür ab der kommenden Woche den «Swiss Trolley plus» der VBZ testen – den Bus, der mit Batterien fährt.

«ÖV der Zukunft»

«Es geht um den ÖV der Zukunft», sagt die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Verkehr sei in der Stadt ein Schlüsselthema und er müsse als Gesamtsystem funktionieren. Damit der ÖV auch zukünftig seinen Beitrag leisten kann, muss er sich laut Mauch «laufend weiterentwickeln».

Die Stadt arbeitet momentan an ihrer Smart-City-Strategie, die bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll: «Es geht um Innovation und Ausprobieren», betont Mauch.

Sie könne sich vorstellen, dass selbstfahrende Busse zukünftig beispielsweise bei Quartierbuslinien zum Einsatz kommen, die unter Druck sind - also nur wenige Fahrgäste haben oder nicht rentabel sind. (mon/sda)

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