ENERGIE-BERICHT: Die Versorgung hält nicht schritt
Aktualisiert

ENERGIE-BERICHTDie Versorgung hält nicht schritt

Die weltweiten Reserven an fossilen Brennstoffen reichen auch weiterhin aus, um eine wachsende Wirtschaft zu unterstützen. Die anhaltende Schwäche des Ölangebots und die wachsende Nachfrage zeigen jedoch auch, dass die Energieversorgung künftig nur noch mit grossem Aufwand mithalten kann.

von
Alex Hämmerli

Dies ergibt der «BP Statistical Review of World Energy 2008». Dem «Review» zufolge war das globale Weltwirtschaftswachstum im vergangenen Jahr trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten stark, wodurch auch der weltweite Energieverbrauch zunahm. Obwohl sich das Wachstum beim Verbrauch von Primärenergie im Jahr 2007 im Vergleich zu 2006 abschwächte, lag es mit 2,4 Prozent im fünften Jahr in Folge über dem 10-Jahresdurchschnitt. Als Primärenergie bezeichnet man noch nicht umgewandelte, natürlich vorkommende Energieformen wie Rohöl.

Der Spielraum ist begrenzt

Die Fördermenge kann mit der Entwicklung zu immer höherem Energieverbrauch nicht mithalten. «Rückläufige Ölfördermengen in den OECD-Ländern machen deutlich, dass zwar keine weltweite Ressourcenknappheit herrscht, die für Privatinvestitionen durch Unternehmen wie BP zugänglichen Ressourcen jedoch begrenzt sind. Politische Faktoren, Einstiegsbarrieren und hohe Steuern spielen hier eine Rolle. Mit anderen Worten, wenn es darum geht, mehr Öl zu fördern, so liegen die Probleme über der Erde, nicht darunter. Sie sind nicht geologischer, sondern politischer Natur», erklärt Tony Hayward, Vorstandschef der BP Gruppe, bei der Veröffentlichung der Studie. «Doch trotz hoher und volatiler Energiepreise liefern die Energiemärkte der Welt weiterhin zuverlässig Energie.»

Reserven bleiben unverändert

Der Energie-Report weist darauf hin, dass die nachgewiesenen Ölreserven 2007 im Wesentlichen unverändert blieben und bei 1,24 Billionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) lagen. Diese Menge reicht aus, um das gegenwärtige Produktionsniveau für über 41 Jahre aufrechtzuerhalten. Der Ölpreis befindet sich nunmehr seit über sechs Jahren im Aufwärtstrend. Nach den Datenreihen von BP, die bis ins Jahr 1861 zurückreichen, ist dies die längste Preissteigerungsphase der Geschichte.

«Der diesjährige Statistical Review zeigt sehr klar auf, dass die Märkte funktionieren und dass Verbraucher und Produzenten auf Preisveränderungen reagieren, wenn sie die Möglichkeit dazu erhalten. Vielerorts greift jedoch die Politik in die Marktmechanismen ein und die ökonomisch sinnvolle Nutzung vorgelagerter Reserven ist schwierig. Hinzu kommt, dass in zahlreichen Ländern die Verbraucher durch Subventionen vor Preisanstiegen geschützt werden», erläuterte Christof Rühl, Chefökonom von BP.

Gute Aussichten

Erneuerbare Energien haben noch immer einen geringen Anteil am globalen Energieverbrauch, aber die meisten erneuerbaren Ressourcen verzeichneten 2007 ein kräftiges Wachstum. Die Ethanolproduktion stieg um 27,8 Prozent. Die weltweiten Kapazitäten für die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie wuchsen um 28,5, beziehungsweise 37 Prozent. Dies entspricht in etwa dem historischen Durchschnitt. (scc/ahi)

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