Florence Schelling - Die viel kritisierte SCB-Sportchefin blickt kritisch auf ihr erstes Amtsjahr
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Florence SchellingDie viel kritisierte SCB-Sportchefin blickt kritisch auf ihr erstes Amtsjahr

Die ehemalige Torhüterin der Schweizer Hockey-Nati hat als Sportchefin beim SC Bern ein schwieriges erstes Jahr erlebt. Doch Florence Schelling versucht stets, sich zu hinterfragen.

von
Erik Hasselberg
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Blickt auf ihre erste Amtszeit zurück: SCB-Sportchefin Florence Schelling neben CEO Marc Lüthi.

Blickt auf ihre erste Amtszeit zurück: SCB-Sportchefin Florence Schelling neben CEO Marc Lüthi.

Urs Lindt/freshfocus
Die 32-Jährige musste mit viel Kritik umgehen. 

Die 32-Jährige musste mit viel Kritik umgehen.

Urs Lindt/freshfocus
Die ehemalige Torhüterin der Schweizer Hockey-Nati ist die erste und bislang einzige Frau in einer Spitzenposition in der Männerdomäne Eishockey.

Die ehemalige Torhüterin der Schweizer Hockey-Nati ist die erste und bislang einzige Frau in einer Spitzenposition in der Männerdomäne Eishockey.

Andy Mueller/freshfocus

Darum gehts

  • Der Playoff-Viertelfinal bedeutete für den SC Bern Endstation.

  • SCB-Sportchefin Florence Schelling blickt auf die Saison und ihre erste Amtszeit zurück.

  • Der Job als Sportchefin bei den Bernern sei «kein Spaziergang durch den Rosengarten».

Ein neuer Trainer, der nach 14 Spielen aus persönlichen Gründen zurücktrat und unter dem der SCB nur fünf Spiele gewann, fünffache Quarantäne, das Erreichen des Playoff-Viertelfinals nach dem Pre-Playoff: Es war keine einfache Saison für Florence Schelling in ihrer ersten Amtszeit als Sportchefin beim SC Bern. In einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Bezahlschranke) spricht die ehemalige Torhüterin der Schweizer Hockey-Nati erstmals über ihr schwieriges erstes Jahr und ihren Job, der «kein Spaziergang durch den Rosengarten» sei.

So sagt die 32-Jährige, die als erste und bislang einzige Frau in der von Männern dominierten Hockey-Welt Fuss zu fassen versucht, dass zweifelsohne die Quarantänen die grösste Herausforderung in dieser Saison waren. Die Pandemie verhinderte eine längerfristige Planung. «Die Ungewissheit hat mich auch als Person beschäftigt: Du gehst am Morgen in die Eishalle und fragst dich: Gehts wohl heute wieder in Quarantäne?» Und obwohl sie mit ihrem Verein das Playoff erreicht hatte, sei die Enttäuschung riesig. «Hier ist man sich gewohnt, höher und weiter zu gehen», so Schelling.

«Es ist Fakt: Ich bin jung»

Angesprochen auf die Kritik, die ihr in ihrer ersten Amtszeit entgegen schlug, auch in Bezug auf die Trainerverpflichtung Don Nachbaurs, sagt die 32-Jährige: «Ich habe bei diesem Prozess viel gelernt. Ich hätte wohl dieses und jenes stärker hinterfragen müssen.» Und zwar sei sie ein «Rookie» als Sportchefin, doch sie hält fest: «Es ist Fakt: Ich bin jung. Es ist Fakt: Ich mache diesen Job zum ersten Mal. Aber: Kein Lehrbuch sagt, dass es für diesen Job ein gewisses Alter benötigt.»

Was sie besonders treffe sei die Tatsache, dass es von vielen Seiten hiess, sie sei überfordert. «Sicher trifft mich das, solche Dinge zu lesen oder zu hören. Aber ich rede die Situation nicht schön. Wirft man mir Überforderung vor, frage ich mich: Weshalb gebe ich gewissen Leuten dieses Gefühl?» Sie versuche sich dann stets selbst zu hinterfragen.

Blickt Schelling auf die kommende Saison, hält die Sportchefin fest, dass man einen Neustart in der ersten Mannschaft und «frisch anfangen» wolle, weshalb Mario Kogler wieder in den Nachwuchs gehen werde. Die Zusammenarbeit mit dem vom HC Davos zum SCB gestossenen neuen Chef der Sportabteilung, Raeto Raffeiner, sehe sie positiv. «Er bringt viel Wissen mit. Wir müssen uns noch finden.»

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