Reise-Fotografie: Die vielen Gesichter Papua-Neuguineas

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Reise-FotografieDie vielen Gesichter Papua-Neuguineas

Vom gebirgigen Hochland bis in den dichten Dschungel am Karawari-Fluss – Porträts aus einem geheimnisvollen Land.

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Gäste werden im Karawari-Gebiet Papua-Neuguineas mit Musik und bunten Tänzen empfangen.

Gäste werden im Karawari-Gebiet Papua-Neuguineas mit Musik und bunten Tänzen empfangen.

Marlies Seifert
Hier leben auch die sogenannten Krokodilmänner. Ihr Oberkörper ist gezeichnet von Narben, die während eines Initiationsritus entstehen.

Hier leben auch die sogenannten Krokodilmänner. Ihr Oberkörper ist gezeichnet von Narben, die während eines Initiationsritus entstehen.

Marlies Seifert
Die Gesichtsfarben werden alle aus lokalen Pflanzen hergestellt. Das Rot etwa stammt aus den Kernen der Oriana-Frucht. Muscheln und Fischknochen werden als Accessoires benutzt.

Die Gesichtsfarben werden alle aus lokalen Pflanzen hergestellt. Das Rot etwa stammt aus den Kernen der Oriana-Frucht. Muscheln und Fischknochen werden als Accessoires benutzt.

Marlies Seifert

«Wir möchten Sie daran erinnern, dass das Kauen von Betelnüssen auf diesem Flug verboten ist.» Schon bei der Durchsage auf dem Inlandflug von der Hauptstadt Port Moresby nach Mount Hagen im westlichen Hochland ist klar: Das wird keine normale Reise. In der Sitztasche steckt das aktuelle Magazin der Nationalairline. Die Titelgeschichte: «Brautpreis im 21. Jahrhundert». Auch wenn sich die christliche Hochzeitstradition in dem pazifischen Inselstaat durchgesetzt hat, die zukünftige Angetraute gilt es bis heute mit Schweinen aufzuwiegen.

Willkommen in Papua-Neuguinea, einem Land, das zwischen altertümlichen Traditionen und moderner Lebensweise steckt.

Einem Land, in dessen Hochland teilweise erst in den 1950er-Jahren die ersten Weissen – Goldgräber und Missionare – Boden betraten. Einem Land, in dem ungebetene Gäste bis heute mit Kriegsbemalung empfangen werden. Einem Land, in dem noch immer blutige Stammeskämpfe ausgetragen werden, die sich oft an simplen Streitereien entzünden, dann aber monatelang dauern und Todesopfer fordern können.

Einem Land, in dem Einheimische für Touristen und zu besonderen Anlässen die Strassenbekleidung ablegen und Tracht tragen. Einem Land, in dem es aber auch genauso normal ist, zu T-Shirt und Sonnenbrille einen traditionellen Kopfschmuck zu tragen. Und in dem man ganz lässig sein Smartphone aus dem Buschrock zieht. Einem Land, dessen ursprüngliche Natur bedroht wird von rücksichtslosem Rohstoffabbau. Einem Land, in dem es aussergewöhnlicher ist, in einem Auto zu fahren als in einem Flugzeug zu fliegen, weil es kaum Strassen gibt. Einem Land, in dem es Dörfer gibt, wo seit Jahrzehnten keine Besucher waren. Einem Land, in dem man bei Zahnweh auch mal zum Geisterbeschwörer statt zum Arzt geht. Einem Land, in dem bis vor wenigen Generationen noch Kannibalen und Kopfjäger ihr Unwesen trieben. Einem Land, in dem es über 800 Sprachen und Hunderte von Stämmen gibt, die alle eigene Riten, Tänze und Traditionen kennen.

Einem Land, das sich so schwer in Worte fassen lässt, dass wir an dieser Stelle einfach Bilder sprechen lassen. Eine Reise in Porträts – von den Western Highlands über die tropische Karawari-Region bis in die ursprüngliche Bergprovinz Hela.

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