Wildpinkler: Die Wände in St. Pauli pinkeln zurück
Aktualisiert

WildpinklerDie Wände in St. Pauli pinkeln zurück

Die Anwohner der Hamburger Reeperbahn rüsten gegen Wildpinkler auf – mit einem fiesen Speziallack.

von
kmo

Tausende vergnügen sich täglich auf der Hamburger Reeperbahn. Dazu trinken sie ordentlich Bier und müssen entsprechend oft auf die Toilette. Genauer gesagt: sie sollten. Denn viele begnügen sich mit der nächstbesten Wand.

Allzu viele, finden die Anwohner: «Wenn Sie hier auf die Strasse gehen, haben Sie das Gefühl, in einer Kloake zu stehen», sagt Julia Staron zu Spiegel Online. Die 44-Jährige ist in der Interessengemeinschaft St. Pauli und kämpft gegen Wildpinkler.

Superhydrophobe Farbe und «Pinkel-Karte»

Dazu hat sie sich eine einfache Methode ausgesucht: Sie liess zwei Wände mit superhydrophober Farbe bestreichen. Dieser Speziallack löst einen Abperleffekt aus. Das Resultat: Der Urinstrahl wird gegen den Wildpinkler gerichtet.

Sechs Quadratmeter mit diesem Lack zu bestreichen, kostet rund 500 Euro, sagt IG-St.-Pauli-Mitglied Staron zum «Spiegel». Trotz der Kosten seien die ersten Anfragen von Hausbesitzern und Gewerbetreibenden bereits eingetroffen. «Spätestens beim Schlagermove werden alle mitmachen, dann haben wir hier 400'000 Menschen im Stadtteil, die jede Hemmung verlieren», sagt sie.

Als zusätzlichen Anreiz, um die Wildpinkler von ihrem lästigen Verhalten abzubringen, lanciert die IG St. Pauli laut Staron eine «Pinkel-Karte: «Wer die Toiletten in einer Bar oder einem Restaurant aufsucht, bekommt einen Stempel in seine Karte. Beim sechsten gibts einen Schnaps aufs Haus.»

Deine Meinung