Die WAGs sind weg: Deutsche Wirtschaft trauert
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Die WAGs sind weg: Deutsche Wirtschaft trauert

Keine Nation hat solch glamouröse Fussball-«Wifes And Girlfriends» wie die Engländer. Nach dem WM-Aus Englands sind nicht nur englische Fans, sondern auch deutsche Laden- und Barbesitzer in tiefer Trauer.

Katerstimmung in Baden-Baden: «The WAGs pack their Bags» (die WAGs packen ihre Koffer) titelt die «Sun» am 2. Juli 2006. Mit ihren Eskapaden füllten die Frauen und Freundinnen der England-Stars die People-Spalten von ganz Europa. Doch nicht nur Journalisten trauern um die Abreise der Party-freudigen Fussball-Ladies: Die Umsätze in den Bars und Luxus-Läden von Baden-Baden dürften in den Keller fallen.

Denn die WAGs liessen es sich in der deutschen Kleinstadt gut gehen - sehr gut sogar. Angeführt von «Queen WAG» Victoria Beckham entbrannte bald ein richtiger Style-Krieg: Victoria verteilte zusammen mit Cheryl Tweedy (der Verlobten von Ashley Cole) Noten für die Outfits der anderen WAGs - täglich konnten sich die «minderen» WAGs per mündlich verbreitetem «Vic-o-Meter» über die Qualität ihrer Auftritte informieren. Die Folge war fast tägliches Shopping in den Boutiquen Baden-Badens: Eine Vierergruppe WAGs liess schnell über 5'000 Pfund (11'300 Schweizer Franken) für Schuhe und Kleider liegen - täglich, und in nur 20 Minuten, wie ein glücklicher Ladenbesitzer der «Sun» erzählte.

Doch nicht nur die Edel-Geschäfte werden die shoppingsüchtigen Engländerinnen schmerzlich vermissen. Auch im Gastronomiesektor muss sich Baden-Baden auf trockenere Zeiten einstellen. Allein nach dem Spiel England-Paraguay tranken sie sieben Flaschen Champagner, 23 Wodka-Lemons, 12 Gläser Bier, vier Sambucas und einen Bacardi-Cola - zu sechst, versteht sich.

Barmann Tortora Carmine musste Extra-Getränkelieferungen bestellen, nachdem die WAGs seine Bar zu ihrem Lieblingstreffpunkt erkoren. Hunderte von Litern Bier und über hundert Flaschen Champagner sorgten dafür, dass er immer auf das Erscheinen von Victoria & Co. vorbeireitet war. Regionale Party-Service-Unternehmen konnten sich ebenfalls nicht über einen Mangel an Aufträgen beklagen: Für eine Siegesfeier wurde schnell ein Schloss aus dem 12. Jahrundert gemietet - die WAGs gönnten sich ein ritterliches Festbankett.

Das glamouröse Leben zeigte in Baden-Baden auch seine Schattenseiten. Über 200 vornehmlich englische Journalisten verfolgten die WAGs auf Schritt und Tritt - nach den Bikini-Bildern am Pool sah sich das Hotel der Spielerfrauen gezwungen, einen über 2 Meter hohen Sichtschutz zu installieren. Abigail Clancy, die Freundin von «Kampfgiraffe» Peter Crouch, wurde von ihrem Partner frühzeitig nach Hause geschickt. Englische Fotografen hatten zuvor behauptet, den Bild-Beweis für ihren Kokainkonsum zu haben.

(gbr)

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