Mythos Bierbauch – Ist Bier tatsächlich ein Dickmacher?
Kommt der Bierbauch wirklich vom Biertrinken? Oder ist da nichts dran?

Kommt der Bierbauch wirklich vom Biertrinken? Oder ist da nichts dran?

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Macht Bier wirklich dick?Die Wahrheit über den Mythos Bierbauch

Eine Wampe nennt man im Volksmund gerne Bierbauch. Darum ist für viele klar, dass Bier der Grund für die dicke Kugel ist. Doch stimmt das wirklich? Wir haben nachgeforscht.

von
Lucien Esseiva

Fast 55 Liter Bier betrug 2019 der pro-Kopf-Konsum in der Schweiz. Statista.com weiss sogar, welches Bier am liebsten getrunken wurde – es ist Lagerbier, 73 Prozent griffen zu dieser Sorte. Aber auch alkoholfreies Bier ist stark auf dem Vormarsch. Zwischen 2010 und 2018 stieg der Marktanteil um gut 50 Prozent.

Wie alle alkoholischen Getränke sollte man auch Bier mit Bedacht trinken. Ein Mass, mit über einem Liter Inhalt, ist da vielleicht nicht die beste Idee. Meist bleibt es nämlich nicht nur bei einem. 

Wie alle alkoholischen Getränke sollte man auch Bier mit Bedacht trinken. Ein Mass, mit über einem Liter Inhalt, ist da vielleicht nicht die beste Idee. Meist bleibt es nämlich nicht nur bei einem.

Unsplash/Fábio Alves

Bei einer solchen Menge müsste eigentlich die halbe Schweiz einen sogenannten Bierbauch vor sich herschieben. Dass das nichts mit der Realität zu tun hat, ist nur ein Beweis, dass der Bierbauch ein Mythos ist.

Bier macht nicht dick – aber auch nicht satt

Das Problem mit dem Übergewicht liegt tiefer. Eine Stange (3 dl) Lagerbier hat nämlich gerade einmal 120 Kalorien (zum Vergleich: der beliebte Spritz hat gut doppelt so viele). «Dass sich Bier direkt auf den Bauchumfang auswirkt, ist eine Laientheorie», sagt deshalb auch Dr. Rene Schumann, Facharzt für ästhetische-plastische Chirurgie aus Düsseldorf der Zeitschrift «Fit for Fun».

Bier macht hungrig und die Meisten haben dann Lust auf was Deftiges.

Bier macht hungrig und die Meisten haben dann Lust auf was Deftiges.

Unsplash/Fábio Alves

Nun ist es aber so, dass ein Bier den Appetit anregt und seien wir ehrlich – die wenigstens greifen nach einer kühlen Stange zu einem Rüebli, sondern geniessen dann eher Salznüssli oder noch deftigere Kost. Meist verspeisen wir also zum Bier mehr Kalorien als wir am selben Abend abbauen können. Das Resultat ist einfach: man nimmt zu. Abhilfe schafft leichteres Essen, weniger alkoholische Getränke vor, während oder nach dem Essen oder Bewegung nach dem opulenten Mahl.

Fies! Salzige Nüssli machen nicht nur noch mehr Durst, sie sind ausserdem eine Kalorienfalle. 

Fies! Salzige Nüssli machen nicht nur noch mehr Durst, sie sind ausserdem eine Kalorienfalle.

Unsplash/Rachel Hisko

Dass Bier massvoll genossen sogar gesund sein kann, wurde in über 3000 klinischen Studien belegt. Die im Bier enthaltenen Polyphenole wirken antioxidativ, was uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt schützen soll. Ausserdem soll Bier das Risiko senken, an Alzheimer zu erkranken.

Gerade Cocktails sind Kalorienbomben

In einigen Cocktails stecken richtig viele Kalorien. 

In einigen Cocktails stecken richtig viele Kalorien.

Unsplash/Helena Yankovska

«Fit for Fun» setzt noch einen drauf. Sie zitieren eine Studie, nach der Frauen, die Bier trinken, sogar schlanker sind als jene, die auf Bier verzichten. Diese Aussage ist aufgrund fehlender Quellen schwer nachprüfbar. Es kommt natürlich drauf an, was man statt Bier zum Apéro trinkt. Fakt ist: gerade in Cocktails sind die meisten Kalorien versteckt, wie diese Liste zeigt.

  • Piña Colada: 299 kcal

  • Cola Rum: 240 kcal

  • Champagner-Cocktail: 207 kcal

  • Tequila Sunrise: 202 kcal

  • Caipirinha: 180 kcal

  • Gin Tonic: 170 kcal

  • Mojito: 155 kcal

  • Margarita: 138 kcal

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