Aktualisiert 17.07.2016 09:02

LadenhüterDie Wasserglace ist nicht mehr cool

Diesen Sommer wollen alle eine Rahmglace. Aber auch die vegane Alternative ist beliebt. Der grosse Verlierer ist die Wasserglace – dabei wäre auch die vegan.

von
Dorothea Vollenweider
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Die Wasserglace gehört diesen Sommer bisher zu den grossen Verlierern. Dabei wäre sie weniger kalorienreich als das Rahmglace.

Die Wasserglace gehört diesen Sommer bisher zu den grossen Verlierern. Dabei wäre sie weniger kalorienreich als das Rahmglace.

Keystone/Patrick B. Kraemer
Die Geschmacksrichtung Vanille ist bei Coop und Migros seit Jahren ein Verkaufsschlager.

Die Geschmacksrichtung Vanille ist bei Coop und Migros seit Jahren ein Verkaufsschlager.

Coop
Zudem sei ein Trend hin zu veganen Glacen und Produkten für Leute mit einer Lebensmittelunverträglichkeit spürbar.

Zudem sei ein Trend hin zu veganen Glacen und Produkten für Leute mit einer Lebensmittelunverträglichkeit spürbar.

Coop

50 Glacen – so viel Eis verzehren die Schweizer Schleckmäuler im Schnitt pro Jahr. Anders gesagt: Laut dem Verband Schweizerischer Glaceproduzenten Glacesuisse beträgt der Verbrauch pro Kopf 5,4 Liter Glace – oder insgesamt 45 Millionen Liter. Rund 75 Prozent dieses Jahresumsatzes macht die hiesige Industrie zwischen April und September.

Die gefragteste Glace ist bei Coop und Migros seit Jahren die Vanille-Glace. Im Allgemeinen war die Rahmglace bisher besonders beliebt. Aber es sei auch ein Trend hin zur veganen Glace und Produkten für Leute mit einer Lebensmittelunverträglichkeit spürbar. Seit Saisonbeginn führt Coop deshalb Soja-Glace und ein Tofu-Cornet im Sortiment. Migros bestätigt ebenfalls, dass die vegane Linie Coco Ice-Land trotz des seit langer Zeit schlechten Wetters sehr gut in die Saison gestartet sei.

Vegan muss es sein

Auch der regionale Glace-Produzent Kleiner in Zürich stellt diesen Trend fest: «Immer mehr unserer Kunden wollen sich vegan oder auch laktosefrei ernähren», sagt Peter Waltenspühl, Marketing-Verantwortlicher. Kleiner führt derzeit vier vegane Glacensorten – von insgesamt 14 Geschmacksrichtungen. Sonja Dänzer, Gründerin des veganen Schweizer Glace-Labels The Green Fairy, konnte ihren Umsatz seit Beginn (2012) jedes Jahr verdoppeln. «Dieses Jahr produzieren wir 25'000 Liter, letztes Jahr waren es noch 10'000 Liter», sagt sie.

Der grosse Verlierer ist die Wasserglace

Zu den Verlierern gehört bisher die Wasserglace. Das ist überraschend, ist doch auch die Wasserglace vegan und für Allergiker gut geeignet. Doch Migros verkaufte bisher im Vergleich zum letzten Jahr 14 Prozent weniger. Auch bei Coop hüten die Wasserglacen die Regale. Die schlechten Verkaufszahlen lassen sich laut den Detailhändlern mit den vergleichsweise tiefen Temperaturen im Juni erklären. «Wasserglacen verkaufen sich in der Regel richtig gut, wenn es wärmer als 25 Grad ist», sagt Ruch von Coop.

Könnten die Rakete und die Winnetou-Glace vielleicht noch aufholen, wenn das Wetter in den nächsten Wochen mitspielt? «Entscheidend für die Glaceverkäufe sind die Monate Juni und Juli», sagt Migros-Sprecherin Christine Gaillet. Wenn das Wetter in diesen Monaten nicht mitspiele, sei es sehr schwer, den Minderverkauf ab August wieder wettzumachen.

Der Detailhändler Coop verkauft in einer durchschnittlichen Juli-Woche etwa die dreifache Glacemenge wie in einer Januar-Woche. «An besonders heissen Tagen kann sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr gar verdoppeln», sagt Coop-Sprecherin Nadja Ruch.

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