«Abscheulich»: Die Welschen wollen nicht die Griechen sein
Aktualisiert

«Abscheulich»Die Welschen wollen nicht die Griechen sein

Die «Weltwoche» attackiert die welsche Schweiz aufs Schärfste und bezeichnet sie unter anderem als «Griechen der Schweiz». Die Romands laufen Sturm.

von
jsk
Den «Griechen der Schweiz»-Artikel der «Weltwoche» beantwortete Nationalrat Antonio Hodgers sogleich (rechts).

Den «Griechen der Schweiz»-Artikel der «Weltwoche» beantwortete Nationalrat Antonio Hodgers sogleich (rechts).

«Ob Arbeitslosigkeit, Verschuldung oder Zinsbelastung – in jeder Negativ-Statistik liegen die Welschen vorn», lauten die Vorwürfe der «Weltwoche» an die welsche Schweiz. Die Deutschschweizer bezeichnet sie als «fleissige Nordländer», die Romands als «faule Südländer». Dabei beruft sich das Wochenmagazin auf nationale Statistiken und kritisiert den «welschen Schlendrian».

Das reisst den Röstigraben wieder auf: «Die Deutschschweizer nach Deutschland», schreibt ein verärgerter Leser von 20 Minutes Online, «abscheulich», findet ein anderer, oder schlicht gesagt «eine Schande».

Die Vorwürfe seien aber keineswegs erfunden, sagt Politgeograf Michael Hermann, der eine Arbeit über die Beziehung zwischen Deutschschweizern und Romands verfasst hat. «Diese Statistiken spiegeln die Mentalitätsunterschiede zwischen Romands und Deutschschweizern wider.» Es sei eine Tatsache, dass die Welschen eine andere Kultur leben als die Deutschschweizer. «Das ist auf die Verwurzelung zurückzuführen – die Romands sind französisch geprägt, die Deutschschweizer dagegen alemannisch.» Der Artikel zeige aber nur die negativen Statistiken auf und blende zum Beispiel den wirtschaftlichen Aufschwung des Arc lémanique oder die Innovationskraft aus, sagt Hermann. (jsk/20 Minuten)

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