Aktualisiert 01.01.2010 16:30

2010Die Welt begrüsst das neue Jahr

Feuerwerk, Vollmond und nasse Füsse: Millionen Menschen weltweit feiern unter freiem Himmel ins neue Jahr.

Schlechtes Wetter drohte vielen Feiernden einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die ersten, die global das Jahr 2010 einläuten konnten, waren die rund 5000 Bewohner der Weihnachtsinsel Kiritimati, die zum Pazifikstaat Kiribati gehört.

Schon um 11 Uhr MEZ feierten die Menschen dort Silvester, denn in Kiribati verläuft die Datumsgrenze. Danach konnten es die Bewohner Australiens, Neuseelands und anderer Pazifikstaaten krachen lassen.

Riesenfeuerwerk in Sydney

Im Hafen der australischen Metropole Sydney stieg eine Riesen-Silvesterparty - ganz ohne Alkohol. Um 14.00 Uhr MEZ entfachte die Stadt vor der berühmten Kulisse der Hafenbrücke und des Opernhauses ein grandioses Feuerwerk mit 36 000 Feuerwerkskörpern.

Kleiner Wermutstropfen für das Partyvolk: Die Polizei hatte in den öffentlichen Parks ein Alkoholverbot verhängt, um Pöbeleien und Gewalt durch Betrunkene zu verhindern.

Blue Moon

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand in der Silvesternacht wieder ein «Blue Moon» am Himmel. Diese besondere Naturerscheinung eines zweiten Vollmonds innerhalb desselben Monats ist ohnehin schon selten, doch in einer Silvesternacht konnte man sie seit dem Jahreswechsel 1990/91 nicht mehr beobachten.

Das nächste Mal soll ein Silvester-«Blue Moon» erst wieder 2028 zu erleben sein. Den ersten Vollmond im letzten Monat des Jahres gab es diesmal am 2. Dezember. Astronomen sagten für die Silvesternacht ausserdem eine partielle Mondfinsternis voraus.

In Brasilien sollte es eigentlich echtes Strand-Feeling geben, doch wegen starker Regenfälle sind selbst an der sonnenverwöhnten Copacabana von Rio de Janeiro Regenschirme angesagt. In den Favelas von Rio kamen zahlreiche Menschen bei Erdrutschen ums Leben (20 Minuten Online berichtete). In Bulgarien herrschte dagegen sonniges Frühlingswetter mit Temperaturen bis zu 20 Grad.

In Italien drohten Open-Air-Partys ins Wasser zu fallen: Zwischen Mailand und Rom wurden starke Schnee- und Regenfälle erwartet. In Venedig standen die Silvesterfeiern unter dem Motto «Amore» (Liebe). Auf dem Markusplatz wurden trotz Hochwassers bis zu 60 000 Menschen erwartet, die sich zum Jahreswechsel küssen und damit die Botschaft von Liebe in die Welt schicken sollten.

Ausgelassene Feier im verschneiten Moskau

In Russland haben bei der zentralen Silvesterfeier auf dem Roten Platz in Moskau zehntausende Menschen ausgelassen das neue Jahr begrüsst. Als die benachbarte Kreml-Uhr am Spasski-Turm um Mitternacht zwölfmal schlug, fielen sich die Nachtschwärmer auf dem tief verschneiten Platz in die Arme oder wünschten sich per Handschlag alles Gute.

Die bunten Zwiebeltürme der berühmten Basilius-Kathedrale funkelten im Schein eines mächtigen Feuerwerks. Vor dem nahen Lenin-Mausoleum liefen viele Moskauer auf Schlittschuhen in einer Arena mit Kunsteis ins neue Jahr.

Auch in zahlreichen Clubs der russischen Hauptstadt wurde gefeiert, zum Beispiel bei Popfestivals mit Bands wie Boney M. oder beim «Megapolis New Year Eve» im 42. Stockwerk eines Wolkenkratzers.

Die in vielen Restaurants beliebten Feuershows mussten nach einer Brandkatastrophe in einem Nachtclub der Stadt Perm Anfang Dezember mit etwa 150 Toten aber unterbleiben.

Landesweit waren in der Silvesternacht mehr als 120 000 Sicherheitskräfte eingesetzt. Wegen der elf Zeitzonen in Russland begrüssten die Menschen im Riesenreich das neue Jahr zu unterschiedlichen Zeiten.

Paris im Bann des Silvesterzaubers

Zehntausende Menschen haben im Zentrum von Paris mit Jubelschreien das neue Jahr begrüsst. Rund 50'000 Menschen versammelten sich am Trocadero-Platz nahe des Eiffelturms, der zur Jahreswende mit einer funkelnden Licht-Ton-Schau aufwartete.

Das Spektakel endete pünktlich um Mitternacht mit einem feuerwerkartigen Aufleuchten des Wahrzeichens, das im vergangenen Jahr 120 Jahre alt geworden war. Für die Show waren mit rund zwei Kilometer Kabel über 430 LED-Lampen und farbige Lichterspots verlegt worden.

Auf der Pariser Prachtmeile Champs-Elysées feierten etwa 60 000 weitere Menschen den Jahreswechsel.

Schnee in Berlin - Routine auf der Raumstation

Mit Glühwein und warmen Mützen haben Hunderttausende in Berlin das Jahr 2010 begrüsst. Punkt Mitternacht verwandelte ein Feuerwerk den Himmel über Deutschlands grösster Silvesterparty in ein buntes Farbenmeer.

Tausende lagen sich am Brandenburger Tor in den Armen, während Hits des im Juni gestorbenen Michael Jackson das neue Jahr einläuteten. Die Veranstalter sprachen von knapp einer Million Besuchern auf der mehr als zwei Kilometer langen Festmeile bis zur Siegessäule.

Bei Minusgraden waren viele erst spät in den Tiergarten aufgebrochen und tanzten dort in knöchelhohem Schneematsch. Über dem wie mit Puderzucker bestreuten Brandenburger Tor rieselten Schneeschauer durch tanzende Lichtkegel.

Für die Astronauten bot der Jahreswechsel - trotz Schwerelosigkeit statt Regenschirm - triste Routine: Auf der internationalen Raumstation ISS wird die Silvesternacht ein «Arbeitstag wie jeder andere», hatte ein NASA-Sprecher gesagt. Theoretisch hat die Besatzung 16 Mal die Gelegenheit, das neue Jahr zu begrüssen.

Hochsicherheitszone Times Square

Strenge Sicherheitsvorkehrungen trüben den Silvesterspass auf dem New Yorker Times Square. Die Polizei hat Amerikas berühmteste Feiermeile weiträumig abgesperrt und lässt Passanten nur nach strenger Kontrolle ein.

Rucksäcke sind ebenso verboten wir grössere Getränkeflaschen. Am Vortag hatte ein verlassener Lieferwagen die Polizei beschäftigt, er hatte sich jedoch als harmlos herausgestellt.

Trotz der Einschränkungen und nasskalten Wetters warteten schon zwölf Stunden vor Mitternacht tausende Touristen mit dicken Jacken, Mützen mit Ohrenwärmern und Wechselschuhen auf die grösste Silvesterparty der USA.

Der Sturz einer 5400 Kilogramm schweren, mit 32 000 Glühbirnen bestückten Kristallkugel hat in New York den Start ins neue Jahr eingeleitet. Hunderttausende jubelten bei kaltem Wetter, ein bunter Regen aus 1360 Kilogramm Konfetti begleitete den Fall der Kristallkugel, ein Feuerwerk erleuchtete die Nacht. Viele der feiernden trugen kegelförmige Party-Hüte und 2010-Brillen.

Die traditionelle Feier auf dem berühmtesten Teil des New Yorker Broadways wird jedes Jahr von mehr als einer Million Gästen besucht.

Neujahr ist schon lange

Champagner hin oder her - wenn es nach den Astronomen geht, feiern wir sowieso alle verkehrt: Für alle Bewohner der Erde beginnt das astronomische Jahr 2010 nämlich gleichzeitig - und das ist nach MEZ bereits vormittags um 11.55 Uhr am Silvestertag.

Zu diesem Zeitpunkt überschreitet die Sonne auf ihrer Bahn die Wegmarke zehn Grad östlich vom Winterpunkt. Dieser Punkt markiert den astronomischen Jahresbeginn, sagen die Wissenschaftler.

Neuseeland begrüsste das neue Jahr bereits um 12.00 Uhr MEZ:

$$VIDEO$$ (sda/dapd)

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