US-Wahlen: «Die Welt braucht ein starkes Amerika»
Aktualisiert

US-Wahlen«Die Welt braucht ein starkes Amerika»

Bei ihrem letzten TV-Duell haben die beiden Präsidentschafts-Kandidaten Barack Obama und Mitt Romney nochmals die Klingen gekreuzt. Gemäss ersten Umfragen geht der Amtsinhaber als Sieger hervor.

von
bee

Zwei Wochen vor der US- Präsidentenwahl haben Amtsinhaber Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney bei der letzten TV-Debatte um die noch unentschlossenen Wähler geworben. Beim Thema Aussenpolitik stritten die Kontrahenten unter anderem über die richtige Strategie im Verhältnis zum Iran, zu China und zur arabischen Welt. Gemäss einer ersten Umfrage des Nachrichtensenders CNN hat der Präsident das Duell für sich entschieden.

Gleich zu Beginn der Debatte in Boca Raton im US-Staat Florida gab sich Amtsinhaber Obama aggressiv, aufmerksam und streitbar. «Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch», hielt er seinem Herausforderer vor.

Romney versuchte zum Auftakt des TV-Duells in der Nacht auf den Dienstag seinem Rivalen den aussenpolitischen Wind aus den Segeln zu nehmen, indem er ihm zur Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gratulierte. Gleichzeitig schränkte er ein, dass Töten allein nicht ausreiche. «Wir brauchen eine breit angelegte Strategie.»

So habe der Präsident es versäumt, mit einer stimmigen Politik auf die Umwälzungen im Nahen Osten zu reagieren, sagte Romney. Trotz vielversprechender Anfänge sei der Sturz despotischer Regime in Ägypten, Libyen und andernorts im vergangenen Jahr in «zunehmendem Chaos» gemündet.

Zudem habe der Amtsinhaber nicht genügend getan, um den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern. «Der Iran ist jetzt näher an Atomwaffen als vor vier Jahren», warf Romney dem Präsidenten vor.

Obama verweist auf eigene Verdienste

Obama wies den Vorwurf entschieden zurück, die Beziehung zum engsten US-Verbündeten Israel zu gefährden und nicht genug gegen die nukleare Bedrohung durch den Iran zu tun. «Wenn Israel angegriffen wird, dann wird Amerika Israel zur Seite stehen», sagte er. Im Gegensatz zu Romney halte er es aber für falsch, die USA in einen «voreiligen» Krieg gegen den Iran zu ziehen.

Obama verwies zudem auf seine aussenpolitischen Verdienste. Er habe den Krieg im Irak beendet, die US-Truppen seien auf dem Weg zu einem Rückzug aus Afghanistan und er werde die für den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi verantwortlichen Täter zur Rechenschaft ziehen.

Obama warf Romney eine rückwärtsgewandte Aussenpolitik vor. Mit der Bezeichnung Russlands als «geopolitischen Gegner» führe der ehemalige Gouverneur von Massachusetts die USA auf einen Standpunkt des Kalten Krieges zurück. «Sie wollen offenbar die Aussenpolitik der 80er-Jahre zurückholen», sagte Obama.

Abschweifen auf innenpolitische Themen

Sowohl Obama als auch Romney machten klar, dass sie eine weltweite Führungsrolle für die USA beanspruchen. «Amerika muss stark sein. Amerika muss führen», sagte Romney. Obama sagte, die Welt brauche ein starkes Amerika.

Im Laufe der Debatte schweiften die beiden Kandidaten vom vorgegebenen Thema der Aussenpolitik ab und wandten sich der maroden Wirtschaftslage zu. Romney sprach von seinem Fünf-Punkte-Plan für Jobs und Konjunktur, Obama von seinen Plänen zu Neueinstellungen im Bildungssektor.

Für die Kandidaten stand viel auf dem Spiel: Es war die letzte Möglichkeit, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten. Die erste Debatte hatte Romney gewonnen, die zweite konnte Obama für sich entscheiden. Laut Umfragen liefern sich die beiden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Gewählt wird am 6. November.

Die dritte TV-Debatte

(Quelle: YouTube/AussieNews1)

(bee/sda/dapd)

Obama gewinnt Wahl im US-Kinderkanal Nickelodeon

Eine Wahl hat US-Präsident Barack Obama in diesem Herbst schon gewonnen: Bei der vom US-Kinderkanal Nickelodeon organisierten Abstimmung setzte sich der demokratische Amtsinhaber mit 65 Prozent sehr deutlich gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney mit 35 Prozent durch.

Moderatorin Linda Ellerbee verwies am Montag mit Blick auf die Präsidentenwahl am 6. November darauf, dass die Abstimmungen der Kinder bei fünf von sechs vorangegangenen Wahlen mit dem Ergebnis der Erwachsenen übereingestimmt hätten. Insgesamt hätten sich 521 000 Kinder und Jugendliche an der von der Sendung «Nick News with Linda Ellerbee» organisierten Internet-Abstimmung beteiligt.

Während Obama sich die Zeit genommen hatte, auf vorher eingereichte Fragen von Nickelodeon-Zuschauern zu antworten, sagte Romney ab. Ellerbee bezweifelte allerdings, dass dies den Ausschlag gegeben habe: 2004 habe der damalige demokratische Bewerber John Kerry ebenfalls nicht an der Sendung teilgenommen, dennoch hätten die Kinder mehrheitlich für ihn gestimmt. Die Erwachsenen wählten damals dagegen erneut George W. Bush zum Präsidenten.

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