Surfer Girl: «Die wenigsten können von unserem Sport leben»
Aktualisiert

Surfer Girl«Die wenigsten können von unserem Sport leben»

June Erostarbe (18) ist bei den Swiss Champs auf den ersten Platz gesurft. Wir haben die Schweizerin über ihre grösste Leidenschaft befragt.

von
Geraldine Schläpfer

June, du gehörst zu den besten Surferinnen der Schweiz. Wann bist du das erste Mal auf einem Brett gestanden?

Das Wellenreiten wurde mir fast in die Wiege gelegt, meine ganze Familie ist surfbegeistert. Mein Vater brachte es mir deshalb schon mit sechs Jahren bei.

Was liebst du an deinem Sport?

Der Kontakt zur Natur, die Leute und der Lifestyle sind einfach einmalig. Mich fasziniert zudem, wieviel Freude man auch alleine haben kann.

Wie trainierst du abseits vom Meer?

Momentan bin ich in der Schweiz und kann leider nicht surfen. Dann gibt es einfach ein bisschen mehr Yoga und Skaten — Hauptsache, ich kann mich jeden Tag bewegen. Auch auf dem Snowboard stehe ich gerne.

Musst du Diät halten?

Ich bin Vegetarierin und schaue schon auf eine ausgewogene Ernährung, ich glaube, das gehört bei jedem Sport dazu. Vor einem strengen Contest gibt es extra viele Kohlenhydrate für mehr Power.

Kann jeder deinen Sport lernen?

Der Anfang ist schwierig. Man braucht viel Geduld, bis man die allererste Welle reiten kann, speziell wenn man körperlich noch nicht so fit ist. Wer sich da durchbeisst, wird aber doppelt belohnt.

Was war dein schönstes Erlebnis auf dem Brett?

Meine besten Surferfahrungen habe ich von den Surftrips mit meiner Familie. Wir sind schon viel gereist, aber die Reise auf die Malediven war unglaublich. Perfekte Wellen, das Leben am Meer, und stundenlang Surfen mit den Personen, die ich am meisten liebe.

Reisen ist teuer. Wie finanzierst du deinen Sport?

Ich habe keinen Sponsor, meine Eltern müssen in diese Rolle schlüpfen. Sie bringen mich zu allen Contests, kaufen mir die Surfboards und unterstützen mich immer und überall, wo sie nur können.

Kannst du selber vom Surfen leben?

Nein, das können die allerwenigsten. Ich surfe, um Spass zu haben, und studiere nebenbei, um bald auf eigenen Beinen stehen zu können.

Ohne welche Dinge würdest nie zum Surfen verreisen?

Nie ohne Musik, Sonnencrème und Conditioner. Und wenn meine Schwester dabei ist, wird der Trip perfekt. Sie ist meine beste Freundin, wir surfen Contests zusammen, haben Spass und motivieren uns gegenseitig.

Sie wollen einen Einblick in das Leben von June? Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie Strand und Meer im Video der Swiss Surfing Championsships:

Swiss Surfing Championship 2015 from Swiss Surfing on Vimeo.

Die Schweizerin June Erostarbe (1997) wohnt mit ihrer Familie in Zarautz, Spanien. Sie surft seit sie klein ist. Obwohl der Sport immer beliebter wird fehle es noch an Anerkennung und finanzieller Unterstützung. «Deshalb bleibt es bei vielen Nachwuchstalenten beim Hobbysurfen», so June, die momentan auf Platz 2 der Schweizer Rangliste steht. Sie hofft, dass Surfen bald eine olympische Disziplin wird nicht zuletzt für die Zuschauer: «Das würde ein wenig Show in die Spiele bringen»

Mehr zur Swiss Surfing Association: www.waveriding.ch

Mehr zur Swiss Surfing Association: www.waveriding.ch

Deine Meinung