G7 in Bayern: Die wichtigsten Ergebnisse des G7-Gipfels
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G7 in BayernDie wichtigsten Ergebnisse des G7-Gipfels

24 Stunden tagten die Oberhäupter der sieben führenden Industriestaaten in Bayern. Ihre Beschlüsse im Überblick.

von
kmo
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Zum Abschluss des G7-Gipfels am 8. Juni 2015 posieren die Teilnehmer für ein Bild: Ellen Johnson Sirleaf, Ban Ki Moon, Matteo Renzi, Angela Merkel, Barack Obama, Haider al-Abadi, Tusk, François Hollande, Muhammadu Buhari (v.l.).

Zum Abschluss des G7-Gipfels am 8. Juni 2015 posieren die Teilnehmer für ein Bild: Ellen Johnson Sirleaf, Ban Ki Moon, Matteo Renzi, Angela Merkel, Barack Obama, Haider al-Abadi, Tusk, François Hollande, Muhammadu Buhari (v.l.).

AFP/Mandel Ngan
Die Beschlüsse des Gipfels im Überblick. Russland: Der russische Präsident Wladimir Putin bleibt weiterhin aus dem G7-Kreis weiterhin ausgeschlossen. Die G7 verurteilen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und drohen Russland mit weiteren Sanktionen.

Die Beschlüsse des Gipfels im Überblick. Russland: Der russische Präsident Wladimir Putin bleibt weiterhin aus dem G7-Kreis weiterhin ausgeschlossen. Die G7 verurteilen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und drohen Russland mit weiteren Sanktionen.

Keystone/AP/Pavel Golovkin / Pool
Klimaschutz: Dekarbonisierung - der Abschied von Kohle, Öl und Erdgas - soll bis 2050 erfolgen, die Energiewirtschaft auf erneuerbare Quellen umgestellt werden. Die G7 wollen ausserdem den Versicherungsschutz der ärmsten Menschen in Entwicklungsländern vor Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren, Hochwasser oder Wirbelstürmen verbessern.

Klimaschutz: Dekarbonisierung - der Abschied von Kohle, Öl und Erdgas - soll bis 2050 erfolgen, die Energiewirtschaft auf erneuerbare Quellen umgestellt werden. Die G7 wollen ausserdem den Versicherungsschutz der ärmsten Menschen in Entwicklungsländern vor Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren, Hochwasser oder Wirbelstürmen verbessern.

Keystone/AP/Yannis Kolesidis

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten haben im bayerischen Schloss Elmau getagt über eine Fülle von Themen beraten. Die wichtigsten Ergebnisse des G7-Gipfels:

Russland

Wegen des Konflikts um die Ukraine bleibt Russland aus dem G7-Kreis weiterhin ausgeschlossen. Das Handeln Moskaus stehe nicht im Einklang mit den Werten der Gruppe, sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. In der Abschlusserklärung verurteilen die G7 erneut die Annexion der ukrainischen Krim und drohen Russland mit verschärften Sanktionen, «sollten seine Handlungen dies erforderlich machen».

Obama zum G7-Gipfel eingetroffen

Klimaschutz

Ein halbes Jahr vor dem wichtigen UNO-Klimagipfel in Paris einigten sich die G7 auf ein deutliches Signal für den Klimaschutz. Das Schlagwort Dekarbonisierung – der Abschied von Kohle, Öl und Erdgas – fand Eingang in die Abschlusserklärung. Die Energiewirtschaft soll sogar bis zum Jahr 2050 «umgebaut», also auf erneuerbare Quellen umgestellt werden.

Zudem sprechen sich die G7 dafür aus, die Emissionen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids «am oberen Ende eines Spektrums von 40 bis 70 Prozent» bis zum Jahr 2050 zu reduzieren. Sollte dies in Paris auch globale Verpflichtung werden, könnte die Erderwärmung nach Ansicht von Experten weniger stark ausfallen als die bislang für zulässig erklärten zwei Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts.

Die G7 wollen ausserdem den Versicherungsschutz der ärmsten Menschen in Entwicklungsländern vor Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren, Hochwasser oder Wirbelstürmen verbessern. Bisher sind weltweit etwa hundert Millionen Menschen mittels sogenannter Klimarisikoversicherungen gegen die Folgen des Klimawandels versichert. Ihre Zahl soll bis zum Jahr 2020 auf mindestens 400 Millionen erhöht werden.

Schutz der Meere

Die Staats- und Regierungschefs einigten sich auf einen Aktionsplan, der die Vermüllung der Ozeane insbesondere durch Plastik eindämmen soll. Umweltverbänden fehlt aber eine strenge Verpflichtung zur Abfallvermeidung. Eine Million Seevögel sterben jährlich durch Müll im Meer. Die G7 sprachen sich zudem für ein internationales Regelwerk für den Abbau von Rohstoffen in den empfindlichen Tiefseeregionen aus.

Gegen Antibiotika-Resistenzen

Die sieben führenden Industriestaaten wollen den Einsatz von Antibiotika einschränken und die Forschung dazu international abstimmen. Kritiker bezeichnen den Plan als unzureichend, da die G7-Länder keine konkreten Massnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes in der Fleisch- und Fischerzeugung beschlossen hätten.

Fairer und nachhaltiger Handel

Nach den tödlichen Unfällen in asiatischen Textilfabriken wollen die G7 ihre Verantwortung für die weltweiten Produktionsketten stärker wahrnehmen. Ziel: Arbeitsunfälle verhindern und den Umweltschutz fördern. Es wurde ein globaler Fonds («Vision Zero Fund») ins Leben gerufen, der die Einhaltung von Standards unterstützen soll. Wieviel eingezahlt werden soll und von wem, blieb unklar.

Entwicklungspolitik

An der UNO-Vollversammlung in New York im September sollen die künftigen Entwicklungsziele festgelegt werden. Die G7-Staaten wollen 500 Millionen Menschen in Entwicklungsländern bis 2030 von Hunger und Mangelernährung befreien. Zudem setzen sie sich das Ziel, die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen zu fördern.

Ebola

Seit Beginn der Epidemie Ende 2013 steckten sich in Westafrika rund 27'000 Menschen mit dem Ebola-Virus an, über 11'100 von ihnen starben daran – und die Welt war nicht vorbereitet. Die G7 wollen arme Länder bei der Stärkung ihrer Gesundheitssysteme unterstützen, darunter mindestens 60 Staaten in den nächsten fünf Jahren. (kmo/sda)

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