Bediente Fumoirs: Die Wirte jubeln, die Lungenliga ist entsetzt
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Bediente FumoirsDie Wirte jubeln, die Lungenliga ist entsetzt

In Fumoirs im Kanton St.Gallen darf wieder serviert werden: Wirte jubeln, die Lungenliga tobt. Das letzte Wort hat wohl das Volk.

von
upz
Bediente Fumoirs sind im Kanton St.Gallen wieder erlaubt. (Bild: sgm)

Bediente Fumoirs sind im Kanton St.Gallen wieder erlaubt. (Bild: sgm)

Der Kantonsrat hat gestern ein weiteres Kapitel in der scheinbar unendlichen Geschichte des St. Galler Rauchverbots geschrieben: Er sagte mit 66 zu 44 Stimmen Ja zu einem Nachtrag im Gesundheitsgesetz. Das bringt eine Lockerung: Bediente Fumoirs in Bars und Restaurants sind wieder erlaubt. «Endlich können wir unseren Job wieder machen», sagt dazu Josef Müller, Präsident des Wirteverbands Gastro St. Gallen, der 1064 Betriebe vertritt. «Die Lockerung sorgt für mehr Gemütlichkeit in der Beiz. Das wird sich positiv auf die Umsätze auswirken.» Müller lässt durchblicken, dass der Kantonsrat nun eine gängige Praxis legalisiert hat: Viele Wirte, besonders in Land- oder Quartierbeizen, hätten Gästen so oder so ihre Bestellungen ins Fumoir gebracht.

Referendum fast sicher

Wahrscheinlich ist, dass das Stimmvolk das letzte Wort zum Service in den Fumoirs hat: Der Ratsbeschluss untersteht dem fakultativen Referendum. Dass Lungen- und Krebsliga sowie die St. Galler Ärztegesellschaft dieses gemeinsam ergreifen werden, gilt als so gut wie sicher. Lungenliga-Präsident Jürg Barben geisselte den Fumoir-Entscheid mit scharfen Worten: «Der Schutz des Servicepersonals ist den Kantonsräten offenbar nicht wichtig genug.» Das Stimmvolk habe 2009 Ja zur heutigen Lösung gesagt. «Zu früheren Zuständen wollen die Leute nicht zurück», so Barben.

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