30.06.2018 07:06

Gastronomie, Handel, MarkenDie Wirtschaft hofft auf den Weltmeister Schweiz

Deutsche Firmen müssen mit weniger Umsatz rechnen, weil das Land aus der WM raus ist. Schweizer Firmen können vom WM-Glück der Schweiz profitieren.

von
rkn
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Die Schweiz hats ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2018 geschafft – das ist auch für unsere Wirtschaft gut.

Die Schweiz hats ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2018 geschafft – das ist auch für unsere Wirtschaft gut.

AP/Natasha Pisarenko
Im Gegensatz zur Schweiz ist Deutschland rausgeflogen. Entsprechend überrumpelt sind die deutschen Gastwirte, die nun weniger Umsatz befürchten. Auch deutsche Einzelhändler rechnen damit, dass ihr Zusatzgeschäft mit WM-Artikeln wie Trikots jetzt leiden wird.(Im Bild: Deutschland-Fan in Frankfurt am Main am 23. Juni)

Im Gegensatz zur Schweiz ist Deutschland rausgeflogen. Entsprechend überrumpelt sind die deutschen Gastwirte, die nun weniger Umsatz befürchten. Auch deutsche Einzelhändler rechnen damit, dass ihr Zusatzgeschäft mit WM-Artikeln wie Trikots jetzt leiden wird.(Im Bild: Deutschland-Fan in Frankfurt am Main am 23. Juni)

Keystone/Andreas Arnold
«Real werden es sicherlich Getränkehersteller beziehungsweise Kneipen spüren, da das Public Viewing jetzt doch stark nachlassen wird», sagt Rolf Bürkl, Experte der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), zur Nachrichtenagentur Reuters.

«Real werden es sicherlich Getränkehersteller beziehungsweise Kneipen spüren, da das Public Viewing jetzt doch stark nachlassen wird», sagt Rolf Bürkl, Experte der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), zur Nachrichtenagentur Reuters.

AP/Andreas Arnold

Die Schweiz steht im Achtelfinal, Deutschland ist draussen. Entsprechend überrumpelt sind die deutschen Gastwirte, die nun weniger Umsatz befürchten. Auch deutsche Einzelhändler rechnen damit, dass ihr Zusatzgeschäft mit WM-Artikeln wie Trikots jetzt leiden wird.

«Real werden es sicherlich Getränkehersteller beziehungsweise Kneipen spüren, da das Public Viewing jetzt doch stark nachlassen wird», sagt Rolf Bürkl, Experte der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), zur Nachrichtenagentur Reuters.

Zu hohe Erwartungen

Vom Titelverteidiger Deutschland werde normalerweise erwartet, dass er sich im Turnier besser schlage, sagt Tilman Slembeck, Wirtschaftsprofessor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Darum ärgere das Ausscheiden die deutschen Gastrobetriebe besonders. Der deutsche Hotel- und Gaststättenverband liess denn auch verlauten: «Die Betriebe haben unglaublich viel investiert – in Leinwände und Fernseher sowie Übertragungsrechte.»

Slembeck bezweifelt, dass es in der Schweiz vergleichbare Investitionen gegeben hat. Laut dem Experten sind die Erwartungen für die Schweiz niedriger als für Deutschland: «Es ist schon ein toller Erfolg, dass wir in den Achtelfinal kommen.» Für die Schweizer Gastrobetriebe ist es also eher ein schöner Bonus, dass sich die Schweiz bisher gut schlägt.

Sollten die Schweizer wegen der guten Leistung der Nati euphorisch reagieren, könnte es zu einigen zusätzlichen Spontankäufen – etwa Trikots oder Fähnli – kommen. Laut Slembeck handelt es sich auch hier um einen Aufschwung, der für die Händler natürlich willkommen ist. Sollte er ausbleiben, sei das aber kein Problem für die Firmen, da sie ja sowieso nicht damit gerechnet hätten. Das Geschäft mit Fanartikeln sei zudem zu klein, als dass der Effekt auf die Bilanz der Schweizer Händler riesig wäre.

Das Wetter ist wichtiger als das Team

Zwar kann es beim Public Viewing vereinzelt weniger Gäste geben, wenn die Schweiz nicht mehr mitspielt – Experten sind sich aber einig, dass es gerade für Gastrobetriebe viel stärker auf das Wetter ankommt als darauf, welche Teams genau spielen. «Auch wenn die Schweiz gegen Schweden gewinnt, spielt die Nati im allerbesten Fall nur noch an drei weiteren Abenden», so Slembeck.

Zudem lockten in der Schweiz auch Teams wie etwa Kroatien oder Serbien viele Zuschauer an. Wenn hingegen das Wetter schlecht sei, schauten die Leute die Spiele oft lieber daheim, selbst wenn die eigene Mannschaft spiele. Aus diesem Grund geht Konsumforscher Bürkl von der GfK auch nicht davon aus, dass allein das Ausscheiden eines Teams aus der WM die Konsumlaune an sich verschlechtern würde.

Swissness aufgewertet

Wenn die Schweiz an der WM eine gute Leistung hinlegt, ist das aber auch sonst für die Wirtschaft gut. Dadurch steige das Prestige von Schweizer Marken, wie Markenexperte Stefan Vogler zu 20 Minuten sagt. Gerade der Kontrast zu Deutschland werte das Image der Schweiz im deutschsprachigen Raum auf. Die längere weltweite TV-Präsenz sei ein Vorteil für Swissness.

Die Folgen davon dürften aber noch nicht direkt in Form von höheren Umsätzen oder Preisen spürbar sein, sagt Vogler. So schnell gehe eine Imageveränderung dann doch nicht vonstatten. Trotzdem dürfte auch die Schweizer Wirtschaft nicht nur aus Nationalstolz mit der Nati mitfiebern und hoffen, dass sie gut abschneidet. (rkn/sda)

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