Aktualisiert 28.02.2014 06:26

Spitzenmedizin

Die wundersame Heilung des Dario C.

Die schnelle Genesung nach Dario Colognas Verletzung im November, die in zwei Olympiasiegen gipfelte, ist das Resultat hochprofessioneller Arbeit.

von
Oliver Fischer

Als sich Dario Cologna Anfang November letzten Jahres beim Joggen die Bänder im rechten Sprunggelenk verletzt hatte und sich einer Operation unterziehen musste, war es mehr als unsicher, ob und in welchem Zustand er an den Olympischen Spielen in Sotschi würde starten können. Heute, drei Monate später, erinnern wir uns bereits wieder an diese Spiele zurück – und vor allem an die beiden Siege von Cologna. Doch so spielend leicht sein Zwischenspurt im Skiathlon auch ausgesehen haben mag, der Weg dorthin war für den Münstertaler alles andere als einfach.

«Nur mit starker Leistungsbereitschaft gelingt das Comeback so schnell»

Den Grundstein zum grandiosen Comeback des 27-Jährigen legten die Ärzte Prof. Victor Valderrabano und Dr. André Leumann vom Universitätsspital Basel. Um Cologna optimale Bedingungen für seine Rehabilitation zu ermöglichen, haben die Ärzte bei der Operation das Sprunggelenk mit einem modernen Verfahren rekonstruiert und unter anderem auf so genannte Orthobiologics gesetzt, Materialien, welche die Heilungsprozesse direkt unterstützen, wie der Chefarzt Prof. Valderrabano erklärt . «Die Operation ist zwar der erste und ein wichtiger Baustein auf dem Weg zurück, aber es braucht noch viel mehr, damit ein Athlet nach einer Verletzung so schnell zurück in den Wettkampf gehen kann.» Mindestens so wichtig sei eine optimale und hochprofessionelle Physiotherapie und Rehabilitation, in welcher der Sportler versucht, seine physische Leistungsfähigkeit so gut wie möglich zu erhalten.

Fast am wichtigsten sind gemäss Valderrabano jedoch das gute Zusammenspiel der medizinischen Fachleute, Trainer und Athleten sowie die mentale Stärke und der Leistungswille des Sportlers selbst. «Bei einem so gut trainierten und hochprofessionell betreuten Athleten wie Cologna ist das Heilungspotenzial enorm hoch, doch nur mit einem starken Willen und einer hohen Schmerzgrenze gelingt das Comeback so schnell.» Ein Profi-Athlet könne so in der Endphase der Rehabilitation dank gutem Support noch während der Reha wieder in den Wettkampfmodus einsteigen – mit Olympischen Spielen vor Augen erst recht.

«Diagnose stellen und dann falls nötig sofort operieren»

Dass rückblickend alles so perfekt aufgegangen ist, hat auch mit der richtigen Reaktion von Cologna und seinem Umfeld nach der Verletzung zu tun. Es sei für die Reha enorm wichtig, dass bei so einem Vorfall so schnell wie möglich reagiert werde, so der Chef-Orthopäde des Basler Uni-Spitals. «Wir konnten dank unserer modernen Radiologie schnell die Diagnose stellen und dann sofort operieren. Das Gewebe um die Verletzung herum konnte so maximal schnell und gut heilen.»

Dass sich Cologna in die Hände des sportorthopädischen Teams des Basler Unispitals begab, ist übrigens keine Überraschung. Prof. Valderrabano operiert jedes Jahr zahlreiche nationale und internationale Topathleten. So vertrauen zum Beispiel Ricardo Rodriguez (VfL Wolfsburg), Fabian Schär (FC Basel) und andere internationale Profifussballer auf die medizinische Betreuung Valderrabanos. Zuletzt lag der FCZ-Spieler Burim Kukeli unter seinem Messer.

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