Die Zahlungsmoral der Schweizer sinkt
Aktualisiert

Die Zahlungsmoral der Schweizer sinkt

Shoppen, shoppen, shoppen – und dann die Rechnungen nicht bezahlen: Die noch vor wenigen Jahren exzellente Zahlungsmoral der Schweizer sinkt in alarmierendem Tempo.

Schweizweit verbuchte der Verein Schweizerischer Inkassotreuhandinstitute (VSI) im vergangenen Jahr 883112 Inkassoaufträge, 4% mehr als im Vorjahr. Das Forderungsvolumen stieg sogar um 11,6% auf 728,1 Millionen Franken.

«Vor allem in den Grossstädten nimmt die Zahl der offenen Rechnungen weiter zu», so VSI-Geschäftsführer Robert Simmen. Angeführt wird die Negativliste von Basel-Stadt: Nirgendwo sonst gibt es ein höheres Forderungsvolumen und mehr Personen, die auch nach der dritten Mahnung ihre Rechnungen nicht begleichen – der Stadt am Rheinknie folgen Waadt, Genf, Schaffhausen und Zürich.

«In den ländlichen Regionen herrscht ein konservativerer Geist als in den Städten. Dies beinhaltet auch das pünkliche Bezahlen von Rechnungen», so Simmen. Zudem gebe es in den Städten grössere soziale Probleme, was ebenfalls auf die Zahlungsmoral drücke.

Laut der letzten Firmenbefragung lassen Privatpersonen im Schnitt 41,4 Tage verstreichen, bis sie ihre Rechnungen begleichen. Fimen bezahlen gar erst nach 44,3 Tagen. Der VSI warnt: Offene Rechnungen können KMUs in Liquiditätsengpässe bis hin zur Existenzbedrohung führen.

Nico Menzato

Deine Meinung