Aktualisiert 08.03.2013 14:33

Böse BundesligaDie zehnte Abfuhr für Matthäus

Lothar Matthäus hat sich selbst zum Trainerkandidaten bei Greuther Fürth gemacht. Ohne Erfolg. Und das nicht zum ersten Mal. Dafür kassiert die Bayern-Legende nun Häme.

von
fbu

Lothar Matthäus plauderte diese Woche mit deutschen Medien. Greuther Fürth habe Interesse an seiner Person gezeigt. Der Bundesliga-Klub muss seinen Trainerposten neu besetzen. Es habe ein Telefongespräch mit den Klubverantwortlichen gegeben. «Der Präsident hat mich angerufen, wir haben eine Stunde telefoniert, es war ein harmonisches Gespräch, aber nicht mit Vertragsabschluss», erzählte der frühere deutsche Nationalspieler. Wieder einmal hat es also nicht geklappt mit einem Job für Matthäus in der Bundesliga.

Schon oft ist der Name Matthäus mit einem leeren Bundesliga-Trainerstuhl in Verbindung gebracht worden. Das Resultat war immer gleich: Es wurde ein anderer eingestellt. Diese Tatsache amüsiert die deutschen Medien, genüsslich zählen sie alle Beinahe-Jobs des bald 52-Jährigen auf. Matthäus wurde bereits mit fast jeder Mannschaft in Verbindung gebracht.

Erstmals fiel sein Name bei Eintracht Frankfurt im Jahr 2001. Die Verhandlungen führten zu Streit im Vorstand und zu Fanprotesten. Eine Verpflichtung blieb aus. Zwei Jahre später brachte sich der Deutsche bei Schalke selbst ins Gespräch. Die Gelsenkirchner entschieden sich allerdings für Jupp Heynckes. 2005 nahm der 1. FC Nürnberg Verhandlungen mit Matthäus auf. Auch hier sorgten Fanproteste für ein schnelles Ende der Gespräche.

Deutliche Abfuhr von Bayern

«Die Bundesliga ist mein Ziel», liess Matthäus 2007 verlauten, als Wolfsburg nach der Entlassung von Klaus Augenthaler auf der Suche war. Kurz zuvor hatte er diese Worte schon in die Medienwelt geschickt, als Bayern München einen Nachfolger für Interimstrainer Ottmar Hitzfeld suchte. Beide Vereine wollten Matthäus aber nicht. Insbesondere Karl-Heinz Rummenigge erteilt ihm eine öffentliche Abfuhr und dementiert jegliche Verhandlungen: «Es ist mir ein Rätsel und unerklärlich, wie er das behaupten kann.»

Offenbar konkreter war das Interesse beim Stadtrivalen 1860 München im Sommer 2009. Laut Matthäus hat ihm Sportdirektor Miki Stevic den Posten sogar versprochen. Sie werden es bereits erraten haben: Aus der Anstellung wurde trotzdem nichts. Ebenso wenig wie aus dem Sportdirektoren-Posten bei Fortuna Düsseldorf und einer Zusammenarbeit mit Matthäus' damaligem israelischem Arbeitgeber Maccabi Netanya. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Im selben Jahr gab es für «Loddar» noch mehr Verhandlungen, aber auch Hannover 96 und Hertha BSC fanden bessere Kandidaten.

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