Eren Derdiyok: Die Zeichen stehen auf Trennung

Aktualisiert

Eren DerdiyokDie Zeichen stehen auf Trennung

Basels Shooting-Star Eren Derdiyok würde den FC Basel gerne in Richtung Bundesliga verlassen. Und alle Anzeichen deuten auf einen Abschied hin. Trainer Gross hat sich wohl damit abgefunden und auch die FCB- Verantwortlichen suchen bereits Ersatz.

«Ich würde gerne nach Leverkusen wechseln», formulierte Eren Derdiyok seinen Wunsch. Nicht nur gegenüber dem vorab informierten FC Basel, seinem aktuellen Arbeitgeber, sondern auch gegenüber der Presse. Dementsprechend handeln nun schon Trainer Christian Gross und die sportliche Leitung des FC Basel.

Streller stark machen

In der Schweizer Nationalmannschaft scheint die Hirarchie klar. Hinter N'Kufo und Frei stehen Hakan Yakin als defensivere und Eren Derdiyok als offensivere Variante zur Verfügung. Marco Streller, oft ausgepfiffen und noch öfter verletzt, spielt vorderhand kaum mehr eine Rolle in den Planungen von Ottmar Hitzfeld. Im Verein ist die Rollenverteilung jedoch anders. Dort spielt Streller, bekommt demonstrativ den Rücken gestärkt und wird auch trotz einer schwachen Leistung und nachlassenden Kräften wie zuletzt gegen den FC Zürich nicht ausgewechselt. Derdiyok darf erst spät mitspielen und muss dann sogar auf dem rechten Flügel ausweichen.

Was zunächst wenig sinnvoll erscheint, wird erst dann logisch, wenn man sich in die Rolle von Christian Gross versetzt. Nach Leistung zu urteilen müsste Derdiyok auch im Verein spielen. Doch Streller jetzt einen «jungen» Spieler vor die Nase zu setzen, um ihm dann klar zu machen, er sei in der Rückrunde eine der entscheidenden Waffen im Kampf um den Titelgewinn, wäre unglaubwürdig. Streller braucht jetzt die Spielminuten, um in der Rückrunde Selbstvertrauen zu haben, um zu spüren, wo das Tor steht. Derdiyok spielt in den Planungen für die Zukunft daher keine grosse Rolle mehr, sonst würde sicherlich der Youngster von Gross den Rücken gestärkt bekommen, wie es zuvor auch bei Stocker, Kuzmanovic oder Rakitic der Fall war.

Wer wird Derdiyoks Nachfolger?

Für einen Ersatz im Sturm bemüht sich der FC Basel unter anderem um Vincenzo Rennella, die Tormaschine aus dem Tessin. Doch der Italiener gehört bereits dem FC Turin und wurde im Team der Luganesi nur geparkt. Rennella soll schon bald zu seinem Stammverein zurückkehren. Deutlich weniger gross ist inzwischen das Interesse an Aaraus Cristian Ianu, der seine Form aus dem Sommer nicht bestätigen konnte und beim FC Aarau keine Hauptrolle mehr spielt.

Teuer, aber hochkarätig wäre hingegen die Verpflichtung von Marc Janko. Der 25-jährige Stürmer von Red Bull Salzburg traf in der Bundesliga in 18 Spielen bereits 25 Mal und gehört auch zum festen Stamm der Nationalmannschaft der Rot-Weiss-Roten. Mit einem kleineren Leistungsausweis sorgte zuletzt der Österreicher Sanel Kuljic in der Schweiz für Furore. Janko könnte dies daher ebenso gut gelingen. Aber: Janko wird von vielen europäischen Spitzenteams gejagt und der FC Basel ist da nur einer von vielen Mitbewerbern.

Bekommt Streller einen neuen Rivalen?

Denkbar ist jedoch auch, dass Streller mit Eduardo und dem jungen Mustafi als Ersatz keinen weiteren Druck erhält, sondern dass man die frei werdende Lohnsumme und die möglichen acht Millionen Franken an Ablösesumme in einen offensiven Mittelfeldspieler investiert. Dort drückt der Schuh nämlich fast noch grösser: Scott Chipperfield ist dauerverletzt, Ex- Captain Ivan Ergic hat mit Gross das Heu längst nicht mehr auf der gleichen Bühne und Jürgen Gjasula ist sportlich wie psychisch mehrfach durch den rot-blauen Härtetest gefallen.

Einen Spielertyp wie einst Matias Delgado oder Mladen Petric soll es am ehesten sein. Ein Spielmacher, eine klassische 10 mit Stärken im Abschluss. Und bei den gehandelten Namen geht es wohl getreu dem Motto «nicht kleckern sondern klotzen». José Ernesto Sosa könnte es sein, denn beim FC Bayern konnte sich der 23-jährige Argentinier noch nicht durchsetzen und spielt bei Klinsmann nur einen untergeordnete Rolle. Das Interesse, den Mittelfeldspieler auszuleihen ist gross, da dieser sonst sehr viel von seinem Marktwert verlieren könnte. Immerhin bezahlte der Deutsche Meister knapp zehn Millionen Franken für Sosa.

Nicht bestätigt ist seitens des FC Basel das Interesse an Sions Alvaro Dominguez, der seit Monaten seiner Form hinterherrennt und im Wallis den Durchbruch nicht schafft. Ein Vorteil für die Basler ist dabei, dass der FC Sion mit den vereinbarten Ratenzahlungen an den ehemaligen Club Deportivo Càli im Rückstand ist. Droht nun ein zweiter «Fall Carlitos»? Die Bebbi würde es freuen, denn so könnte bei einem Ligakonkurrenten erneut ein günstiges Schnäppchen zu machen sein.

(gwl)

Deine Meinung