Ex-Offizierin: Die Zeit ist reif für eine Frau
Aktualisiert

Ex-OffizierinDie Zeit ist reif für eine Frau

Doris Portmann war von 1998 bis 2005 Brigadier in der Schweizer Armee. Sie war während dieser Zeit die höchste Frau im Militär. Gegenüber 20 Minuten Online nimmt sie Stellung zur Forderung der SP-Frauen nach einer Armeechefin.

von
Anja Grünenfelder

Frau Portmann, die SP-Frauen fordern, dass eine Frau jetzt Armeechefin wird. Was sagen Sie dazu?

Die Forderung macht erst Sinn, wenn eine Frau zur Verfügung steht, die über die notwendigen Qualifikationen verfügt, die für den Posten des Armeechefs oder der Armeechefin verlangt werden. Primär muss die Person über diese geforderten Eignungen verfügen, ob das eine Frau oder ein Mann ist, spielt keine Rolle.

Käme derzeit eine Frau in Frage, die diese Anforderungen mitbringt?

Nein, momentan gibt es meines Wissens keine Frau, die diesen Forderungen gerecht werden würde.

Ist die Zeit reif für eine Frau an der Armeespitze?

Ja, wenn es eine Frau mit den passenden Qualifikationen gibt.

Gibt es typische weibliche Führungsqualitäten?

Das ist schwer zu sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich eine Frau eher um die persönlichen Probleme eines Untergebenen kümmert. Wenn der Vorgesetzte ein Mann ist, bestehen diesbezüglich vielleicht eher Hemmungen. Aber auch diese Eigenschaft kann nicht allen Frauen zugeschrieben werden und ist von deren Persönlichkeit abhängig.

Haben Sie während Ihrer Zeit in der Armee auch Männer kommandiert?

Früher waren die Schulen nach Geschlechtern getrennt und Frauenschulen wurden von Frauen kommandiert. Es ist allerdings vorgekommen, dass Männer in Frauenschulen ihren WK absolvierten, beispielsweise als Fahrer. Heute sind die Frauen gut in die Armee integriert. Frauen und Männer besuchen die selbe Schule und Einheit und werden vom gleichen Kommandanten oder der gleichen Kommandantin geführt.

Gab es Probleme mit Männern, die sich nicht von einer Frau führen lassen wollten?

Nein, damit hatte ich keine Schwierigkeiten.

Deine Meinung