Aktualisiert 10.08.2017 16:29

FahrdienstDie Zeit spielt in Basel gegen Uber Pop

In Zürich hat Uber dem umstrittenen Amateur-Fahrdienst den Stecker gezogen. In Basel soll Uber Pop noch weiterlaufen. Wohl aber nicht mehr lange.

von
Lukas Hausendorf
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In Zürich wurde Uber Pop am 10. August eingestellt, in Basel will Uber den Dumping-Fahrdienst noch weiterlaufen lassen.

In Zürich wurde Uber Pop am 10. August eingestellt, in Basel will Uber den Dumping-Fahrdienst noch weiterlaufen lassen.

Keystone
Der Billig-Fahrdienst ist dem Taxigewerbe und den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Uber betreibe unlautere Konkurrenz und breche das Gesetz, so der Vorwurf.

Der Billig-Fahrdienst ist dem Taxigewerbe und den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Uber betreibe unlautere Konkurrenz und breche das Gesetz, so der Vorwurf.

20 Minuten/lha
Tatsächlich laufen aktuell 54 Verfahren gegen Uber-Pop-Fahrer, zwei kassierten bereits einen Strafbefehl. Sie hielten sich nicht an das Gesetz und beförderten ohne Lizenz mehr als zwei mal innert 16 Tagen Personen gegen Entgelt.

Tatsächlich laufen aktuell 54 Verfahren gegen Uber-Pop-Fahrer, zwei kassierten bereits einen Strafbefehl. Sie hielten sich nicht an das Gesetz und beförderten ohne Lizenz mehr als zwei mal innert 16 Tagen Personen gegen Entgelt.

Leser-Reporter

«Basler Regierung muss Uber-Kooperation beenden», titelte die Gewerkschaft Unia am Donnerstag in einer scharf formulierten Medienmitteilung. Der kalifornische Fahrtenvermittler Uber hatte per Donnerstag in Zürich seinen Amateurfahrdienst Uber Pop eingestellt. Das Angebot ist politisch höchst umstritten und bewegt sich am Rande der Legalität.

Jedermann kann für Uber Pop fahren, eine Bewilligung für den gewerbsmässigen Personentransport, wie ihn Taxifahrer benötigen, ist nicht erforderlich. Eine Fahrt kostet nur einen Bruchteil des ortsüblichen Taxi-Tarifs. Die Uber-Pop-Fahrer verdienen allerdings auch fast nichts dabei. Das Taxigewerbe ist über die Dumping-Konkurrenz gar nicht erfreut. Als Uber Pop in Basel an den Start ging, mussten hiesige Taxiunternehmen happige Einbussen verkraften.

«Die Nachricht aus Zürich macht Hoffnung», sagt Kurt Schaufelberger, Geschäftsführer der Basler Taxi Zentrale. Und Schaufelberger hat allen Grund dazu. Dabei darf er allerdings weniger auf den Gesetzgeber hoffen, wie das die Gewerkschaft Unia tut, sondern vielmehr auf die Polizei. Die Basler Politik hat sich erst im Frühling gegen eine Verschärfung des Taxi-Gesetzes samt Uber-Passus entschieden.

Verfahren und Bussen mit Abschreckender Wirkung

Uber-Pop-Fahrer verstossen reihenweise gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Zulässig wären nur zwei entgeltliche Personentransporte pro 16 Tage. Derzeit laufen 54 Verfahren gegen Amateurfahrer, zwei Strafbefehle wurden schon ausgestellt und sind rechtskräftig. Neben bedingten Geldstrafen wurden Bussen zwischen 500 und 5000 Franken ausgestellt. Diese Sanktionen dürften abschreckende Wirkung auf alle potentiellen Uber-Pop-Fahrer haben.

Uber selbst gibt sich bedeckt. Weder kann das Unternehmen auf Anfrage mitteilen, wie viele Fahrer in der Region Basel für Uber Pop unterwegs sind, noch wie viele es für den teureren und professionellen Fahrdienst Uber X sind. Das Unternehmen nennt einzig ungefähre Zahlen für Zürich, dort sind mehr als 1000 Partner-Fahrer für Uber X und Uber Black unterwegs.

Fahrer springen ab

In Zürich hat Uber offensichtlich die kritische Masse erreicht, damit es den unrentablen Pop-Dienst einstellen kann. Am teureren Uber X verdienen sowohl die Chauffeure wie auch das Unternehmen mehr. Dafür ist auch eine Lizenz für den gewerbsmässigen Personentransport erforderlich. Vielerorts stellte Uber den billigen Amateurservice schon ein, wenn genug Nutzer akquiriert werden konnten. Denn fürs Anlocken neuer Kundschaft ist Uber Pop ein ideales Marketinginstrument.

In Basel scheint es, habe Uber schlicht noch nicht genug professionelle Fahrer als Partner gewinnen können. Und die Amateurfahrer dürften ihnen reihenweise davonlaufen, weil sie empfindliche Bussen fürchten müssen. Das gilt übrigens auch für Kunden. Erklärungen, man sei privat unterwegs und mit dem Fahrer befreundet, wurden auch schon als Umgehungsversuche gewertet.

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