Die ZSC Lions schaffen das «Break»
Aktualisiert

Die ZSC Lions schaffen das «Break»

Zürich hat im NLA-Playoff-Final ein erstes Zeichen der Stärke ausgesandt. Die Lions setzten sich in der vollen «Les Vernets» gegen Genève-Servette 3:2 durch und verkürzten in der Serie mit dem ersten Break auf 1:2.

Mit einem Konter gelang Jan Alston nach schöner Vorarbeit von Thibaut Monnet das 3:2 in der 33. Minute. Im letzten Abschnitt schaffte Servette den Ausgleich nicht mehr, obwohl es dreimal im Powerplay spielen konnte. In den Schlussminuten brachten die Zürcher den knappen Vorsprung souverän über die Zeit.

ZSC Lions verkürzen

Zur Unzeit verspielte Servette seine makellose Playoff- Heimbilanz. Im achten Spiel erlitt Chris McSorleys Auswahl die erste Niederlage. Zweimal erreichten die Servettiens den Ausgleich, nach dem 2:3 durch Topskorer Jan Alston suchten sie in den restlichen 26 Minuten vergeblich nach der richtigen Antwort.

Wie die seit Wochen erfolgsverwöhnten Genfer den ersten Fehltritt vor eigenem Publikum verkraften, wird sich wohl schon am Samstag im ausverkauften Hallenstadion ein erstes Mal weisen. Die Lions haben nach der bitteren 2:4-Heimniederlage auswärts dank einer verblüffenden Coolness gepunktet. Den Ausfall ihres gesperrten Defensiv-Leaders Beat Forster steckten sie gut weg, und die Genfer «Eisschnellauf-Fraktion» um Vigier und Meunier kontrollierten die Zürcher ohne Ausnahme.

McSorleys Equipe spürte im Final-Duell - mit dem 3:0 vor Augen- wohl auch ein erstes Mal den Druck der kantonsweiten Euphorie um den Hockeyclub. Unter der Anspannung litt die Präzision allenorts und vor allem im Powerplay spürbar. Und zum Nachteil der Gastgeber korrigierte Zürichs Keeper Ari Sulander nach dem vermeidbaren 1:1 32 teils schwierige Schüsse.

Zürcher Lerneffekt

Bereits im ersten Abschnitt war bei den ZSC Lions im Vergleich zu den ersten beiden Partien ein Lerneffekt erkennbar. Die Stadtzürcher offerierten den Genfern keinen idealen Einstieg mehr. Stattdessen traf Verteidiger Daniel Schnyder 114 Sekunden nach dem ersten Puckeinwurf zum ersten Mal in dieser Saison. Als Servettes Key-Player Juraj Kolnik, der zuvor Schnyders Schuss abgefälscht hatte, wenig später mit einer Zweiminuten-Strafe belegt wurde, bot sich den Gästen gar die Chance zum perfekten Start.

Für den Auftakt wie im Wunschprogramm fehlten aber die Übersicht im schwachen Powerplay (fünf Chancen ohne Ertrag) und die Stilsicherheit. Genf erzwang den Ausgleich in Unterzahl. Goran Bezina überwand Ari Sulander mit einem haltbaren Schlenzer. Vom zweiten Break der Zürcher (Gloor) zeigten sich die Einheimischen abermals wenig beeindruckt. Trachsler, ein ehemaliger ZSC-Professional, düpierte mit einem cleveren Steilpass auf Thomas Déruns alle Kontrahenten - und der «Checker» offenbarte Skorerqualitäten.

So wild und furchtlos wie am Montagabend im Hallenstadion bekämpften sich die Teams zwar nicht mehr. Einzig Serge Aubins unsinnige Attacke an der Bande gegen Schnyder (46.) wird der Einzelrichter der Nationalliga heute Freitag vermutlich näher begutachten. Ansonsten fehlte den Beteiligten die Zeit für überharte Chargen. Beidseits wurde ein ultraschnelles Passspiel praktiziert. Nach dem frühen 1:1 stand der Abend fast ausnahmslos im Zeichen der Konterspezialisten.

Derweil Zürich nach dem missratenen Auftakt zur Finalserie Charakter zeigte, bewies Servette zumindest bis zur Spielmitte erstaunliche Nehmerqualitäten. Zweimal reagierten die Grenats auf einen Rückstand. Sie profitierten dabei zwar von Zürcher Aussetzern, das schmälerte ihren Auftritt nicht. Ihr Pech war aber, dass sie von den Lions quasi kopiert wurden. Sowohl beim 2:1 als auch beim kursweisenden 3:2 von Alston lösten die Zürcher nach technischen Fehlern der Gastgeber blitzschnelle Angriffszüge aus.

Blindenbachers Privat-Chauffeur

Entgegen erster Befürchtungen (und Genfer Hoffnungen) traten die Zürcher in der Abwehr nicht mit einer Light-Version an. Am Tag der ersten Sanktion gegen den Teamleader Beat Forster kehrte Severin Blindenbacher in den Rink zurück. Der Zürcher «Grippe-Patient» gab nach dreitägiger Bettruhe das Signal zur Rückkehr. Team-Arzt Gery Büsser chauffierte den angeschlagenen Internationalen im bequemen Privatauto an den Lac Léman, um ihm die Strapazen der Busreise zu ersparen. Der Aufwand lohnte sich, Blindenbacher liess sich die Zwangspause in keinem seiner zahlreichen Einsätze anmerken.

Das Comeback Forsters könnte sich indes verzögern. Die «Causa Forster» liegt ausserhalb des Einflussbereichs von Büsser. Sein Crosscheck gegen Déruns wird unter Umständen weitere Sperren zur Folge haben. «Damit ist zu rechnen, ja», erklärte Sportchef Peter Iten.

Playoff-Final, 3. Spiel

Servette - ZSC Lions 2:3 (2:2,0:1,0:0)

Les Vernets. - 6837 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mandioni, Simmen/Sommer.

Tore: 2. Daniel Schnyder (Grauwiler) 0:1. 5. Goran Bezina (Meunier, Florian Conz/Ausschluss Kolnik!) 1:1. 7. Gloor (Krutow, Lachmatow) 1:2. 15. Déruns (Trachsler) 2:2. 33. Alston (Monnet) 2:3.

Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Aubin) gegen Genève-Servette, 5mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

PostFinance-Topskorer: Kolnik; Adrian Wichser.

Genève-Servette: Mona; Mercier, Goran Bezina; Gobbi, Olivier Keller; Höhener, Breitbach; Schilt; Florian Conz, Aubin, Kolnik; Lüssy, Trachsler, Déruns; Vigier, Meunier, Fedulow; Rivera, Augsburger, Jérôme Bonnet; Rüfenacht.

ZSC Lions: Sulander; Blindenbacher, Suchy; Seger, Leeger; Stoffel, Daniel Schnyder; Gardner, Adrian Wichser, Sejna; Alston, Pittis, Monnet; Krutow, Gloor, Lachmatow; Bastl, Grauwiler, Murovic.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Cadieux, Savary (beide verletzt) und Law (überzähliger Ausländer), ZSC Lions ohne Forster (gesperrt), Pavlikovsky, Johner (beide überzählige Ausländer). - Pfostenschuss Seger (47.). - Powerplay: Genève-Servette 0/5; ZSC Lions 0/5 (ein Shorthander kassiert).

LIVE-TICKER

60. Schlusspfiff in Genf. Die ZSC Lions gewinnen das 3. Spiel der Finalserie und verkürzen auf 1:2. Eine überzeugende Leistung des Teams von Harold Kreis und ein verdienter Sieg für die einsatzfreudigen Zürcher.

58. Aber die Genfer können kein Kapital aus der Überzahl ziehen, es bleibt beim 2:3.

56. Strafe gegen die Lions, Blindenbacher hats diesmal erwischt.

54. Die Lions wehren erfolgreich gegen die stürmischen Genfer und sind wieder komplett, Pittis zurück auf dem Eis.

50. Strafe gegen die Lions, Pittis muss sich draussen abkühlen.

50. Die Intensität ist jetzt kaum mehr zu steigern, Genf will mit allen Mitteln den Ausgleich erzielen, die Lions gegen keinen Zentimeter kampflos her.

47. Stangenschuss von Seger, im Anschluss daran holt sich Suchy eine 2-Minuten-Strafe ab.

46. Aubin kassiert 2+10 Minuten. Die Chance für Lions, die Vorentscheidung zu erzwingen.

45. Genf bestimmt das Tempo, die Lions spielen auf Resultat halten.

41. Das Schlussdrittel läuft. Vigie und Meunier sorgen für erste Aufregung vor Sulander, der aber die Übersicht behält.

40. Pause, die Lions entscheiden das Mitteldrittel für sich und können mit einem Ein-Tore-Vorsprung ins Schlussdrittel steigen.

37. Genf wieder in Vollbestand, hatten aber zwei heikle Minuten zu überstehen, die Zürcher kamen doch zu einigen valablen Chancen. Die Lions wollen die Führung nicht gleich wieder herschenken wie im ersten Drittel.

35. Strafe gegen Genf, Aubin kassiert 2 Minuten wegen hohen Stocks.

33. Tor für die Lions! Alston lauert am entfernten Pfosten, wird von Monnet bedient und muss nur noch die Kelle hinhalten - 2:3, die Lions gehen zum drittenmal in Führung.

34. Die Strafe gegen die Lions ist abgelaufen, wieder nichts Zählbares für Servette rausgekommen.

31. Pittis holt Fedulov von den Schlittschuhen und wird für 2 Minuten auf die Strafbank geschickt.

28. Die Lions wieder komplett, im Gegensatz zu den Zürchern konnten die Genfer in Überzahl zumindest für Gefahr vor Sulander sorgen, wenn auch ohne Torerfolg.

25. Mit Suchy muss der erste Zürcher auf die Strafbank.

24. Strafe gegen Servette, Trachsler muss in die Kühlbox, die Lions aber bisher im Powerplayspiel schwach.

23. Die Genfer kommen mit mehr Schwung aus den Kabinen als die Zürcher.

22. Vigier probiert es aus fast unmöglichem Winkel, Sulander krallt sich die Scheibe aber sicher.

21. Das Mitteldrittel kann beginnen.

20. Drittelspause. Tolles Startdrittel in Genf, vier Tore und ein hohes Tempo sorgten für beste Unterhaltung. Die Lions vermochten zweimal in Führung zu gehen, konnte sie aber auch zweimal nicht halten. Alles offen für die folgenden zwei Drittel.

18. Die Intensität in den Zweikämpfen nach wie vor hoch aber noch unter dem Limit, beide Teams kennen keine Schonfrist.

15. Tor für Servette! Deruns trifft auf Pass von Trachsler an Sulander vorbei zum 2:2.

14. Servette wieder komplett, keine echte Torchance für die Lions auch im zweiten Powerplay.

13. In Unterzahl sind die Genfer bislang gefährlicher als in Vollbestand.

12. Strafe gegen Servette, Mercier wegen Crosscheck für 2 Minuten draussen.

10. Die Lions wirken hochkonzentriert in dieser Anfangsphase des dritten Spiels, abgesehen vom Shorthander, den Sulander kassieren musste. Genf tut schwer, die Lions auch körperlich höchst präsent.

7. Tor für die Lions! Kaum wieder angepfiffen, holen sich die Lions die Führung wieder zurück, Gloor zieht mit Tempo ins gegnerische Drittel und verwertet ein Zuspiel von Krutov zum 1:2.

5. Tor für Servette! Bezina erwischt Sulander mit einem harten Handgelenkschuss - 1:1, und das erst noch in Unterzahl.

3. Erste Strafe des Spielt, der Genfer Kolnik wander auf die Strafbank.

2. Tor für die Lions! Mona ist die Sicht verdeckt und muss den Blueliner von Schnyder passieren lassen.

2. Erstes Gerangel vor Sulander, Murovic und Bezina geraten aneinander.

1. Trachsler mit der ersten Chance für die Genfer. Im Gegenzug bleibt der Schuss von Alston hängen.

1. Anpfiff zum 1. Drittel, Schiedsrichter Mandioni gibt den Puck frei. Die Halle in Genf ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Fans stehen wie eine Wand hinter ihren Lieblingen.

- Das Spiel beginnt in Kürze, vor der Partie wird noch die Schweizer Nationalhymne zum besten gegeben.

20minuten.ch berichtet ab 20.15 Uhr live von der Partie Servette - ZSC Lions.

Deine Meinung